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München - Dirk Nowitzki versenkt bei den Lakers in unnachahmlicher Manier seinen patentierten Flamingo-Fadeaway zum Sieg im Krimi. Der verletzte Bryant zollt dem Deutschen Respekt.

Nachdem er die Los Angeles Lakers mit seinem Gamewinner versenkt hatte, wurde Dirk Nowitzki von Kobe Bryant geadelt.

Während der Star der Dallas Mavericks im Anschluss an seinen Flamingo-Fadeaway zum 92:90-Endstand zurücktrabte, gab es von der "Black Mamba" einen respektvollen Klaps auf den Hintern, dazu ein anerkennendes Nicken, als sich Nowitzki zu Bryant umdrehte.

"Game recognize game", nennt das der Amerikaner. Zwei Ausnahmekönner auf Augenhöhe, die sich gegenseitig Respekt zollen.

"Der Michael Jordan meiner Generation"

"Er ist der Michael Jordan meiner Generation", verneigte sich Nowitzki hinterher vor seinem zwei Monate jüngeren Kontrahenten. "Er ist einer der Besten, die jemals die Schuhe geschnürt haben, und es war mir eine Ehre und ein großes Vergnügen, mich fast meine gesamte Karriere lang mit ihm zu messen."

Auch wenn das 50. und letzte Duell der beiden Stars entfiel, weil die Lakers-Ikone wegen Schulterproblemen das Spiel nur im Anzug von der Bank aus verfolgen konnte, schrieben Nowitzki und Bryant die Geschichte des Spiels.

"Ich habe gehört, wie er während des Spiels ein bisschen gequatscht hat. Das war spaßig", berichtete Nowitzki mit einem Grinsen: "Ich bin nicht wirklich der große Trash-Talker, aber wenn mich jemand anquatscht, dann habe ich schon meinen Spaß."

Nowitzki netzt Gamewinner über Randle

Der Trash-Talk schien Nowitzki in jedem Fall zu beflügeln. Eigentlich erwischte er einen schlechten Tag und traf nur fünf seiner 14 Würfe aus dem Feld - im entscheidenden Moment war Nowitzki aber da.

Kobe Bryant muss in Zivil zuschauen, als Dirk Nowitzki im Zurückfallen die Lakers besiegt
Kobe Bryant muss in Zivil zuschauen, als Dirk Nowitzki im Zurückfallen die Lakers besiegt

Der Deutsche bekam im letzten Angriff der Mavs den Ball serviert und versenkte 2,1 Sekunden vor Schluss seinen patentierten Flamingo-Fadeway über Jungspund Julius Randle hinweg wie zu besten Zeiten im Korb.

Ohne Bryant nahm Randle den letzten Verzweiflungswurf der Lakers - setzte diesen aber nur auf den Ring.

Lakers-Guard Lou Williams war vor Nowitzkis Gamewinner wegen eines Offensivfouls gegen J.J. Barea zu Recht seine Korb zur Lakers-Führung weggepfiffen worden - so war die Bühne bereitet für den langen Deutschen.

Nowitzki führt Mavs zum Sieg

Nowitzki legte insgesamt 13 Punkte und sechs Rebounds auf. Vor allem im Schlussviertel war der Deutsche zur Stelle, markierte acht der insgesamt 15 Zähler seines Teams im 4. Viertel und führte die Mavs so zum Sieg.

Für den Deutschen war es insgesamt der zwölfte Gamewinner seiner Karriere. Mit zwölf Würfen zur Führung innerhalb der letzten drei Sekunden (viertes Viertel und Overtime) in den letzten 20 Saisons liegt Nowitzki gleichauf mit Bryant und Carmelo Anthony. 

Dem Deutschen war zuletzt am 24. Februar 2014 gegen die Knicks der Wurf zum Sieg gelungen.

Topscorer der Partie gegen L.A. waren Bankspieler Barea bei den Mavs und Aufbau Jordan Clarkson von den Lakers mit jeweils 18 Punkten. Nowitzkis Co-Star Chandler Parsons erzielte 17 Zähler.

Der 37-jährige Bryant, der nach der Saison seine Karriere beenden wird, verpasste wegen seiner Schulterprobleme bereits die neunte Partie in dieser Spielzeit. 

Für Dallas war es der zehnte Sieg gegen die Lakers in Folge und der 26. Sieg im 47 Spiel. Damit liegt der NBA-Champion von 2011 in der Western Conference auf dem sechsten Platz, die Lakers bleiben mit 9:38 Schlusslicht im Westen.

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