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Wes Matthews jubelt im Spiel der Portland Trail Blazers
Wes Matthews absolvierte in der NBA bislang 408 Spiele © Getty Images

München - Mit Wes Matthews finden die Dallas Mavericks um Dirk Nowitzki den perfekten Nachfolger für Monta Ellis. Der Deal mit dem eisenharten Blazers-Guard hilft bei weiteren Transfers.

Gleich drei Lockvögel waren auf Wesley Matthews angesetzt.

Small Forward Chandler Parsons besuchte ihn in Los Angeles. Coach Rick Carlisle traf sich zum Dinner mit dem Shooting Guard und nahm auch gleich Fitnesstrainer Casey Smith mit.

Die Bemühungen waren erfolgreich: In der neuen Saison läuft Matthews für die Dallas Mavericks auf. Nach fünf Jahren bei den Portland Trail Blazers kehrt der 28-Jährige in seine Heimat Texas zurück.

Achillessehnenriss kein Hindernis

Ein Deal mit Risiko und ganz viel Chance zugleich.

Matthews laboriert noch an einem Achillessehnenriss, den er sich im März ausgerechnet gegen die Dallas Mavericks zugezogen hat. Normalerweise ist ein Sportler danach für ungefähr neun Monate raus.

Auch wenn der Neuzugang mit seiner Reha weiter als geplant sein soll - die Gefahr einer neuen Verletzung bleibt.

Doch wenn ein Verein mit ramponierten oder verletzungsanfälligen Profis zurecht kommt, dann Dallas. Das zeigte nicht zuletzt das Beispiel Tyson Chandler. Den medizinischen Stab um Casey Smith umgibt ein fantastischer Ruf.

Dass Smith zudem nach dem Essen mit Matthews grünes Licht gab, ist als weiterer Indiz für dessen guten Fitnesszustand zu werten.

Der neue Ellis - sogar der bessere?

Auch ansonsten mutet das Kraftpaket (1,96 Meter, 100 Kilogramm) als das fehlende Puzzlestück der Texaner an.

Matthews kommt über seinen Einsatz und Teamspirit. In Portland riefen sie ihn "Iron Man", weil er trotz mehreren Blessuren einst 250 Spiele in Folge bestritt.

Weiteres Faustpfand: Seine Dreier. Seit Januar 2015 hält er bei den Blazers den Franchise-Rekord für die meisten Treffer aus der Distanz (vor Terry Porter) und hat eine Karriere-Trefferquote von fast 40 Prozent. Zahlen, die beeindrucken.

Dreier und Defense

So scheinen die Fußstapfen, in die der Neue bei den Mavs tritt, wie angegossen. Matthews ist der Eins-zu-Eins-Ersatz für Monta Ellis, der sich den Indiana Pacers anschloß - nur im Gegensatz zu "Mississippi Bullet" mit defensiven Qualitäten und ohne Stimmungsschwankungen.

Insbesondere die Dreierlinie verteidigt Matthews stark. Das war zuletzt die Problemzone des NBA-Champions von 2011, wie beim Aus in den Playoffs gegen Scharfschütze James Harden und die Houston Rockets offensichtlich wurde.

Auch finanziell macht der Wechsel für beide Seiten Sinn. Matthews lässt sich nämlich noch kein Gehalt festschreiben, sondern wartet bis zum Ende der Transferperiode. Ein Win-Win-Situation für den Profi, denn entweder verdient er etwas weniger und das Team hat mehr Qualität in den eigenen Reihen - oder Matthews sahnt einen Großteil des dann üppigen Gehaltsbudgets ab.

Jordan oder Teamkollege Aldrige sollen folgen

Mit dem "Anti-Ellis" schließen die Mavs die Baustelle Shooting Guard. Bei einer weiteren wichtigen Personalie spielt Matthews zumindest indirekt eine entscheidende Rolle.

Das Interesse an DeAndre Jordan von den L. A. Clippers war schon länger bekannt, der dringend benötigte Center entscheidet sich nach Matthews' Ja-Wort auch für die Mavs. Dies könnte mehr als ein Zufall sein.

Der Kern für die kommende Saison mit "Iron Man", Nowitzki, Parsons und Jordan sieht auf einmal sehr respektabel aus.

Vielleicht war Matthews ja sofort selbst ein Lockvogel.

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