Video

München und Houston - Die Houston Rockets behalten im entscheidenden siebten Spiel gegen die L.A. Clippers die Nerven. Als neuntes NBA-Team drehen sie ein 1:3 noch um. James Harden brilliert.

Die Houston Rockets haben sich in den Geschichtsbüchern der NBA-Playoffs verewigt.

Gegen die Los Angeles Clippers gewannen sie das entscheidende Spiel 7 mit 113:100 (56:46) und gewannen als neuntes Team überhaupt eine Best-of-Seven-Serie nach 1:3-Rückstand (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

James Harden war bei der Vollendung des fantastischen Comebacks mit 31 Punkten der herausragende Akteur. In Spiel 6 hatten die Rockets bereits mit 19 Zählern hinten gelegen, diesmal war es ein Start-Ziel-Sieg.

"Das ist der ultimative Kick für unser Selbstbewusstsein. Das haben nur wenige geschafft. Wir haben uns zurückgekämpft", sagte Harden.

Gutes Omen für die Rockets

Letztmals gelang es den Phoenix Suns 2006 gegen die Los Angeles Lakers. Die Rockets um Hakeem Olajuwon schafften es 1995 ebenfalls im Conference-Halbfinale - und holten später den Titel.

"Wenn du auswärts mit 19 hinten bist, wäre es leicht zu sagen: 'vielleicht nächstes Jahr'. Die vielen Verletzungen über die Saison haben uns abgehärtet. Egal was uns zurückwirft, wir machen immer weiter", ergänzte Harden.

In Spiel 7 war gar nicht so viel Kampf nötig. Houston nutzte die altbekannte Nervenschwäche der Clippers eiskalt und führte bereits zur Pause zweistellig. Trevor Ariza steuerte 22 Zähler bei.

Howard macht den Sack zu

Jamal Crawford verkürzte per Dreier am Ende des dritten Viertels auf 66:74, näher kamen die Gäste nie mehr.

Die Texaner antworteten mit einem 9:0-Lauf, der starke Dwight Howard (16 Punkte, 15 Rebounds) sorgte mit einem Drei-Punkte-Spiel zum 88:68 für die frühe Entscheidung.

Lediglich Blake Griffin (27 Punkte, 11 Rebounds) und Chris Paul (26 Zähler, zehn Assists) stemmten sich mit DeAndre Jordan (17 Rebounds) gegen das Aus (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

"Es ist enttäuschend. Wir waren nah dran, aber das zählt eben nicht. Wir haben es nach dem 3:1 nicht zugemacht", sagte Griffin. Die Clippers warten weiter auf ihr erstes Conference-Finale.

Schwache Bank wird Clippers zum Verhängnis

Am Ende wurde ihnen auch ihre zu dünne Bank zum Verhängnis. Lediglich Crawford und mit Abstrichen Austin Rivers waren veritable Alternativen für die Starter.

Glen Davis oder Spencer Hawes haben kein gehobenes NBA-Niveau, Hedo Türkoglu genoss am Ende der Bank sein Gnadenbrot. Der physische Raubbau aus der ersten Runde gegen die San Antonio Spurs forderte seinen Tribut.

"Ich liebe dieses Team. Sie wollten so unbedingt gewinnen, dass es fast gar nicht klappen konnte. Sie müssen sich mehr vertrauen, jeder wollte es auf eigene Faust machen. Das müssen wir ändern", blickte Coach Doc Rivers schon nach vorn.

Brewer: "Jetzt kann alles passieren"

Nach Siegen mit 16, 25 und 33 Punkten verloren die Clippers in der Serie völlig den Faden und konnten sich von dem kolossalen Einbruch in Spiel 6 nicht mehr erholen - ihr Verlierer-Image hat sie wieder eingeholt.

Ganz anders die Rockets: Nach dem lockeren Erstrunden-Sieg über Dirk Nowitzkis Dallas Mavericks gehen sie nun mit einem unfassbaren Momentum in die Conference Finals gegen die Golden State Warriors (Spiel 1, Mi. ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Spiel 6 war für uns auf jeden Fall der Wendepunkt. Jetzt kann alles passieren", sagte Corey Brewer, der 2011 die Macht des Willens an Nowitzkis Seite bereits einmal kennengelernt hat.

Damals holten die Mavericks als Außenseiter gegen das Starensemble der Miami Heat um LeBron James den Titel - Brewer hätte gegen eine Wiederholung nichts einzuwenden.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel