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München und Cleveland - Der Superstar der Cleveland Cavaliers kehrt zu seinem charakteristischen Look zurück und demontiert die Chicago Bulls im zweiten Viertelfinale. Eine Umstellung befreit.

LeBron James hat sich in der zweiten Runde der NBA-Playoffs eindrucksvoll zurückgemeldet.

Mit einer überragenden Vorstellung führte der viermalige MVP seine Cleveland Cavaliers im zweiten Conference-Finale gegen die Chicago Bulls zum 106:91 (64:45)-Erfolg (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Mit der Rückkehr des Stirnbandes, das er seit März nicht mehr getragen hatte, trat bei James auch die alte Aggressivität zu Tage. Mit 33 Punkten überpowerte er die Bulls und stellte das 1:1 in der Serie her.

"Es lag in meinem Spind, also habe ich es probiert. Es war an der Zeit, dass es sein Comeback feiert", sagte der "King". Acht Rebounds und fünf Assists rundeten seine Gala ab.

Umstellung befreit LeBron

Dabei dürfte eine taktische Umstellung von Coach David Blatt deutlich mehr gebracht haben als das modische Accessoire.

Dank der Beförderung von Tristan Thompson (12 Rebounds) in die Startformation - auf Kevin Loves Platz - rückte James wieder zurück auf Small Forward. Es war eine Befreiung für ihn.

"Er war heute ultra-aggressiv. Es gab keinen Moment dieses Spiels, den er nicht dominiert hätte. Wenn er so drauf ist, dann ist er der Größte", lobte Teamkollege Kyrie Irving.

Blitzstart der Cavaliers

James war sich der Bedeutung des Spiels bewusst. Bereits drei Stunden vor dem Tip-Off kam er in der Arena an - 90 Minuten früher als üblich. "Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Ein 0:2 war keine Option", betonte er.

Die Cavaliers legten dementsprechend einen 13:2-Blitzstart hin, führten im ersten Viertel bereits mit 22 Punkten und widerstanden auch dem zarten Comeback-Versuch der Bulls im dritten Viertel (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 15.30 Uhr: Inside US Sports).

Mit einem krachenden Dunking über seinen in Spiel 1 noch so starken Gegenspieler Jimmy Butler setzte James ein klares Ausrufezeichen. "Uns fehlen ein paar Leute, deshalb muss ich aggressiver sein als normal. Schön, dass ich dem Team damit helfen konnte", sagte James.

Shumpert entlastet James

Point Guard Irving steuerte 21 Zähler bei, James Jones versenkte fünf Dreier. Auch der Wechsel von Veteran Mike Miller zu Iman Shumpert zahlte sich aus.

Der Shooting Guard markierte nicht nur 15 Punkte, sondern entlastete James auch in der Verteidigung. Dadurch musste LBJ nicht so oft switchen und so viele Bulls verteidigen wie zuletzt. Allerdings zog sich Shumpert eine Leistenverletzung zu.

"Jeder hat heute zu diesem Sieg beigetragen. Die Starter waren fantastisch. Genau das haben gebraucht", bilanzierte Cheftrainer David Blatt. Zu Spiel 3 in Chicago in der Nacht auf Samstag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) kehrt dann auch der gesperrte J.R. Smith zurück.

Schwache Quote bei den Bulls

Die Bulls ließen ihr letztes Feuer in der Verteidigung vermissen, gehen aber dennoch mit dem Heimvorteil ins United Center. Dann muss im Angriff aber wieder mehr Effizienz her.

Derrick Rose sammelte zwar 14 Punkte, zehn Assists und sieben Rebounds, verfehlte aber 14 seiner 20 Würfe, Jimmy Butler (18 Zähler) traf auch nur fünf von 14. Joakim Noah hat nach zwei Spielen gegen Cleveland vier Punkte auf dem Konto.

Thibodeau kritisiert Schiedsrichter

Dass Rose im dritten Spiel in Folge keinen einzigen Freiwurf zugesprochen bekam - das hatte es in seiner Karriere zuvor nie gegeben -, verärgerte Coach Tom Thibodeau.

"Also muss er wohl noch härter zum Korb ziehen. Für meinen Geschmack gab es viel Kontakt, aber das sehen andere wohl nicht so", äußerte "Thibs" leise Kritik an den Schiedsrichtern.

In der Serie zog Rose bisher 18 Mal zum Korb, dabei sprangen nur fünf Treffer und keine Fouls heraus. "Darüber kann ich nicht nachdenken. Wenn sie nicht pfeifen, ist das eben so", sagte der MVP von 2011.

Mit dem 1:1 und dem erbeuteten Heimvorteil im Rücken fällt es in jedem Fall leichter, damit umzugehen.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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