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Ein gesunder Derrick Rose ist Chicagos Hoffnung im Kampf gegen Clevelands LeBron James (l.)
Ein gesunder Derrick Rose ist Chicagos Hoffnung im Kampf gegen Clevelands LeBron James (l.) © SPORT1-Grafik Paul Haenel / Getty Images

München - LeBron James und die Cavs sind Topfavorit, doch ein neuer Coach macht Chicago Hoffnung. Schröder hat mit Atlanta Außenseiterchancen. Der SPORT1-Favoritencheck des Ostens.

In der Nacht auf Mittwoch startet die NBA-Saison 2015/2016.

Die Eastern Conference wird gegenüber der brutal schweren Western Conference häufig belächelt. Doch auch im Osten tummeln sich hochkarätige Teams. Allen voran ist LeBron James mit den Cleveland Cavaliers nach der Finalniederlage gegen die Golden State Warriors heiß auf den Titel.

SPORT1 macht den Favoritencheck in der Eastern Conference:

Cleveland Cavaliers

In seinem ersten Jahr nach der Rückkehr führte LeBron James die Cavs direkt in die Finals - allen Widrigkeiten zum Trotz.

In der neuen Saison kann James auf die wiedergenesenen Kevin Love und Anderson Varejao bauen, auch Kyrie Irving sollte in den nächsten Wochen zurückkehren. Die Vertragssituation mit Tristan Thompson wurde gerade noch rechtzeitig geklärt, mit Mo Williams und Richard Jefferson die Bank mit zwei Veteranen verstärkt. Das Weltklassetrio mit James, Love und Irving wird von starken Rollenspielern umringt.

Die größere Eingespieltheit und die zusätzliche Motivation durch die Finalniederlage sind weitere Trümpfe der Cavs. Vor allem James will mit aller Macht verhindern, im Endspiel zum fünften Mal den Kürzeren zu ziehen.

Das Ost-Finale sollte fast ein Selbstläufer sein, für mehr müsste sich die Defense auf Topniveau steigern - und zumindest der Großteil der Anweisungen von Coach David Blatt und nicht von James ausgehen.

Chicago Bulls

Der größte Konkurrent der Cavs in der eigenen Conference kommt aus "Windy City".

Denn in Chicago herrscht mit der Verpflichtung des neuen Trainers Fred Hoiberg frischer Wind. Nach dem autoritären Defensivfanatiker Tom Thibodeau soll Hoiberg nun die Offense ankurbeln. Der Spagat mit der Defensive muss aber gelingen, wollen die Bulls ein Wörtchen um den Titel mitreden.

Der Backcourt mit Derrick Rose und Jimmy Butler ist nur schwer zu toppen, unter dem Korb führt EM-MVP Pau Gasol ein starkes Quartett an. Der Kader ist fast identisch zum vergangenen Jahr - ein Plus.

Neben der stagnierenden Offensive kreidete man Thibodeau vor allem die Überbelastung seiner Spieler an.

Bewältigt Hoiberg den Sprung aus dem College in die NBA ohne große Probleme und bleiben die Leistungsträger - vor allem Rose - fit, hat Chicago alle Möglichkeiten, um Cleveland vom Ost-Thron zu stürzen.

Miami Heat

Der dreimalige NBA-Champion ist nur ein Jahr nach dem Abgang von Superstar LeBron James wieder ein ernsthafter Kandidat für die Spitze im Osten.

General Manager Pat Riley und Trainer Erik Spoelstra führten die Heat schnell wieder in die Spur. Die Starting Five um Goran Dragic, Dwyane Wade, Luol Deng, Rückkehrer Chris Bosh und dem letztjährigen Shootingstar Hassan Whiteside gehört vom Papier her zu den besten der NBA.

Ein Fragezeichen bleibt aber der Fitnessszustand. Bosh braucht nach seiner gesundheitlichen Zwangspause nach Blutgerinnsel in der Lunge sicherlich eine Weile, um auf sein altes Level zurückzukehren. Dem 33-jährigen Wade ist sein Alter zunehmend anzumerken: in den letzten zwei Jahren verpasste der Shooting Guard 48 Spiele. Auch weitere Spieler sind verletzungsanfällig. Whiteside muss sein Niveau zudem erst einmal halten.

Der Kader ist vielversprechend, Spoelstra, Wade & Co. wissen, wie man Meisterschaften gewinnt. Miami hat von den Top 3 aber die größten Fragezeichen.

Atlanta Hawks

Bei der Aufzählung der Favoriten darf auch das beste Team des Ostens der vergangenen regulären Saison nicht fehlen.

60 Siege bedeuteten Franchise-Rekord, die 17:0-Bilanz im Januar war eine ligaweite Bestmarke. In den Conference Finals wurden die Hawks allerdings - etwas gehandicapt - von den Cavaliers mit 0:4 gestoppt.

Vor der neuen Saison mussten die Hawks den schmerzhaften Abgang von Small Forward DeMarre Carroll verkraften, der sich nach bärenstarken Playoffs den Toronto Raptors anschloss. Auf der Flügelposition reißt durch den Wechsel eine Lücke, die Atlanta wohl auf mehreren Schultern verteilen muss. Auch von Dennis Schröder wird ein weiterer Sprung nach vorne erwartet.

Zumindest konnte All-Star Paul Millsap gehalten werden. Der Power Forward wird mit Al Horford weiter ein starkes Duo im Frontcourt bilden, der durch Tiago Splitter (kam aus San Antonio) verstärkt wird.

Der Trumpf der vom "Trainer des Jahres" Mike Budenholzer erstklassig gecoachten Mannschaft bleibt weiterhin das Teamspiel. Heimvorteil in der ersten Runde ist realistisch, das Conference Finale eher nicht.

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