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DeAndre Jordan, Los Angeles Clippers, Dallas Mavericks, Dirk Nowitzki
DeAndre Jordan (r) wechselt nicht wie vereinbart zu den Dallas Mavericks © dpa Picture Alliance

München - DeAndre Jordan entscheidet sich trotz vorheriger Zusage gegen die Dallas Mavericks. Sein Verhalten lässt Fragen offen, Jordan verspielt viel Kredit.

Mit einer Zusage binden sich Free Agents normalerweise über mehrere Jahre an ein Team. Dass eine Zusage auch nur sechs Tage Gültigkeit besitzen kann, zeigt DeAndre Jordan.

Freitag, 3. Juli. DeAndre Jordan informiert die Dallas Mavericks darüber, dass er beim Team von Dirk Nowitzki einen Vierjahresvertrag über 80 Millionen Dollar unterschreiben wird.

Donnerstag, 9. Juli. Die Los Angeles Clippers vermelden, dass DeAndre Jordan bei den Kaliforniern bleibt – offenbar für vier Jahre und knapp 88 Millionen Dollar.

Frei nach dem Motto "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" entschied sich Jordan in letzter Sekunde gegen eine Unterschrift bei Dallas – und für einen neuen Vertrag bei seinem bisherigen Klub.

Jordan lässt Mavs abblitzen

Am 1. Juli begann die Verhandlungsphase mit den Free Agents. Erst am heutigen Donnerstag dürfen diese aber offiziell die Papiere unterschreiben. Jordan hat also faktisch keinen Vertragsbruch begangen. Doch es gilt als ungeschriebenes Gesetz, nach erzielter Einigung – wie sie zwischen Jordan und den Mavs bestand – keine weiteren Verhandlungen zu führen.

Die Clippers und Jordan interessierte diese "Regelung" wenig. In den letzten Tagen war der 26-Jährige bei seiner Entscheidung offenbar ins Grübeln gekommen, gestern kam es zu einem Treffen in Jordans Haus. Unter anderem mit dabei: Clippers-Coach Doc Rivers, Blake Griffin, Chris Paul sowie Besitzer Steve Ballmer.

Während Mavs-Besitzer Mark Cuban und "Top-Lockvogel" Chandler Parsons ebenfalls nach Houston geflogen waren und vergeblich versuchten, Jordan zu erreichen, spielte dieser offenbar, nachdem ihn die Clippers-Entourage endgültig vom Bleiben überzeugt hatte, lieber Karten.

Schlechter Stil

Jordan ist zwar nicht der erste Free Agent, der nach einer mündlichen Zusage eine Rolle rückwärts hinlegt.

Aber sein Last-Minute-Turnaround inklusiver seiner "Flucht" vor den Mavericks wirft ein ganz schlechtes Licht auf den 26-Jährigen. Mit seinem Tabubruch könnte er das Wohl einer gesamten Franchise über mehrere Jahre zerstört haben.

Natürlich sind sie in Dallas nun stinksauer, von den Club-Verantwortlichen bis zu den Medien sowieso. Auf Twitter ätzte Parsons: "Und ich dachte, ich hätte einen guten Pump Fake" (Pump Fake = Täuschungsmanöver im Basketball).

Aus sportlicher Sicht ist Jordans Entscheidung noch nachvollziehbar. Auf menschlicher Ebene hat er viel Kredit verspielt. Nicht nur bei den Dallas Mavericks.

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