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Joey Crawford (r.) geriet häufig mit Tim Duncan aneinander
Joey Crawford (r.) geriet häufig mit Tim Duncan aneinander © Getty Images

Joey Crawford muss seine Karriere wegen Knieproblemen vorzeitig beenden. Der legendäre Schiedsrichter macht sich während seiner NBA-Karriere nicht nur Freunde.

Die NBA muss zukünftig ohne einen der prominentesten Schiedsrichter auskommen.

Joey Crawford, der am Saisonende sein Karriereende geplant hatte, wird wegen Knieproblemen vorzeitig zum Zuschauen gezwungen. Nach 2561 Partien in der regulären Saison ist für Crawford Schluss.

"Ich hatte Glück. In etwa 35 Jahren hatte ich vielleicht mal eine Wadenzerrung. Aber in den letzten zwei Jahren, in meinem 38. und 39. Jahr, bin ich kaputt gegangen", sagte Crawford.

Der Referee hatte seit November wegen Knieproblemen kein Spiel mehr gepfiffen. Nach einem Meniskusriss wurde er Anfang Dezember operiert - mit der Hoffnung, im März aufs NBA-Parkett zurückzukehren. Doch der Heilungsprozess verlief nicht wie gewünscht.

"Nun sind andere an der Reihe. Aber ich werde es natürlich vermissen", meinte der 64-Jährige.

Hinter Hall-of-Famer Dick Bavetta (2635) hat Crawford die meisten Partien in der regulären Saison geleitet. Bei den Finalspielen liegt er hinter Mendy Rudolph ebenfalls auf Rang zwei, bei gesamten Playoffbegegnungen thront Crawford sogar an der Spitze.

Crawford polarisierte durch seine kompromisslose Art zu pfeifen und machte sich in seiner Karriere nicht immer nur Freunde. Im April 2007 wurde er sogar für die Playoffs suspendiert. Crawford hatte Spurs-Star Tim Duncan, mit dem er immer wieder aneinandergeraten war, zwei technische Fouls gegeben - weil er meinte, Duncan hätte ihn von der Bank ausgelacht.

Duncan erklärte zudem, dass Crawford ihn zu einer Schlägerei herausgefordert habe. Zusätzlich zu seiner Sperre intensivierte Crawford seine Zusammenarbeit mit einem Psychologen. "Ich war sehr, sehr arrogant", blickte Crawford zurück: "Das war mein Fehler."

Insgesamt machte sich Crawford aber auch wegen seiner guten Leistungen einen Namen. Viele Weggefährten aus der Liga schätzten es, dass er sich nicht einschüchtern ließ und keine Angst vor wichtigen Pfiffen und großen Namen hatte.

Sein Karriereende wird also lachende und weinende Reaktion mit sich ziehen. Im Gegensatz zu dem ebenfalls aus Philadelphia stammenenden Kobe Bryant war Crawford allerdings eine Abschiedstournee nicht vergönnt.

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