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München - Ex-NBA-Profi Barkley glaubt an das Comeback von MVP Steph Curry. Cavs-Klette Dellavedova redet er klein. James ist bereit für das nächste Marathon-Match.

Er bekam die MVP-Trophäe überreicht, genoss den Jubel – und dann erlebte Stephen Curry ein unfassbar schlechtes Spiel.

Nur zwei von elf Dreiern fanden ihr Ziel, lediglich 19 Punkte lieferte der Superstar der Golden State Warriors gegen die Memphis Grizzlies ab.

Auch im nächsten Spiel lief es nicht für den wertvollsten Spieler der NBA-Saison, diesmal traf er nur zwei seiner zehn Distanzwürfe.

Curry deswegen aber abzuschreiben, wäre der größte Fehler, den die Cleveland Cavaliers in der Finals-Serie vor Spiel 3 (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) machen können.

Grizzlies wurden bestraft

Zwar verfiel der 27-Jährige bei der Overtime-Pleite in Spiel 2 gegen LeBron James und Co. in seinen alten Habitus, zu viel Würfe jenseits der 7,24 Meter zu nehmen , doch auch gegen die Grizzlies feierte er in der Viertelfinals-Serie ein furioses Comeback.

Ex-NBA-Profi Charles Barkley fasste die Situation in einem Radio-Interview für Bleacherreport  dann auch ziemlich deutlich zusammen.

"Curry ist ein Shooter. Shooter haben gute und schlechte Tage. Das war eben ein schlechter Tag. Aber begeht bitte nicht den Fehler, das alles auf die Defense von Matthew Dellavedova zu schieben. Steph wird den Jungen zerlegen. Er war nicht der Grund, warum Steph seine Würfe nicht getroffen hat."

Dass der "Chuckster" mit seiner Argumentation hin und wieder eine ähnlich unglückliche Wahl trifft wie mit seinem Diätplan, ist aus unzähligen Interviews und TV-Auftritten hinlänglich bekannt, dennoch hat er nicht komplett unrecht.

Die NBA-Playoffs 2015 © @SPORT1

"Delly"-Code geknackt?

Curry ist ein exzellenter Schütze und selbst bei ihm ist eine Off-Night möglich – und er hatte 42 Minuten Zeit die Verteidigungs-Tendenzen "Dellys" und der restlichen Cavs eingehend zu studieren.

Neben der Memphis-Serie dient sein Bruder im Geiste als bestes Beispiel.

Klay Thompson erzielte in Spiel 2 34 Punkte und nutzte unzählige Blocks von Andrew Bogut und oder genaue Pässe von Draymond Green.

Rebounds überlebenswichtig

Curry hatte diesen Luxus mit der australischen Klette Dellavedova nicht und versteifte sich auf zu viele schwere Würfe unter Bedrängnis.

Neben den offensiven Baustellen kommt es für Golden State vor allem darauf an, die Oberhand an den Brettern wieder zu gewinnen.

Cleveland hat in den Playoffs noch kein Spiel (13-0) verloren, wenn sie das Rebound-Duell für sich entschieden haben.

Gerade Tristan Thompson bereitet Rookie-Coach Steve Kerr große Kopfschmerzen.

Der unnachgiebige Power Forward holt sich in den Finals im Schnitt 6,5 der 13 Offensive-Rebounds auf Seiten der Cavaliers.

"Kings James" bereit für Marathon

Trotz der starken Leistungen von "Delly", Thompson und der Cavs-Bank darf aber natürlich niemand den Kraftakt von "King James" klein reden.

50 Minuten in Spiel 2, 46 im ersten Duell.

Der Superstar Cavaliers gibt den Marathon-Mann und sieht sich in der Lage, den mörderischen Rhythmus zur Not auch noch ein wenig beizubehalten.

"Es sind höchstens noch fünf Spiele in dieser NBA-Saison. Ich bin für alles bereit", so der viermalige MVP, der in den Finals bisher 41,5 Punkte, 12 Rebounds und acht Assists im Schnitt abliefert.

Selbstbewusstsein bis zur Hallendecke

Ein weiser Entschluss von James, denn ohne seine zwei All-Star Kollegen Kyrie Irving und Kevin Love wird die Arbeitslast mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geringer werden.

"Bin ich dafür gemacht?", fragte James und gab sogleich die Antwort: "Selbstverständlich bin ich dafür gemacht."

Head Coach David Blatt krönt seinen absoluten Leistungsträger zumindest schon einmal verbal zum Champion.

"Ihr werdet in der Geschichte des Basketballs nur schwer jemanden finden, der solch eine Allround-Leistung abrufen kann und gleichzeitig solch ein Anführer ist. Er hat seine Teamkollegen mit dem bloßen Willen zum Sieg geführt. Das sind die Dinge, die nur Champions machen."

Mit dem Coup in Oakland – es war erst die vierte Heimniederlage der Warriors überhaupt in der Saison – besitzen die Cavs nun in der Best-of-Seven-Serie den Heimvorteil und könnten mit zwei Siegen in der heimischen Quicken Loans Arena mit 3:1 in Führung gehen.

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