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München und Oakland - LeBron James knallt mit 44 Punkten einen persönlichen Finals-Rekord raus, vergibt aber den Sieg. In der Overtime geht den Cavaliers gegen Curry und Co. die Luft aus. Was ist mit Irving?

Was für ein Auftakt-Thriller in die NBA-Finals!

Die Golden State Warriors haben sich trotz 44 Punkten des überirdischen Superstars LeBron James mit 108:100 (98:98, 48:51) nach Verlängerung durchgesetzt und das 1:0 in der Best-of-Seven-Serie erkämpft (Die NBA-Finals LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Erst in der Overtime spielten die Warriors ihr größeres Potenzial aus und setzten sich ab. MVP Steph Curry lieferte mit 26 Zählern und acht Assists eine gewohnt starke Vorstellung ab.

"Wir müssen bei unserem Plan bleiben. LeBron wird dominieren, du kannst es ihm nur so schwer wie möglich machen. Selbst fünf Leute konnten ihn nicht stoppen. In der Verlängerung haben wir uns füreinander aufgeopfert. Diese klassischen fünf Minuten haben wir gebraucht", sagte Curry.

Plan der Cavaliers geht lange auf

Das erste Endspiel war der erhoffte Showdown zwischen dem besten Spieler und dem besten Team - die Warriors hatten während der regulären Saison 67 Siege eingefahren.

Nach einer frühen zweistelligen Führung der Cavaliers entwickelte sich speziell in der zweiten Hälfte ein äußerst enges und hochklassiges Duell. Dabei ging der Plan der Gäste nahezu perfekt auf.

Mit Iman Shumpert (4 Steals) Druck auf Curry und Klay Thompson machen, James im Scorer-Modus, Offensiv-Rebounds holen (13) und mit Tristan Thompson (15 Rebounds) Draymond Green neutralisieren, alles klappte nach Wunsch.

"Wir sind richtig gut reingekommen und waren sehr gut vorbereitet, aber so ein Finalspiel ist sehr lang. Irgendwann kommt ein Lauf, dafür sind sie zu gut, aber wir hatten die Chance auf den Sieg", analysierte Clevelands Coach David Blatt.

James vergibt nach Irvings Block gegen Curry

James übertrumpfte seinen persönlichen Finals-Rekord von 2013 (37) und sammelte zudem in 46 Minuten (38 Würfe) noch acht Rebounds und sechs Assists.

Nach einem spektakulären Block des ebenfalls starken Kyrie Irving (23 Punkte, 7 Rebounds, 6 Assists) gegen Curry hatte James beim Stand von 98:98 den letzten Wurf in der regulären Spielzeit.

Statt gegen den heimlichen Warriors-Helden Andre Iguodala (15 Zähler, 6 von 8 aus dem Feld) zu ziehen, entschied er sich aber für einen schwierigen Dreier, der nicht fiel. Shumpert bekam die zweite Chance, aber auch sein Wurf ging daneben.

"Ich wollte genau diesen Wurf, ich bin genau dahin gekommen, wo ich hin wollte. Solche habe ich schon getroffen. Die Chance war da", sagte James (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Warriors legen zu, Cavs bangen um Irving

In den fünf extra Minuten ging Clevelands Mini-Rotation dann die Puste aus. Erst neun Sekunden vor dem Ende gelangen ihnen ihre einzigen Punkte. Der Dreier von Harrison Barnes zum 105:98 ließ Golden States Fans gewaltig durchatmen.

Zu allem Überfluss brach auch noch Irving Verletzung am linken Knie wieder auf - er musste vorzeitig in die Kabine. Eine genaue Diagnose steht aus.

"Ich kann noch nichts sagen. Es wird morgen eine Kernspintomographie geben. Dann wissen wir mehr", sagte Blatt. Für James war es "ein harter Schlag", Irving auf Krücken aus der Kabine kommen zu sehen.

Blatt sucht mehr Hilfe für James

Letztlich war es für den "King" ein kleines Deja vu. Wie 2007 in seinen ersten Finals mit Cleveland gegen San Antonio fehlte am Ende offensiv die Unterstützung. "Er braucht mehr um sich herum", fand auch Blatt.

Außer Irving war nur Center Timofei Mosgow (16 Punkte) ein Faktor. Der ganz wichtige Schütze J.R. Smith traf dagegen nur drei seiner 13 Versuche. Dabei waren einige zu schnelle und wilde Abschlüsse.

"Wir müssen noch mehr werfen. Er versenkt Würfe, genau das macht er. Wir müssen ihm mehr offene Würfe erarbeiten. Je mehr desto besser", erklärte Blatt.

Sonderlob für Iguodala

Für die Warriors war es dann doch noch der optimale Start in die ersten Finals seit 1975. Spiel 2 steigt in der Nacht auf Montag erneut in Oakland (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Vor allem die im Vorfeld hochgelobte Tiefe des Kaders zahlte sich aus. Thompson und Green (9 von 27 aus dem Feld, 31 Zähler) trafen nicht wie gewohnt, aber Routinier Iguodala sprang ein, traf sogar einen Dreier ohne Schuh und machte James das Leben am schwersten.

"Er war heute fantastisch. Er ist einer der cleversten Verteidiger, die ich je gesehen habe", lobte Coach Steve Kerr nach seinem ersten Finale als Trainer. Die Warriors sind auf Kurs.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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