Video

München und Washington - Dennis Schröder holt Atlanta in Spiel 3 gegen Washington mit dem besten Viertel seiner NBA-Karriere aus dem Grab, ehe Paul Pierce zuschlägt und den Deutschen abkanzelt.

Dennis Schröder hat von Paul Pierce in den NBA-Playoffs eine doppelte Lehrstunde erhalten.

Routinier Pierce schoss die Washington Wizards durch seinen wilden Wurf mit Brett in letzter Sekunde zunächst zum dramatischen 103:101 (56:43)-Erfolg in Spiel 3 gegen Schröders Atlanta Hawks (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Danach gab es für den deutschen Point Guard auch noch eine kleine verbale Ohrfeige. Auf Schröders Reaktion ("Ein Glückstreffer") angesprochen, reagierte Pierce ganz cool: "Schröder ist ja noch jung, er hat mich die letzten 17 Jahre eben nicht spielen sehen."

Schröder führt Mega-Comeback an

Dabei schien es zunächst für Schröder noch ein Happy End zu geben. Rund siebeneinhalb Minuten vor Schluss lagen die Hawks noch 74:94 hinten, ehe der 21-Jährige ein furioses Comeback in die Wege leitete.

Mit fünf Punkten und zwei Assists gab Schröder den entscheidenden Schub für einen 17:0-Lauf, legte später ein Drei-Punkte-Spiel zum 96:99 nach und leistete 14 Sekunden vor dem Ende die Vorarbeit für Mike Muscalas Dreier zum 101:101-Ausgleich.

"Ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass wir das noch aufholen könnten, aber die Jungs haben nie aufgegeben", sagte Coach Mike Budenholzer.

Bestes NBA-Viertel seiner Karriere

So ließ er die von Schröder so meisterhaft angeführten Reservisten auch in der Endphase drauf, statt seine Stars zurückzubringen. "Es fühlte sich richtig an", lobte Budenholzer Schröder und Co.

Insgesamt 16 seiner 18 Punkte und vier seiner fünf  Assists gelangen dem deutschen Supertalent im besten NBA-Viertel seiner noch jungen Karriere, aber Pierce' Heldentat konnte auch er im direkten Duell und unterstützt von Kent Bazemore nicht verhindern.

Nur Glück war es dann aber doch nicht. "Das war ein richtig schwerer Wurf. Dafür musst du ihm schon Respekt zollen", sagte Schröder (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Wizards auch ohne Wall lange stark

Die Wizards holten sich somit auch ohne den verletzten John Wall (Frakturen im Handgelenk) das 2:1 in der Best-of-Seven-Serie. Spiel 4 steigt in der Nacht auf Dienstag (ab 1 Uhr LIVESCORES) erneut in Washington.

Bei den Hawks legte eine Grippe Schlüsselspieler Paul Millsap lahm, der nur von der Bank kam, aber deutlich geschwächt kein Faktor war.

"Es war kein guter Auftritt von uns, aber die Jungs haben am Ende  noch einmal richtig aufgedreht. Wir müssen jetzt unseren Fokus wiederfinden und zurückschlagen", sagte Center Al Horford (12 Punkte, 10 Rebounds). Jeff Teague erzielte wie Schröder 18 Zähler.

Pierce gutgelaunt

Bradley Beal, Nene und Otto Porter waren mit je 17 Zählern die erfolgreichsten Werfer der Gastgeber, die eigentlich über drei Viertel jede Facette das Spiel dominiert hatten.

"Wir haben es uns zu bequem gemacht und dachten das Spiel wäre gelaufen. Das darf nicht passieren", kritisierte Beal.

Fast wäre es noch schiefgegangen. Die Show gehörte trotz Schröders Gala am Ende jedoch Pierce.

"Eigentlich versuche ich immer, mir solche Würfe für spätere Runden aufzuheben", witzelte der 37-Jährige. Genau wie Derrick Rose am Vortag für Chicago traf er mit Brett den Buzzer-Beater.

Respekt von den Hawks

Dafür haben die Wizards den ultra-erfahrenen Meister von 2008 geholt. Seine Erfahrung aus unzähligen solcher Momente ist für die jungen Wizards unschätzbar.

"Genau das macht ihn aus. Deshalb ist er ein zukünftiger Hall-of-Famer. Er hat es uns heute gezeigt", sagte Bazemore.

Pierce lebt für diese Situationen und genießt sie mehr als je zuvor. "Ich sauge das alles auf, denn mir bleibt ja nicht mehr viel Zeit." Jetzt kennt auch Schröder "The Truth".

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel