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Cleveland Cavaliers v Atlanta Hawks- Game One
Dennis Schröder spielt seit 2013 für die Atlanta Hawks © Getty Images

München - In Spiel eins der Ost-Finals zahlt Dennis Schröder mit den Hawks Lehrgeld. Doch an Selbstvertrauen mangelt es dem Deutschen nicht. Das würdigen auch Stars anderer Teams.

Der Auftakt der Conference Finals gegen die Cleveland Cavaliers glich für Dennis Schröder einer kalten Dusche.

20 Prozent Wurfquote aus dem Feld, das schlechteste Plus-Minus-Verhältnis aller Akteure auf dem Court (-13), nur sechs Punkte in 19 Minuten. LeBron James, Kyrie Irving & Co. haben Schröders Atlanta Hawks im ersten Spiel der Serie den Zahn gezogen.

Dazu kamen die Sorgen um Leistungsträger und James-Gegenspieler DeMarre Carroll, der sich im Schlussviertel eine Knieverletzung zuzog. Immerhin: Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiteten sich nicht. Das linke Knie des Forwards ist zwar gestaucht, eine schwerwiegende Verletzung hat er aber nicht.

Ein Einsatz in Spiel zwei (ab 2.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) steht dennoch auf der Kippe. Ein Ausfall Carrolls wäre für Atlanta der nächste Nackenschlag im ersten Conference Final der Stadtgeschichte.

Schröder: Auch ohne Carroll gut gerüstet

Schröder beschwichtigte jedoch in einer Telefonkonferenz vor dem zweiten Spiel der Serie. LeBron James sei bei den Hawks in guten Händen: "Wir schauen, ob DeMarre morgen spielt. Wenn nicht, wird das Baze [Kent Bazemore] übernehmen. Wir haben aber generell sehr viele Leute dafür, Paul Millsap ist ebenfalls dafür geeignet."

Schröder bietet sich in seinem zweiten NBA-Jahr sogar selbst für ein Matchup mit King James an: "Wenn der Coach mich braucht, um ihn zu verteidigen, mache ich das selbstverständlich auch."

Schröder erinnert an Wizards-Serie

So weit wird es Coach Mike Budenholzer sicherlich nicht kommen lassen. Das Selbstvertrauen seines Schützlings dürfte ihm aber gefallen.

"Wir haben es in Washington auch gemacht. Wir können es immer noch schaffen", erinnerte Schröder an die zweite Playoff-Runde, als seine Hawks gegen die Wizards eine Heimpleite in Spiel 1 mit zwei Auswärtssiegen wettmachten. Schröder versprüht Optimismus und Selbstvertrauen. Und das kommt nicht von ungefähr.

Playoff-Baum NBA
Playoff-Baum NBA © SPORT1

Lob von NBA-Größen

"Wenn ein Paul Millsap, Al Horford oder Jeff Teague dir sagen, dass keiner dich stoppen kann und du weiter so spielen sollst, hat man natürlich Selbstvertrauen. Ich denke, das war ein sehr gutes Jahr für mich, die harte Arbeit hat sich ausgezahlt", erklärt der gebürtige Braunschweiger, der in dieser Saison den Durchbruch in der NBA geschafft hat.

Das spiegelt sich auch im Verhalten der Gegenspieler wieder: "Als Rookie beachten sie dich kaum. Wenn du jetzt auf den Platz kommst, kommen Leute wie John Wall oder Chris Paul auf dich zu und sagen, dass du eine sehr gute Saison spielst, geben die vor dem Spiel die Hand. Das ist alles hart erarbeitet."

Doch nicht überall stößt seine neue Forschheit auf Gegenliebe. NBA-Veteran Paul Pierce reagierte amüsiert auf den Deutschen, der einen Buzzer Beater des Wizards gegen Atlanta als "Glückstreffer" bezeichnet hatte (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Keine Angst vor Trash Talk

Trash Talk auch gegen die Großen der Branche? Für Schröder eine Selbstverständlichkeit: "Wenn jemand versucht, mit mir zu reden, werde ich natürlich nicht einknicken. Das gehört zum Basketball."

Kleinbeigeben ist nicht Schröders Sache. Vom missglückten ersten Spiel und dem furios aufspielenden James (31 Punkte) und J.R. Smith (28 Punkte) lässt er sich nicht beeindrucken: "Wir haben jedem gezeigt, dass wir auch in den Playoffs bestehen können. Wir haben sehr gute Leute, die hart arbeiten, alle sympathisch sind. Wenn wir so weiter spielen, können wir noch sehr viel erreichen."

Der 21-Jährige ist in der NBA angekommen. In Spiel 2 bekommt Schröder die Chance, Worten entsprechende Taten folgen zu lassen.

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