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Bostons All-Star Isaiah Thomas präsentiert sein Trikot - erstmals mit Werbung auf der Brust
Bostons All-Star Isaiah Thomas präsentiert sein Trikot - erstmals mit Werbung auf der Brust © Getty Images

München - Die NBA erschließt neue Einnahmequellen und will weitere Werbeflächen schaffen. Teams und Spieler würden profitieren. Doch das Vorhaben hat auch negative Aspekte.

Der NBA steht eine Revolution bevor.

Die Pläne für eine Trikotwerbung in der besten Basketball-Liga der Welt nehmen offenbar immer konkretere Formen an. Die NBA wäre damit die erste Major League (NBA, NFL, MLB, NHL), die Werbeflächen auf den Spieler-Jerseys verkauft.

Wie ESPN berichtet, schickte die Liga vor dem Treffen beim All-Star Weekend in Toronto (täglich LIVE im TV auf SPORT1 US) ein Memo an die Klubbesitzer, dass das Thema Trikotwerbung in Kanada diskutiert werden solle. Ein Liga-Sprecher wollte sich nicht zum Thema äußern.

Jahrelange Diskussion

Bereits seit 2009 diskutiert die NBA über eine Einführung von Werbeflächen auf den Spielertrikots. Außerhalb der Seitenlinie dürfen die Teams bereits seit 2013 Werbeflächen auf dem Parkett verkaufen.

Und auch auf den All-Star-Trikots an diesem Wochenende und im folgenden Jahr wird es erstmals Werbung geben: Das Logo des Autoherstellers Kia wird die linke Brust der Spieler zieren.

Geht es nach NBA-Boss Adam Silver, sollen ab der Saison 2017/18 solche etwa 6,4 mal 6,4 Zentimeter großen Werbeflächen verkauft werden dürfen. Pünktlich zu Beginn des neuen Ausstatter-Vertrags der Liga mit Nike.

Teams und Spieler würden profitieren

Die Liga verspricht sich mit der Vermarktung Mehreinnahmen von mehr als 100 Millionen Dollar (etwa 89 Millionen Euro).

Die Teams sollen davon 50 Prozent behalten dürfen, während die andere Hälfte in einen Einnahmentopf fließen soll. Damit soll sichergestellt werden, dass größere Teams nicht signifikant mehr einnehmen als kleinere.

Allerdings müssten sich die Teams die Einnahmen mit den übertragenden TV-Sendern teilen.

Aber auch die Spieler selbst würden von den Werbe-Deals profitieren, da die Einnahmen in den Salary Cap (Gehaltsobergrenze für Spielergehälter, Anm. d. Red.) einbezogen würden.

Hintertür für die Konkurrenz

Das Vorhaben könnte jedoch erneut die übertragenden TV-Sender auf den Plan rufen. Bereits 2011 meldeten diese Bedenken an der Trikotwerbung an. Die Sender bemängelten, dass sie riesige Summen für die Übertragungsrechte bezahlten. Marken, die ihre Werbung nicht beim Sender direkt platzierten, könnten so über eine Hintertür im Fernsehen werben.

Einen weiteren Streitpunkt stellen zudem die privaten Werbe-Deals einzelner Stars dar. So könnten konkurrierende Marken dann auf den Teamtrikots dieser Spieler werben. In der NFL wirbt Quarterback Aaron Rodgers zum Beispiel privat für eine Versicherung, während sein Team Green Bay Packers von einem Konkurrenten gesponsert wird.

Entscheidend für eine Einführung von Trikotwerbung ist die Zustimmung des Board of Governors (Gremium mit allen Klubbesitzern, Anm. d. Red.), das im April eine Entscheidung fällen soll.

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