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Nemanja Bjelica gelangen bei der EM gegen Dirk Nowitzkis Deutsche zwölf Punkte, dabei die zwei entscheidenden
Nemanja Bjelica gelangen bei der EM gegen Dirk Nowitzkis Deutsche zwölf Punkte, dabei die zwei entscheidenden © Imago

München - Euroleague-MVP, Deutschland-Schreck, Wolves-Stammspieler: Bei SPORT1 spricht Nemanja Bjelica über seinen Aufstieg, Nowitzki, Dennis Schröder und Idol Kevin Garnett.

Bei der Basketball-EM im Sommer traf Nemanja Bjelica die deutsche Mannschaft mit seinem entscheidenden Korb in den Schlusssekunden mitten ins Herz - und läutete damit das Vorrunden-Aus sowie das Karriereende Dirk Nowitzkis im DBB-Team ein.

Inzwischen läuft der Serbe in der NBA für die Minnesota Timberwolves auf - und gastiert in der Nacht auf Donnerstag (2.30 Uhr LIVESCORES) bei Nowitzkis Dallas Mavericks.

Bjelica, Power Forward wie der Mavericks-Superstar, hat sich bei den Wolves etabliert: Auf knapp 19 Minuten und 4,6 Punkte kommt der letztjährige MVP der Euroleague durchschnittlich, verschafft der nach Minnesota zurückgekehrten Legende Kevin Garnett (39) die benötigten Pausen.

Im SPORT1-Interview spricht Bjelica über seinen Aufstieg, die Duelle mit Nowitzki und Dennis Schröder sowie sein Idol Garnett.

SPORT1: Herr Bjelica, Sie haben nach Ihrer Auszeichnung zum wertvollsten Spieler der Euroleague den Schritt über den großen Teich gewagt. Warum sind Sie erst mit 27 in die NBA gegangen?

Nemanja Bjelica: Seit ich mit Basketball angefangen habe, war die NBA immer mein Traum. Ich wollte sichergehen, dass ich bereit bin. Ich bin sehr glücklich, Teil der besten Liga der Welt zu sein. Hier gehöre ich hin.

SPORT1: Einige europäische Stars wollen oder können sich nicht auf den Stil in der NBA einstellen. Was ist für Sie der größte Unterschied?

Bejelica: Es sind sehr viele und extrem physische Spiele. Es wird sehr viel Wert auf den Abstand zwischen den Spielern und die richtige Verteilung auf dem Court gelegt. Daran gewöhne ich mich immer noch, aber bisher läuft es eigentlich ganz gut.

SPORT1: Vom Alter her sind Sie einer der erfahreneren Spieler in einem jungen und sehr talentierten Team. Wie viel Potenzial steckt in den Wolves?

Bjelica: Viel! Die Zeit arbeitet für uns. Wir müssen uns weiter verbessern und arbeiten jeden einzelnen Tag extrem hart.

SPORT1: Kurz vor Saisonstart erlag Coach Flip Saunders seinem Krebsleiden. Wie sind Sie im Team damit umgegangen?

Bjelica: Das war ein Schock. Ich kannte ihn ja nicht so gut wie Kevin (Garnett, Anm. der Red.), aber er hat mich hierher geholt. Er war ein toller Mensch und hat Basketball gelebt. Ich glaube, wir haben uns als Team untereinander gut unterstützt und sind enger zusammengewachsen.

SPORT1: Mit Ihnen, Ricky Rubio, Nikola Pekovic oder Damjan Rudez haben die Timberwolves eine europäische Note. Hilft Ihnen das, sich auf und neben dem Court einzugewöhnen?

Bjelica: Ja, die sind alle hier. Das ist fast schon ein kleines All-Star Team (lacht). Das macht es mir auf jeden Fall leichter. Wir haben viel Spaß. Außerdem ist da ja noch KG.

SPORT1: Sie sprechen Kevin Garnett an. Er ist eine NBA-Ikone und kam zurück, um das junge Team zu führen. Wie ist das, ihn täglich um sich herum zu haben?

Bjelica: Er flößt dir Respekt ein! Es ist unglaublich. Ich habe wirklich großes Glück, sein Teamkollege sein zu dürfen. Ich habe ihn schon als Kind spielen sehen. Für mich und viele andere Kids war er ein Idol. Viele haben ja wegen ihm mit Basketball angefangen. Es ist wirklich eine große, große Ehre für mich. KG ist der ultimative Profi und lebt die richtige Einstellung vor.

Dirk Nowitzki führte Dallas im ersten Duell mit Minnesota mit 29 Punkten zum Auswärtssieg
Dirk Nowitzki führte Dallas im ersten Duell mit Minnesota mit 29 Punkten zum Auswärtssieg © DPA Picture-Alliance

SPORT1: Bei der EM in Berlin haben sie für Serbien den entscheidenden Korb gegen Deutschland markiert. Freuen Sie sich auf die NBA-Duelle mit Dirk Nowitzki und Dennis Schröder?

Bjelica: Natürlich. Dirk Nowitzki ist einer der besten europäischen Spieler aller Zeiten. Gegen ihn macht es immer Spaß. Er ist ein großer Champion. Auch der Junge in Atlanta ist richtig gut. Er zeigt, dass er in die NBA gehört.

SPORT1: Sie haben eine weitere Verbindung zum deutschen Basketball. Svetislav Pesic ist hier eine Legende. Er hat Sie einst aus Österreich zurück nach Belgrad geholt. Wie wichtig war er für Ihre Karriere?

Bjelica: Er ist mein zweiter Vater. Nur wegen Pesic bin ich in der NBA. Als jeder sagte, ich würde nie ein guter Basketballer, hat er mir die Chance gegeben. Bei ihm habe ich mich stark verbessert. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

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