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München - Golden States Superstar Steph Curry läuft pünktlich zu den Finals gegen Cleveland heiß. Sein Fähigkeiten sind außergewöhnlich. Steht eine Wachablösung in der NBA bevor?

1,91 Meter und nur 86 Kilogramm. Das soll die Zukunft der NBA sein?

Steph Curry steht in der Trainingshalle der Golden State Warriors und würde ohne Teamjersey eher wie ein zu groß geratener Balljunge aussehen.

Dürr, schlaksig – nicht ganz so schlimm wie einst Reggie Miller - aber doch milchbubihaft genug, um in der Kraftprotzliga NBA nicht sofort ernst genommen zu werden.

Aber dann setzt der 27-Jährige zu einer Wurfserie an, die selbst gestandenen NBA-Kennern den Mund offen stehen lässt (Alles zur NBA im Free-TV auf SPORT1: Do., 23.30 Uhr: Inside US Sports).

Wurf aus dem Lehrbuch

Ein Dreier nach dem anderen findet den Weg ins Netz. Das besondere ist die Geschwindigkeit, die Frequenz der Würfe – und der immer gleiche, unfassbar saubere Bewegungsablauf Currys.

Wenige Tage vor dem Start der NBA-Finals gegen die Cleveland Cavaliers (Fr. 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) bringt sich Curry in Stimmung.

Mit jedem verwandelten Dreier, mit jedem rasanten Dribbling und jedem atemberaubenden Pass unterfüttert er seinen Status als wertvollster Spielers der Regular Season 2014/15.

Mehr als Punkte und Assists

Curry hat mit seinem Spiel die Liga verändert, und das obwohl seine Statistiken – 23,8 Punkte, 7,7 Assists, 4,3 Rebounds und 2 Steals - sich von denen eines James Harden nicht groß unterscheiden.

Denn der MVP ist mehr als ein Point Guard mit außergewöhnlichem Distanzwurf. Er liefert eine Show ab, er spielt mit Swag.

Egal was der zweimalige All-Star auf dem Feld macht, er lässt es spielerisch aussehen. Immer mit ein klein wenig Zuckerguss oben drauf. Eigentlich nicht nötig, aber trotzdem nicht überflüssig. Weil nicht nur Sättigungsbeilage, sondern ein Augenschmaus mit Mehrwert.

Das Beste aus mehreren Welten

Curry verbindet die Eigenschaften von Showtime-Laker Magic Johnson, Pacers-Scharfschütze Reggie Miller und dem Spielwitz eines Steve Nash in einer Person.

Und am Ende des Spiels versetzt er dem Gegner mit eiskaltem Lächeln den Todesstoß per Buzzer-Beater.

Auch in dieser Playoff-Saison hat Curry seine stahlharten Nerven wiederholt unter Beweis gestellt.

Dominante Playoffs

In Runde eins gegen New Orleans schickt er Spiel 3 zwei Sekunden vor dem Ende in die Overtime, 40 Punkte stehen am Ende zu Buche.

Im Duell mit Memphis und im Halbfinale gegen Houston lässt es der eine Teil der "Splash Brothers" - Klay Thompson kommt nicht so recht in Tritt - ebenfalls krachen. In insgesamt 15 Playoff-Spielen liefert er 29,2 Punkte, 6,4 Assists und 4,9 Rebounds ab.

Exzellente Dreierquote

Die Dreierquote mit 43,7 Prozent ist sensationell, gegen die Rockets steigert sich der zweimalige Weltmeister auf 49,1 Prozent.

Gute Gene, denn Vater Dell kann ebenfalls auf 16 Jahre in der NBA zurück blicken.

Der "Beste Sechste Mann" der Saison 1994 bewies seiner Zeit für die Charlotte Hornets ein sicheres Händchen und ist jetzt mit seiner Frau Sonya, Stephs Ehefrau Ayesha und Enkeltochter Riley bei jedem Spiel des Sohnemanns.

Gene sind das eine, hartes Training ist das andere. Und auch hier geht Steph den Weg seines Vaters.

Wie Dell trainierte er als Kind bei Familienoberhaupt Juanita Curry in Grottoes, Virgina auf dem selbstgebauten Korb in der Einfahrt seines Elternhauses.

Ein rudimentär zusammengeschraubtes Gebilde, das nur den präzisesten Versuchen das befriedigende Swish-Geräusch eines erfolgreichen Wurfs gestattet.

"Ein sehr inspirierender Ort"

"Das ist ein sehr inspirierender Ort für mich", erinnert sich Curry: "Es hinbekommen, egal welche Umstände vorherrschen. Sich anpassen, kreativ sein – einen anderen Ansatz finden. Das habe ich aus dieser Zeit gelernt und auf mein Spiel übertragen."

Nach vier Jahren am kleinen Davidson College wird er 2009 von den Golden State Warriors im Draft an Position sieben als neuer Eckpfeiler auserkoren.

Sechs Jahre und einige Trainingseinheiten mit Carolinas NFL-Quarterback Cam Newton später geht die Vision der Warriors auf.

Zusammen mit Klay Thompson, Draymond Green und Harrison Barnes bildet Curry ein zukunftsträchtiges Quartett in Kalifornien, das erstmals nach 40 Jahren wieder einen NBA-Titel in die Stadt holen kann.

In den Finals geht es gegen Clevelands Superstar LeBron James, der 2003 selbst als neuer Heilsbringer in der Liga gefeiert wurde.

Seine Mischung aus Kraft, Geschwindigkeit und Basketball-IQ hob das Spiel auf ein neues Level und auch wenn die Karriere von "King James" mit mittlerweile 30 Jahren und zwei NBA-Titeln noch längst nicht am Ende ist, vollzieht sich der nächste Generationenwechsel vielleicht schneller als erwartet.

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