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München und Atlanta - Im ersten Ost-Finale gegen Cleveland läuft es für Atlanta nicht rund. Ein Star fällt aus, Dennis Schröder enttäuscht. James glänzt. Dreierschütze J.R. Smith läuft heiß.

Dennis Schröder und seine Atlanta Hawks haben einen Fehlstart in die Finals der Eastern Conference hingelegt.

Gegen LeBron James und seine Cleveland Cavaliers mussten sie eine 89:97 (51:51)-Heimniederlage hinnehmen und gerieten in der Best-of-Seven-Serie mit 0:1 in Rückstand (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Schröder erwischte keinen guten Tag. Der Nationalspieler traf nur zwei seiner zehn Würfe und verbuchte sechs Punkte, vier Assists sowie drei Rebounds.

"Ich muss einen besseren Job machen, wenn ich zum Korb ziehe. Und ich muss meine freien Mitspieler finden", sagte der 21-Jährige.

James erhält Hilfe von Smith

Die überragenden Akteure der Gäste waren der viermalige MVP James mit 31 Zählern sowie acht Rebounds und J.R. Smith. Der Sixth Man versenkte acht Dreier (Teamrekord) und stellte mit 28 Punkten eine persönliche Playoff-Bestleistung auf.

"Wir müssen viele Dinge besser machen. Es hat vor allem der Spielfluss gefehlt. Wir haben den Ball nicht wie gewohnt laufen lassen", analysierte Hawks-Coach Mike Budenholzer.

Den ultra-abgezockten Smith bekamen die Hawks nie in den Griff. Seit er aus dem Chaos der New York Knicks befreit wurde, läuft es bei dem bisweilen schwierigen Shooting Guard wieder rund.

"Wenn er heiß läuft, dann läuft er richtig heiß", sagte Clevelands Cheftrainer David Blatt. "Als ich angefangen hab, zu werfen, haben sie alle nur noch gesagt: 'Mach weiter'", erklärte der 29-Jährige.

Hawks bangen um Carroll

Noch schlimmer für die Hawks: im letzten Viertel schied ihre Allzweckwaffe DeMarre Carroll mit einer Knieverletzung aus - eine genaue Diagnose steht noch aus.

"DeMarre ist ein kompletter Spieler, der an beiden Enden des Courts großen Einfluss nimmt. Die Ärzte sprechen von einer Stauchung. Es wird morgen eine Kernspintomographie geben. Dann wissen wir mehr", sagte Budenholzer.

Knapp fünf Minuten vor dem Ende zog Atlantas Playoff-Topscorer gegen Iman Shumpert zum Korb, kam sehr hart auf seinem linken Bein auf und brach sofort mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Court liegen.

"Wir sind alle eine Bruderschaft. Du willst nie sehen, wie sich jemand verletzt", sagte James, der Carroll auf dem Weg in die Kabine noch ein paar aufmunternde Worte mitgab.

Nach der Pause beginnt die Smith-Show

Dabei hatte der Abend noch für Schröders Team noch so verheißungsvoll begonnen. Angeführt von Point Guard Jeff Teague (27 Punkte) erspielten sie sich ein 26:20 nach dem ersten Viertel (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Im dritten Viertel übernahmen aber die Cavaliers nach zwei Dreiern von Smith die Kontrolle und legten innerhalb von sieben Minuten einen vorentscheidenden 22:4-Lauf hin. Nach einem seiner Treffer zeigte Smith der Hawks-Bank auch noch demonstrativ die Pistolero-Geste.

Die Hawks brachten dagegen ihren Shooter Kyle Korver (9 Punkte) nur selten in gute Wurfpositionen. "Die Gegner konzentrieren sich auf ihn. Im Rahmen unserer Offense müssen wir ihm mehr Platz verschaffen", sagte Center Al Horford (16 Zähler, 7 Rebounds).

James macht den Deckel drauf

Atlanta kam mit zehn Punkten in Folge spät noch einmal auf 87:91 heran, ehe James wie ein ICE an Paul Millsap vorbeizog und 37 Sekunden vor Schluss per krachendem Dunking alles klar machte.

James spielte in der zweiten Hälfte meist als Power Forward. Timofei Mosgow (11 Rebounds) und Tristan Thompson (10) teilten sich die Center-Rolle. Auch für den "King" war aber Smith der Matchwinner.

Auf die Frage, was er zu seiner möglichen Verpflichtung gesagt habe, sorgte er auch bei Smith für Lacher: "Bringt ihn her, ich kümmere mich um ihn!"

Im 15. Anlauf gewann Cleveland erstmals den Auftakt einer Playoff-Serie vor fremder Kulisse. Allerdings brach bei Kyrie Irving seine Knieblessur wieder auf, die letzten gut acht Minuten blieb er draußen. "Es ist sehr frustrierend, aber ich bin für Spiel 2 zuversichtlich", sagte der Point Guard.

Teague erwartet "Krieg"

Der klare Rebound-Nachteil (37:49) und die miserable Dreierquote (4 von 23) besiegelten das Schicksal der Hawks. Spiel 2 steigt in der Nacht auf Samstag (ab 2.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) erneut in Atlanta.

"Wir müssen jetzt kämpfen und viel Intensität bringen. Die nächsten Spiele werden ein Krieg. Wir stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand und müssen unbedingt gewinnen", forderte Teague.

Schon in Runde 2 hatten die Hawks Spiel 1 gegen die Washington Wizards verloren, es muss aber eine klare Leistungssteigerung her - das gilt nicht zuletzt auch für Schröder.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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