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Los Angeles - Dirk Nowitzki erklärt bei SPORT1 seinen Top-Start in die Saison trotz EM-Sommer und spricht zudem über die Stärken der Mavs, seine Rolle und sein Vermächtnis.

Von Alisha Pälmke

37 Jahre alt, den EM-Sommer mit der Nationalmannschaft in den Knochen - und trotzdem präsentiert sich Dirk Nowitzki in der ersten NBA-Woche frisch wie eh und je.

17,3 Punkte und 8,3 Rebounds legt der Star der Dallas Mavericks in gerade einmal 25 Minuten Spielzeit durchschnittlich auf.

Beim Sieg gegen die Los Angeles Lakers von Kobe Bryant sorgt der lange Blonde sogar mit einem seiner seltenen Dunks für Begeisterung.

Dirk Nowitzki All Star Game 2002
Was für Erinnerungen: Im All-Star-Game 2002 spielte Nowitzki an der Seite von Kevin Garnett, Chris Webber, Kobe Bryant und Tim Duncan. Bis auf Webber sind alle Altmeister bis heute aktiv © Getty Images

Er hat großen Anteil am guten Saisonstart der Mavs mit einer Bilanz von 2:1.

Im SPORT1-Interview spricht Nowitzki über das Geheimnis seiner Fitness, die harten Jahre der Mavs, die neue Stärke des Teams und sein persönliches Vermächtnis.

SPORT1: Herr Nowitzki, die EM im Sommer war eine zusätzliche Belastung, trotzdem wirken Sie frisch und fit. Wie haben Sie das geschafft?

Dirk Nowitzki: Ich habe natürlich viel gemacht im Sommer, habe für Deutschland die EM gespielt und bin viel unterwegs gewesen. Das war für mich gut. Letztes Jahr habe ich im November auch gut angefangen und gute Spiele gehabt, im Dezember ging es dann etwas bergab. (Die NBA im LIVESTREAM bei SPORT1.de)

Deshalb muss ich einfach weiter arbeiten und unseren Physios und Krafttrainern vertrauen, die jeden Tag ein Programm aufstellen. Da hoffe ich, dass wir einen guten Mix finden zwischen Training  und ein bisschen Ruhe genießen. Aber ich fühle mich schon gut und hoffe, dass ich das in den nächsten Wochen auch weiter so durchführen kann.

SPORT1: Die Mavericks hatten eine schlechte Vorbereitung, keine Siege und kaum Gelegenheit, sich als Team einzuspielen. Wie schätzen Sie den Saisonstart jetzt ein?

Nowitzki: Wir hatten viele Verletzte in der Preseason. Wes Matthews hat fast kein Spiel gemacht, Deron Williams hat fast kein Spiel gemacht, Chandler Parsons hat überhaupt kein Spiel gemacht. Von daher war es schwer, einen Rhythmus für uns zu finden. Ich habe nur zwei, drei Spiele gemacht, weil ich eben im Sommer viel gespielt hatte. Wir haben nicht ganz so einen großen Augenmerk auf die Preseason gelegt. (Inside US Sports - das Magazin am Mi., 23.30 Uhr)

Der Saisonstart war aber gut. Wir hatten drei schwere Auswärtsspiele, stehen jetzt mit einer Bilanz von 2-1 ganz gut da und sind jetzt für eine Woche zu Hause. Aber wir müssen natürlich noch weiter arbeiten. Parsons war gegen die Lakers das erste Mal dabei und hat kurz gespielt, aber er muss sich natürlich noch fit machen und Matthews muss auch noch viel spielen, um richtig rein zu kommen. Wir haben noch eine weiten Weg vor uns, aber 2-1 ist schon nicht schlecht.

SPORT1: Wie hat sich Ihre Rolle geändert, nachdem der letztjährige Topscorer Monta Ellis nicht mehr bei den Mavericks ist?

Nowitzki: Dieses Jahr haben wir nicht den einen Go-to-Guy. Bei Monta hatte sich das so herauskristallisiert, dass er uns im Angriff trägt. Dieses Jahr haben wir acht Leute, die über 30 oder knapp darunter sind und Spiele übernehmen können. Wenn wir so spielen, sind wir sehr schwer auszurechnen. Wir haben einfach Leute, die schon länger in der Liga sind, zusammenspielen und gewinnen wollen. 

SPORT1: Nach der Meisterschaft 2011 hatten Sie schwierige Jahre. Was haben Sie aus der Zeit mitgenommen?

Nowitzki: Wir haben ja immer versucht, Free Agents zu holen. Das hat nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Nach der Meisterschaft haben wir einmal die Playoffs verpasst, waren je einmal Achter und Siebter. Klar würden wir dieses Jahr gerne weiter oben mitspielen. Ich glaube, wir haben jetzt eine ganz gute Truppe. Mit JaVale McGee haben wir auch einen athletischen Center, den wir gebrauchen können, weil er blocken und über Ringniveau abschließen kann. Das fehlt uns aktuell noch ein bisschen, aber wenn er in den nächsten Wochen fit wird, haben wir glaube ich eine ganz solide Truppe, die ganz gefährlich sein kann.

SPORT1: Früher war das Ziel, den Titel zu holen, jetzt geht es mehr darum, die Playoffs zu erreichen. Mit 37 und als jetzt zweifacher Vater - wie groß ist Ihre Motivation überhaupt noch?

Nowitzki: Es macht noch Spaß. Klar, im Sommer ist es schwer, sich zu motivieren. Beim Einzeltraining, wenn ich alleine Kraft- und Konditionstraining machen muss. Das ist manchmal schwer. Aber das Spiel macht noch Spaß, mit der Mannschaft, die Trainiererei, die Chemie ist dieses Jahr super, die Jungs passen alle ganz gut zusammen. Von daher wird die Spielerei immer Spaß machen.

Dirk Nowitzki
Dirk Nowitzki machte bei der EM in Deutschland sein wahrscheinlich letztes Länderspiel © Getty Images

SPORT1: Egal ob Sie nun im nächsten Jahr ihre Karriere beenden oder nicht, Sie sind in Dallas eine Legende und haben die Ära bei den Mavericks geprägt. Welches Bild als Mensch und Sportler würden Sie gerne bei ‚Ihren Fans hinterlassen?

Nowitzki: Ich habe einfach immer versucht, mein Bestes zu geben - ob das jetzt für Deutschland im Sommer war oder für die Mavs im Winter. Ich habe versucht, immer da zu sein, trotz Krankheit und Verletzungen zu spielen. Ich wollte einfach immer für meine Mannschaft da sein und Rückhalt geben. Ich glaube, das habe ich so weit geschafft.

Menschlich war mir wichtig, dass man immer an mich rantreten kann, dass ich nicht abgehoben bin. Ich wollte immer Spaß an der Sache haben, ob im Spiel oder abseits des Spielfelds. So bin ich ganz gut gefahren.

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