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Spandern Meinung LeBron James
SPORT1-Redakteur Michael Spandern über die Rolle von LeBron James in den NBA-Finals © Getty Images/SPORT1

München - Der Superstar der Cavaliers zeigt in den NBA-Finals Schwächen. Um seinem Selbstverständnis gerecht zu werden, muss er mehr Führungsqualität entwickeln. SPORT1-Meinung.

Viel hat nicht gefehlt, und LeBron James wäre als zweiter Spieler nach Jerry West 1969 als wertvollster Spieler der NBA-Finals ausgezeichnet worden, ohne den Titel gewonnen zu haben.

Vier der elf Journalisten stimmten bei der Wahl zum Finals-MVP für den selbsternannten Auserwählten. Diese Vier lagen bei ihrer Wahl pro James falsch.

Zwar verzeichnete der Superstar der Cleveland Cavaliers überragende Werte, war in den sechs Duellen mit den Golden State Warriors nicht nur bei den Punkten, sondern auch bei den Rebounds und Vorlagen unerreicht.

Doch spätestens bei den letzten beiden Partien fehlten James die Ausdauer, die Umsicht und nicht zuletzt die Führungsqualität, sein dezimiertes Team mitzureißen.

Sicher, ohne die verletzten All-Stars Kevin Love und Kyrie Irving lastete eine gewaltige Last auf seinen breiten Schultern. Doch James hat es nicht verstanden, seine verbliebenen Mitstreiter zu inspirieren, zu ermuntern, im Training und Spiel zu verbessern.

Und deren Selbstvertrauen bröckelt naturgemäß im Schatten eines Spielers, der nach Spiel 5 ungefragt äußert, er sei der beste Basketballer der Welt.

Sein Selbstverständnis geht so weit, der Beste aller Zeiten sein zu wollen. Noch vor der Ikone Michael Jordan.

Gerade im Vergleich zum sechsmaligen Champion von den Chicago Bulls werden aber die Defizite des LeBron James deutlich.

Defensiv mangelt es am Spielverständnis, auch abseits des Balls zu agieren und die Mitspieler zu dirigieren. Offensiv verpasst James oft den Moment, das Zepter an sich zu reißen. Zu Anfang des entscheidenden Finals wirkte er seltsam passiv, kurz vor Schluss resigniert.

Noch bleiben dem 30-Jährigen einige Spielzeiten, um in seiner Heimat Cleveland die unumstrittene Dynastie aufzubauen, die er bei seinem Ex-Team Miami Heat trotz zweier Titel schuldig geblieben ist. Von mehr als sieben Meisterringen hatte er dort bei Dienstantritt gesprochen.

Diese Großspurigkeit muss James nun ablegen. Um Erfolg zu haben. Und dadurch als mehr angesehen zu werden als der dominanteste Individualspieler seiner Zeit.

Der Playoff-Baum der NBA 2015
Der Playoff-Baum der NBA 2015 © SPORT1
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