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Houston Rockets v Atlanta Hawks
Dennis Schröder (l.) könnte den verletzten Kyle Korver als Starter der Atlanta Hawks ersetzen © Getty Images

München - Korvers Saison-Aus verschärft die Probleme in der stotternden Offensiv-Maschine der Hawks. Vor Spiel 3 gegen Cleveland (2.30 Uhr LIVESCORES) muss eine schnelle Lösung her. Hilft Schröder?

Die Atlanta Hawks müssen sich vorkommen wie im falschen Film.

Mit der besten Bilanz der Franchisegeschichte und als Nummer 1 im Ostern war das Team von Dennis Schröder in die Playoffs gestartet, mit einer perfekt geölten Offensiv-Maschine und Teambasketball im Stile des NBA-Champions San Antonio Spurs - doch dann kam das böse Erwachen.

Geplagt von einer regelrechten Verletzungsseuche stehen die Hawks in den Conference-Finals gegen LeBron James und die Cleveland Cavaliers in Spiel 3 (ab 2.30 Uhr LIVESCORES) jetzt mit dem Rücken zur Wand.

Beim Stand von 0:2 in der Serie ist ein Sieg absolut Pflicht. Ausgerechnet jetzt versetzt das Saison-Aus von Kyle Korver Atlanta aber den nächsten Tiefschlag.

Wichtige Stütze bricht weg

Denn auch wenn der überragende Scharfschütze, der in der regulären Saison wahnwitzige 49,2 Prozent seiner Dreier traf, in den Playoffs leichte Probleme hatte, ist er für Atlantas Spiel unabdinglich.

Schon alleine durch seinen Ruf zog Korver die Aufmerksamkeit der Defensive auf sich und schuf so Räume für seine Nebenleute. 35,5 Prozent Dreierquote in den Playoffs lassen außerdem immer noch auf einen Wurf schließen, den jeder Gegner respektieren muss.

Ohne den Distanzschützen sah das schon anders aus. Von den sieben Spielen, die Korver in der regulären Saison fehlte, verloren die Hawks fünf.

Schröder als Lösung?

Ein Hoffnungsschimmer für die gebeutelten Hawks, bei denen mit Jeff Teague (Knöchel), DeMarre Carroll (Knie), Paul Millsap (Schulter) und Al Horford (Finger, Knie) auch die restlichen Starter angeschlagen sind, ist Dennis Schröder. 

Der Backup-Point Guard war bei der 82:94-Pleite in Spiel 2 mit 13 Punkten in 12 Minuten von der Bank Atlantas Topscorer und ist ein heißer Kandidat auf Korvers Platz in der Starting Five.

Der Playoff-Baum der NBA © SPORT1

Gemeinsam mit dem schwächelnden Teague (nur 5 von 16 Würfen in Spiel 3) könnte der Deutsche als zweiter Spielmacher das lahmende Offensivspiel der Hawks beleben.

Vom geschmeidigen Teambasketball, der Atlanta in der Regular Season auszeichnete, war in den Playoffs nämlich wenig zu sehen. Gegen die Brooklyn Nets (4:2) und Washington Wizards (4:2) quälte sich das beste Team des Ostens mehr in die Conference-Finals, als wie Monate zuvor noch Basketball zu zelebrieren.

Wenig attraktive Alternativen

Will Trainer Mike Budenholzer Schröder aber weiterhin als Energizer von der Bank bringen, bleiben ihm wenig attraktive Alternativen.

Mit Mike Scott oder Pero Antic könnte der Trainer des Jahres zwar Big Men starten lassen, die von draußen treffen - in der Defense wäre die große Aufstellung mit Millsap, Horford plus X aber anfällig für schnell spielende Cavs.

Dazu haben weder Antic noch Scott in der regulären Saison auch nur eine Minute gemeinsam mit den vier verbleibenden Startern Teague, Carroll, Millsap und Horford auf dem Parkett gestanden.

Eine Aufstellung mit Verteidigungsspezialist Kent Bazemore neben dem Starter-Quartett ist mit insgesamt 61 Minuten zwar etwas eingespielter - Bazemores Dreier (nur 19 Prozent in den Playoffs) ist aber eine deutliche Schwächung.

Klar ist aber: Budenholzer muss das Offensivrätsel seiner Hawks schnell lösen, sonst ist die Serie gegen die Cavs schnell beendet.

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