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München - LeBron James reißt in den NBA-Finals ein irres Pensum ab. Seine Dominanz ist auch in Spiel 4 die einzige Chance der Cavaliers gegen die Warriors. Magic Johnson schwärmt.

Magic Johnson weiß zwei, drei Dinge über die NBA-Finals.

Fünfmal hat er die Los Angeles Lakers zum Titel geführt, aber der schier unglaubliche Kraftakt des LeBron James in den Endspielen 2015 sprengt auch seine Vorstellungskraft.

"Wenn LeBron so weiterspielt und die Cavaliers den Titel gewinnen, ist das die großartigste Einzelleistung in der Geschichte der Finals", schrieb Johnson bei Twitter.

Bei im Schnitt 41 Punkten, zwölf Rebounds und mehr als acht Assists in wahnwitzigen 47 Minuten pro Spiel kann ihm kaum widersprochen werden.

Tatsächlich könnte James in dieser Form sogar Michael Jordan als bisherigen Goldstandard für Finals-Exzellenz ablösen und sein NBA-Vermächtnis neu definieren. Die Frage ist nur: wie lange hält er diesen überdimensionalen Kraftakt aus?

James: "Ich habe keine Wahl"

Ohne die verletzt fehlenden All-Stars Kyrie Irving und Kevin Love muss der "King" in jedem Spiel gegen die explosiven Golden State Warriors (Spiel 4, ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) alles abrufen, um Cleveland den ersten großen Titel seit 1964 zu ermöglichen.

Und er weiß es. Beinahe 36 Würfe nimmt er pro Spiel und verschleißt dabei diverse Verteidiger. Das kostet den athletischsten und komplettesten Spieler der NBA viel Energie.

"Diese vielen Würfe entsprechen eigentlich nicht meinem Charakter, aber ich habe keine Wahl. Ich habe keine Wahl", sagte James im "ESPN-Interview" zu Kumpel und Ex-Mitspieler Dwyane Wade.

Eiserner Wille der Ein-Mann-Offensive

Sein eiserner Wille treibt den viermaligen MVP an. Endlich will er allen beweisen, dass er sein Heimteam zum Titel führen kann. Irvings Aus und die folgenden Abgesänge auf die Cavs stachelten ihn dabei nur noch mehr an.

Schon die 2:1-Führung hatte den Cavs niemand zugetraut. Mittlerweile trauen alle Experten ihm zu, dass er das scheinbar Unmögliche doch realisiert und als Ein-Mann-Offensive den Titel holt. Wenn diesen Aufwand jemand verkraftet, dann der Modellathlet mit der Pferdelunge.

"Ich mag es nicht, so viel zu werfen. Ich muss aber Druck auf die Verteidigung machen. Meine Teamkollegen wissen, dass ich immer weiter kämpfe und uns nach vorne treibe", ergänzte James (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Fehlende Effizienz als notwendiges Übel

Dass auf seiner Mission die Quote von 40 Prozent fast so schlecht ist wie in seinen ersten Finals 2007 gegen San Antonio, ist ein notwendiges Übel. Schließlich muss er gegen die beste Defense der regulären Saison reihenweise schwere Würfe nehmen.

Er muss sie nicht nur nehmen, er muss sie auch möglichst spät im Angriff nehmen, um das Tempo des Spiels zu bestimmen und die agilen Warriors nicht in ihren gefürchteten Hochgeschwindigkeitsrhythmus kommen zu lassen.

"Er spielt so, wie wir es wollen und brauchen. Ich habe nicht viele schlechte Würfe gesehen. Er kontrolliert das Spiel und gibt uns als Team Selbstvertrauen", betont Coach David Blatt.

"King" auch menschlich gereift

Genau das ist der entscheidende Unterschied zu 2007. Trotz aller Dominanz reißt der über die Jahre im Exil von Miami auch menschlich zum Anführer gereifte James seine Mannschaft mit.

Er kommt in die Kabine und klatscht sofort Shooting Star Matthew Dellavedova ab, feiert Arbeiter Tristan Thompson und ändert wenn nötig auch Blatts Spielzüge.

"Das ist eine völlig andere Herausforderung. Das erfordert unkonventionelle Maßnahmen. Es ist nicht zu viel. Ich mache alles, was nötig ist. Aufgeben ist keine Option", sagt James.

Noch zwei Siege. Nichts weniger als die Unsterblichkeit winkt dem Unbeugsamen.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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