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München und Washington - Dennis Schröders Atlanta Hawks zittern sich erstmals seit 45 Jahren ins NBA-Halbfinale. Weil Pierce' Dreier aberkannt wird, machen sie die Serie gegen Washington zu.

Dennis Schröder und die Atlanta Hawks haben in den NBA-Playoffs den historischen Einzug in die Conference Finals perfekt gemacht.

Bei den Washington Wizards setzte sich das topgesetzte Team im Osten im nächsten Thriller mit 94:91 (45:39) durch und gewann die Best-of-Seven-Serie 4:2 (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Für die Hawks ist es der erste Halbfinaleinzug seit 45 Jahren. Zum ersten Mal seit dem Umzug nach Atlanta 1968 gewannen sie überhaupt zwei Playoff-Serien in Folge. Nun geht es gegen LeBron James und seine Cleveland Cavaliers.

"Diese Momente sind wunderbar. Wie alle sagen: wir haben keinen Superstar, aber in den wichtigen Momenten ist immer jemand zur Stelle. Das macht uns aus", bilanzierte Point Guard Jeff Teague.

Schröder diesmal nicht im Mittelpunkt

Ein fester Bestandteil dieses Kollektivs ist mittlerweile auch Schröder. Der Nationalspieler war mit 22 Minuten einmal mehr der meisteingesetzte Bankspieler. Trotz schwacher Wurfquote (3 von 12) steuerte er neun Punkte, vier Assists und drei Steals bei.

Im Mittelpunkt wie in Spiel 5 stand er diesmal aber nicht, eng wurde es in der Schlussphase trotzdem. Nur weil der erfolgreiche Dreier zum Ausgleich von Paul Pierce einen Hauch zu spät kam, durften die Gäste feiern (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

"Ich hätte fast angefangen, zu heulen und hab nur gedacht 'nicht schon wieder'. Diesmal waren die Basketball-Götter auf unsere Seite", sagte DeMarre Carroll.

Pierce zu spät und vor Rücktritt?

Damit spielte er auf Pierce' Game-Winner in Spiel 3 und seinen späten Treffer in Spiel 5 an, als die Hawks das Blatt durch Al Horford gerade noch wenden konnten.

Jener Horford hatte diesmal mit einem vergebenen Freiwurf 6,4 Sekunden vor Schluss die Tür für Pierce aufgelassen. Nach einem Einwurf bediente ihn John Wall (20 Punkte, 13 Assists), aber er wurde den Ball nicht rechtzeitig los. Per Videobeweis korrigierten die Schiedsrichter ihre Entscheidung.

"Oftmals hab ich es in solchen Momenten hinbekommen, oftmals nicht. Aber ich bin immer bereit", sagte Pierce.

Nach 17 NBA-Jahren könnte es ein bitterer Abschied für "The Truth" werden: "Ich weiß nicht, ob ich weiterspiele. Es wird jedes Jahr, jeden Tag schwerer, aus dem Bett zu kommen."

Beal bringt Wizards zurück

"Ich hatte fast einen Herzinfarkt. Er gibt einfach nicht auf und kämpft immer weiter. Als er den Ball bekam, wusste ich, dass er reingeht. Zum Glück war es ein bisschen zu spät", sagte Teague.

Dass es überhaupt wieder so knapp wurde, hatten sich die Hawks selbst zuzuschreiben. Zu Beginn des letzten Viertels hatte Atlanta noch zweistellig geführt.

Bradley Beal (29 Punkte) hielt die Wizards aber im Geschäft und sorgte knapp vier Minuten vor dem Ende sogar für die 88:87-Führung.

Carroll glänzt mit Bestleistung

Starke Verteidigung und DeMarre Carroll brachten die Hawks aber zurück auf die Siegerstraße.

Mit zwei Treffern in der letzten Minute krönte er seine Playoff-Bestleistung von 25 Punkten, außerdem steuerte er noch zehn Rebounds bei.

Teague (7 Assists) und Paul Millsap (13 Rebounds) gelangen jeweils 20 Zähler. Fast hätte es aber wegen Pierce nicht gereicht.

Unerfahrene Wizards hadern

"Es ist frustrierend, es ist traurig, es ist wohl jedes einzelne Synonym von traurig. So fühlt es sich an", sagte Beal. Wäre es anders gelaufen, hätte sich Wall nicht einige Knochen in der linken Hand gebrochen? "Das weiß nur Gott", sagte der Point Guard selbst.

"Ich glaube, und unsere Spielen glauben auch, dass wir die Serie hätten gewinnen müssen", ärgerte sich Wizards-Coach Randy Wittman.

In den entscheidenden Momenten zeigte seine - abgesehen von Pierce - unerfahrene Truppe aber Schwächen. Schlechte Würfe oder defensive Missverständnisse, wie bei Carrolls Treffern, waren Kleinigkeiten mit großen Folgen.

Hawks sind krimigestählt

Deshalb eröffnet Atlanta die Ost-Finals in der Nacht auf Donnerstag (ab 2.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) zu Hause gegen die Cavaliers um Superstar James. Es dürften die nächsten Krimis anstehen.

Langsam bekommen die Hawks Übung in diesen Herzschlagfinals. Nur zwei ihrer zwölf Playoff-Spiele wurden mit mehr als zehn Punkten entschieden.

Allein gegen die Wizards kam es dreimal auf die letzte Aktion an. Diese Mischung aus Nervenstärke und Glück braucht ein NBA-Champion.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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