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Houston Rockets v Golden State Warriors - Game Five
Die Golden State Warriors feiern ihren ersten Einzug in die NBA Finals seit 40 Jahren © Getty Images

München und Oakland - Die Golden State Warriors müssen erneut einen Schreckmoment mit einem Superstar überstehen, setzen sich aber klar durch. Curry trotzt Wurfschwächen, Harden enttäuscht.

Bester Spieler gegen bestes Team: Die Golden State Warriors haben das Traumfinale der NBA-Playoffs perfekt gemacht.

Durch den 104:90 (52:46)-Erfolg in Spiel 5 der Conference Finals gegen die Houston Rockets gewannen die Kalifornier die Best-of-Seven-Serie mit 4:1, zogen erstmals seit 1975 in die Finals ein und treffen auf Megastar LeBron James (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Die ganze Region hat 40 Jahre darauf gewartet. Ich denke, die Zeit war einfach reif", sagte Steph Curry, der lautstark mit "MVP"-Rufen gefeiert wurde.

Warriors beginnen nervös

Bis das Duell mit James und seinen Cleveland Cavaliers feststand, mussten die Warriors aber einen nervösen Start und eine leicht zittrige Schlussphase überstehen.

Den im Playoff-Verlauf so coolen Warriors war die besondere Situation zu Beginn deutlich anzumerken. Mit 2:8 und 12:20 lagen sie hinten.

"Ich habe es ja schon häufiger gesagt, wir sind immer noch ein sehr junges Team. Diese Situation war neu. Das hat man gemerkt, aber die Jungs haben sich reingekämpft. Es ist einfach die pure Freude. Für die Fans freut es mich besonders", sagte Coach Steve Kerr.

Curry trotzt schwacher Quote wie Jordan

Nach seinem bösen Fall in Spiel 4 trug MVP Curry zunächst einen schützenden Ärmel am rechten Arm, warf diesen jedoch im dritten Viertel weg. Trotz seiner schwachen Quote (7 von 21) brachte es der Spielmacher auf 26 Punkte, acht Rebounds, sechs Assists und fünf Steals.

Mit 27 stellte Curry nun auch den Rekord für Dreier in einer fünf Spiele andauernden Playoff-Serie auf - die Bestmarken für sechs (26) und vier Spiele (20) hatte er sich in den ersten beiden Runden geholt.

"Das sind die Playoffs. Ich habe es als Spieler oft erlebt. Wenn beispielsweise Michael Jordan eine schwache Quote hatte, war trotzdem auf ihn als Verteidiger, Rebounder oder Passgeber Verlass. Diese Qualität hat Steph auch", sagte Kerr.

Sorgen um Thomspon

Über weite Strecken war es "Splash Brother" Klay Thompson (20 Zähler), der Golden State auf Finalkurs hielt (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Früh im letzten Viertel erlebte der Shooting Guard seinen Schreckmoment der Serie. Houstons Trevor Ariza fiel auf seine Wurffinte herein, traf ihn aber mit dem Knie unabsichtlich seitlich am Kopf.

Thompson blieb minutenlang liegen. Nach einer Behandlung in der Kabine kam er glücklicherweise wieder zurück auf die Bank - zeigte nach dem Spiel aber Symptome einer Gehirnerschütterung.

"Wir müssen abwarten. Mir ist ein wenig schwindelig. Wir haben zum Glück jetzt eine Woche Zeit. Ich werde für die Finals bereit sein", erklärte Thompson. Die Teamärzte werden ihn genau beobachten.

Barnes trumpft groß auf

Auf dem Court wackelten die Warriors im Schlussviertel noch einmal. Auf 70:76 waren die Gäste dran, ehe die Gastgeber ihre Nerven in den Griff bekamen. Harrison Barnes (24 Zähler) sprang für Thompson ein und lieferte beim entscheidenden 13:4-Lauf per Dunking das Highlight.

Sein 87:72 brachte die Arena zum Kochen. In den finalen sieben Minuten hielten sie dann souverän stand.

"Genau das ist unser Team. Wir haben Jungs, die jederzeit Verantwortung übernehmen und ein Spiel entscheiden können", sagte Curry.

Harden erlebt schwarzen Abend

Bei den Rockets erlebte vor allem Vize-MVP James Harden einen rabenschwarzen Abend. Nur zwei seiner elf Würfe brachte "The Beard" im Korb unter und leistete sich 13 Ballverluste.

"Ich wollte einfach zu viel und habe ihnen leichte Körbe geschenkt. So hatte ich mir das Ende einer tollen Saison nicht vorgestellt", haderte Harden. Vor allem Routinier Andre Iguodala bereitete ihm große Probleme.

"Ich bin schon gegen viele großartige Spieler angetreten, er gehört dazu. Du musst immer eng an ihm dran sein und brauchst die Unterstützung deiner Teamkollegen, um es ihm möglichst schwer zu machen", sagte "Iggy".

McHale stolz

Bester Akteur der Rockets war Center Dwight Howard (18 Punkte, 16 Rebounds, 4 Blocks). Gegen die Warriors fand Houston letztlich über die Serie gesehen nie ein konstantes Erfolgsrezept.

"Sie haben es verdient. Ich bin trotzdem stolz auf unser Team. Die Jungs haben alles gegeben. Sie sind richtige Kämpfer", lobte Cheftrainer Kevin McHale. Golden State war aber offensiv und defensiv einfach talentierter und besser.

Das beste Team der regulären Saison krönte ein fantastisches Jahr mit 67 Siegen in der regulären Saison (Warriors-Rekord) unter Rookie-Coach Steve Kerr und spielt nun um den Titel. Die Finals starten in der Nacht auf den 5. Juni (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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