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München - Dennis Schröder und Atlanta geht im NBA-Endspurt die Luft aus. Der Youngster spielt am Ende kaum noch - ihm steht der bislang wichtigste Sommer seiner Karriere bevor.

20 Sekunden Hoffnung.

Länger waren die Hawks und Dennis Schröder nicht in Führung. Mehr war im vierten Spiel der Eastern Conference Finals für Atlanta nicht drin.

Danach fegten die Cleveland Cavaliers über die Hawks hinweg und schickten das Team mit der besten Bilanz der Regular Season im Osten mit einer schallenden 118:88-Ohrfeige in die Ferien.

Enttäuschender Schlussspurt

Der Kampf um eine Finalteilnahme: verloren. Der letzte Eindruck: kläglich.

Und das gilt nicht nur für die Hawks, sondern aus deutscher Sicht leider auch für Schröder.

Wie Atlanta überraschte der Braunschweiger mit einem enormen Leistungsschub zu Saisonbeginn und sorgte in seiner erst zweiten Spielzeit mit 10,0 Punkten, 4,1 Assists und 2,1 Rebounds für anerkennendes Staunen.

Historische Saison

Eine sensationelle Regular Season mit 60 Siegen und nur 22 Niederlagen, doch am Ende ging den Hawks, auch wegen ein paar Verletzungen, die Luft aus - und eben auch Schröder.

Zu groß schien die Herausforderung Playoffs im zweiten Profijahr, und mit den schlechteren Leistungen sank auch das Vertrauen von Head Coach Mike Budenholzer wieder.

In der Halbfinal-Serie gegen Cleveland brachte es der 21-Jährige nur noch 5,8 Punkte und 2,5 Rebounds. Die Wurfquoten gingen erschreckend steil in den Keller.

In Spiel drei blieb er ganz ohne Zähler und wurde nur drei Minuten eingesetzt.

Herausforderung im Sommer

Unter zehn Minuten oder gar keine Spielzeit (Verletzungen inklusive) musste Schröder nur neunmal  hinnehmen, sein Platz in der Rotation von Disziplinfanatiker Budenholzer schien eigentlich sicher.

So endete die Saison für Schröder mit einer doppelten Enttäuschung – und zugleich mit einer großen Herausforderung.

Wie nach seiner Rookie-Saison wurde dem Youngster mehr als deutlich vor Augen geführt, wie weit der Weg zu einem gestandenen NBA-Profi tatsächlich ist.

Im Sommer 2014, den Schröder als den härtesten seiner Karriere beschrieb, arbeitete der Braunschweiger sein Aufgabenpaket gewissenhaft ab.

Fokus auf das Training

Zusammen mit einem Trainer der Hawks ackerte er die komplette Offseason und erntete die Früchte der harten Arbeit umgehend.

Genau an diesen Prozess muss sich Schröder jetzt wieder erinnern.

Er muss seine dicke Villa in Atlanta vergessen, die Luxusautos in der Garage ausblenden und die ausgedehnten Playstation-Abende mit den Homies verschieben.

Große Bühne Basketball-EM

Wie schon im vergangenen Jahr wird Schröder dabei wieder von den Hawks unterstützt, diesmal vor und während der Basketball-Europameisterschaft.

Der Point Guard hat im Sommer die Chance, sich während der EM-Gruppenphase in Berlin mit den besten Aufbauspielern Europas zu messen und seine in der Offseason verbesserten Fähigkeiten gleich unter Wettkampfbedingungen zu testen.

Was muss bei Schröder besser werden? Zwei große Baustellen gilt es im Sommer zu beackern.

Positiver Nebeneffekt

Zunächst braucht Schröders Wurf schleunigst ein Update.

Zu oft ließen seine Gegner den Youngster draußen stehen oder gingen unter dem Pick and Roll hindurch - sprich riskierten lieber einen Wurf aus der Distanz als den Zug zum Korb. Gerade in den Playoffs wurde dies besonders deutlich.

Neben dem Wurf ist vor allem die Entscheidungsfindung für einen Point Guard - speziell einen so jungen wie Schröder - extrem wichtig.

Hier spielt der Faktor Europameisterschaft einen großen Faktor, denn diese Fähigkeit lässt sich nur schwer im Training verbessern.

So gesehen ist das Playoff-Aus aus persönlicher Sicht Schröders im ersten Moment sehr bitter, doch für seine langfristige Entwicklung dürfte es der passende Dämpfer zur richtigen Zeit sein.

Und im Lager des Deutschen Basketball Bundes dürfte ein hungriger Schröder sicher auch auf offene Arme treffen.

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