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München - Andre Iguodala avanciert in den NBA-Finals zum Co-Star neben Curry, ein zukünftiger Hall-of-Famer schwärmt von "Iggy". James legt er die Daumenschrauben an.

Die Stars der NBA-Finals sind im Jahr 2015 schnell aufgezählt: Stephen Curry und LeBron James.

Doch halt, ganz so kurz ist die Liste dann doch nicht. Ein Name muss mindestens noch drauf: Andre Iguodala.

Der 31-jährige Routinier spielt für Golden State die Serie seines Lebens und avanciert zum stillen Star der Nordkalifornier.

Kein Warrior ist konstanter, keiner beweist so einen unbändigen Willen zum Sieg. Die Auszeichnung zum MVP der Finals, die er mit 25 Punkten im entscheidenden sechsten Spiel untermauerte, war folgerichtig.

2015 NBA Finals - Game Five
Andre Iguodala spielt seit 2013 für die Golden State Warriors © Getty Images

Fabelstatistiken von "Iggy"

Auf 14,6 Punkte, 6,0 Rebounds, 3,8 Assists und 1,2 Steals bringt es "Iggy" in den Finals, 40,7 Prozent trifft er jenseits der 7,24 Meter.

Solch ein All-Inclusive-Paket liefert beim Team von Head Coach Steve Kerr nur ein Spieler ab: MVP Steph Curry (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Der große Unterschied zum schmächtigen Schützen, Iguodala muss in der Defense gegen "King James" ran und hält ihn - auch wenn LBJ regelmäßig Fabelstatistiken auflegt - bei sehr schlechten Wurfquoten.

Magere 13,3 Prozent in Isolation-Plays und 28,6 im Post-up verwandelt James gegen "Iggy".

In Spiel 5 lieferte er seine bislang beste Leistung der NBA-Finals ab und sorgte für 14 Zähler, acht Rebounds und sieben Assists.

Nash schwärmt

Eine Statline, die auch bei vielen NBA-Stars oder zukünftigen Hall-of-Famern wie Steve Nash für Lobeshymnen sorgte.

"Iggy ist unersetzlich", twitterte der Ex-Laker nach dem fünften Duell mit den Cavs, das Golden State mit 104:91 für sich entschied und mit 3:2 den ersten Matchball klar machte.

"Ich will es ihm so schwer wie möglich machen", gibt sich der Olympiasieger von 2012 - damals an der Seite von LBJ - bescheiden: "Wir bekämpfen uns schon seit mehr als zehn Jahren."

Small Ball der Schlüssel

Zwei Faktoren sind der Grund für das Finals-Märchen der Warriors:

Coach Kerrs Einsicht, auch in den Finals gnadenlos auf Small Ball ohne Center Andrew Bogut zu setzen - und "Iggys" nicht vorhandenem Ego.

Denn als der Small Forward im Sommer 2014 in seine elfte NBA-Saison ging, hatte er jeden seiner 758 Auftritte als Starter in Philadelphia, Denver und Golden State absolviert.

Kerr hatte aber einen anderen Plan für den ehemaligen College-Champion mit den Arizona Wildcats und setzte ihn als sechsten Mann ein.

Spielerflüsterer Kerr

Gerade zu Beginn der Saison hatte Iguodala mit der neuen Rolle zu kämpfen, alle Werte sackten noch einmal deutlich ab.

Doch Kerr schwor Iguodala auf das große Ganze ein und sollte recht behalten.

Die NBA-Playoffs 2015 © @SPORT1

Die Warriors reiften zum Titelkandidaten und sind nur noch einen Sieg vom ersten Titel seit 40 Jahren entfernt - und das auch, weil Kerr in den letzten beiden Finals-Partien auf Iguodala als Starter gesetzt hat.

Angriffsbrei der Cavs heruntergespült

Die Small-Ball-Formel ging auf und Golden State konnte den zähen Angriffsbrei der Cavaliers herunterspülen.

"Andre ist in vier Spielen unser bester Mann", erklärte Kerr nach dem 2:2-Serienausgleich in Cleveland.

In den Finals war es nicht nur Superstar Curry, der Golden State zum Erfolg geführt hat.

Es war vor allem auch Andre Iguodala, der sich in 100 Spielen nicht zu schade war, von der Bank zu kommen. Der Titel des Finals-MVP ist der verdiente Lohn.

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