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München - Immer wieder muss sich Stephen Curry gegen die Kritiker behaupten. Papa Dell hält ihm den Rücken frei und wird bestätigt. Vom schmächtigen Shooter reift er zum NBA-Star.

Aus dem Schatten seines Vaters ist Stephen Curry schon lange herausgetreten. Dabei hatte er einst Zweifel, ob es überhaupt ganz nach oben gehen kann.

"Es gab gute Zeiten, und es gab schlechte Zeiten. Und es gab auch Zeiten, in denen ich alles hinwerfen wollte", beschreibt der 27-Jährige den steinigen Weg in die NBA (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Heute ist Curry nicht nur All-Star, sondern auch der wertvollste Spieler der Liga.

"King James" lobt Curry

Der Prototyp des modernen Point Guards setzte sich bei der Wahl überraschend deutlich gegen James Harden und den viermaligen Titelträger LeBron James durch.

"Das ist absolut verdient", sagte James, wie Curry in Akron/Ohio geboren. Von Enttäuschung keine Spur.

Der "King" sah überhaupt keinen Grund, sich als Verlierer zu fühlen. "Er ist das Triebwerk des ganzen Schiffs. Und er spielt einfach eine unglaubliche Saison", lobt James Kontrahent Curry.

Warriors sehnen NBA-Titel herbei

Der Teamerfolg ist dem NBA-Akteur mit dem elegantesten Dreierwurf seit Reggie Miller aber ohnehin wichtiger. Er trägt die Hoffnungen der ganzen Region um Oakland auf die erste Meisterschaft seit 40 Jahren.

2014-15 KIA NBA Most Valuable Player Award
Stephen Curry (l.) präsentiert seine MVP-Trophäe mit Papa Dell Curry © Getty Images

Zu überragenden 67 Siegen führte Curry die Warriors in der regulären Saison und machte das Team im starken Westen zum Topfavoriten - Vereinsrekord. Solche Zahlen lieferte der Klub nicht einmal ab, als der legendäre Wilt Chamberlain in seinen Reihen stand.

"Wilt the Stilt" wurde bislang als einziger Spieler der Warriors zum MVP gewählt, 1960 war das. 55 Jahre später verzückt Curry die Fans. Mit 286 Dreiern verbesserte er zudem seine eigene NBA-Bestmarke.

Mit Davidson ins Rampenlicht

Diese Entwicklung war dem schmächtigen Steph 2006 von keinem Experten zugetraut worden. Trotz erfolgreicher Jahre an der High School in North Carolina wollte ihn keines der großen Colleges wie North Carolina oder Duke (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Nicht einmal Virginia Tech, die Uni seines Vaters Dell, wollte dem so treffsicheren Guard ein Stipendium anbieten. Stattdessen ging er an das kleine Davidson College (keine 2000 Studenten).

Im Trikot der Wildcats katapultierte sich Curry 2008 erstmals ins Rampenlicht. Beim Finalturnier March Madness brannte er mit 40, 30 und 33 Punkten gegen die haushohen Favoriten Gonzaga, Georgetown und Wisconsin ein unglaubliches Feuerwerk ab.

Alte Vorurteile

Erst im Viertelfinale war damals gegen den späteren Meister Kansas Endstation. Ein Jahr später war Curry sogar bester Scorer der höchsten College-Division.

Trotzdem traten wieder die Kritiker auf den Plan. Zu klein, zu schmächtig sei er für eine große NBA-Karriere, nur wegen seines 16 Jahre in der Liga aktiven Vaters würde er überhaupt beachtet.

"Viele Leute waren der Meinung, dass ich es leicht hatte, weil mein Dad in der NBA gespielt hat", sagt Curry kopfschüttelnd.

Curry entwickelt sich grandios

Die seit vielen Jahren darbenden Warriors gingen das Risiko einer Verpflichtung 2009 mit dem siebten Draftrecht ein.

Seitdem entwickelte sich Curry vom reinen Shooter zu einem kompletten Spielmacher, der die Position mit seinen einzigartigen Fähigkeiten ganz neu interpretierte.

Inzwischen macht er auch seine Mitspieler viel besser. An seiner Seite wurden "Splash Brother" Klay Thompson oder Draymond Green zu Stars. Die erste Playoff-Runde gegen New Orleans geriet so zum Spaziergang.

Papa Dell wird bestätigt

Derzeit geht es im Viertelfinale gegen die Memphis Grizzlies, vor Spiel 2 (ab 4.30 Uhr LIVESCORES) erhält Curry als MVP die Maurice Podoloff Trophy - die Belohnung für seinen langen Weg.

Papa Dell hat ihn immer begleitet und unterstützt. Entsprechend stolz ist er. All-Star, MVP oder Meister wurde er nie. Sein hochbegabter Sohn soll ihn nun auch diesbezüglich überflügeln.

"Er hatte immer den Wunsch, das Herz und die Fähigkeiten", sagte der Vater zuletzt. "Ich habe meiner Frau gesagt: Wenn der Junge dran bleibt, kann er irgendwann in der NBA spielen."

Dieses Versprechen hat der einstmals schmächtige Steph auf beeindruckende Weise eingelöst.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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