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München - Kobe Bryant verlässt die NBA-Bühne nach 20 Jahren triumphal. Der Superstar erzielt 60 Punkte und legt einen hollywoodreifen Abgang hin. Dabei knackt er weitere Rekorde.

Der Abgang war hollywoodreif.

Im Staples Center in Los Angeles, nur unweit von Hollywood, betritt Kobe Bryant zum letzten Mal ein NBA-Parkett. Und die Abschiedsvorstellung hätte wohl jeden Regisseur und Drehbuchautor stolz gemacht.

Denn Kobe Bryant beendete seine Heldenreise mit einer unfassbaren Gala.

Der Superstar der Los Angeles Lakers erzielte in seinem letzten Karrierespiel wahnsinnige 60 Punkte und führte sein Team damit zum 101:96-Sieg über die Utah Jazz.

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Bryant dreht auf

"Das perfekte Ende wäre ein Meistertitel gewesen", sagte Bryant mit einem Lächeln: "Aber heute habe ich versucht rauszugehen, hart zu spielen und die bestmögliche Show abzuliefern. Es hat sich gut angefühlt, es noch einmal zu machen."

Bryant verwandelte dabei 22 seiner 50 Wurfversuche und zehn von zwölf Freiwürfen. Die 60 Punkte waren eine Saisonbestleistung in der Liga und Bryants fünftbester Wert der Karriere.

Klar, Bryant hatte in seinem letzten Spiel einen Freifahrtschein, den er auch ausnutzte. Seine 50 Wurfversuche waren sogar eine Karrierehöchstleistung für den 37-Jährigen, der in seiner Laufbahn gerne mal den Finger am Abzug hatte.

Doch vor allem im letzten Viertel drehte Bryant unter dem Jubel von 18.997 Zuschauern auf, als er 23 Zähler erzielte und damit die Partie zu Gunsten der Lakers, die zwischenzeitlich mit 15 Punkten in Rückstand lagen, drehte.

Für Bryant war es das erste Spiel mit über 50 Punkten seit Februar 2009. Noch nie hatte ein Mann in seinem Alter so viele Punkte erzielt.

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Emotionaler Abschied

Im letzten Viertel erzielte Bryant am Ende 17 Punkte in Folge für Los Angeles und holte im Alleingang den 84:94-Rückstand auf. Mit einem Dreier brachte Bryant die Lakers eine Minute vor Schluss auf einen Zähler ran, bevor er mit einem weiteren Sprungwurf die 97:96-Führung besorgte. Mit zwei Freiwürfen baute Bryant den Vorsprung aus und knackte die 60 Zähler.

Anschließend gab er noch einen Assist, bevor er unter stehenden Ovationen vier Sekunden vor dem Ende ausgewechselt wurde. Nachdem er von Weggefährten, Teamkollegen und Zuschauern gefeiert wurde und den Konfetti-Regen genossen hatte, richtete er sich ein letztes Mal an die Zuschauer.

"Das wichtigste ist, dass wir durchgehend zusammen gebleiben sind", sagte Bryant: "Ihr werdet immer in meinem Herzen bleiben. Ich danke euch von tiefstem Herzen. Ich liebe euch, Leute."

Bryants Wurffreudigkeit wurde über die Jahre durchaus häufig kritisiert. Das nutzte Bryant für einen letzten Lacher.

"Über 20 Jahre hat jeder geschrien, dass ich den Ball passen soll", meinte Bryant grinsend: "Und heute Nacht? 'Pass nicht, pass nicht.'"

Drittbester Scorer der Geschichte

Nach 20 Jahren, 1344 Hauptrunden- und 220 Playoffspielen, ingesamt 57.295 Minuten und 39.283 Punkten ist nun Schluss. Die "Black Mamba" hatte Ende November bekannt gegeben, dass es nach dieser Saison nicht mehr weitergeht - der Körper des 18-maligen Allstars spielt nicht mehr mit.

Die Ausnahmeerscheinung, zweimal Olympiasieger mit dem Team USA (2008, 2012), hinterlässt riesige Spuren. In der Liste der besten Werfer der NBA-Geschichte ist er Dritter hinter Kareem Abdul-Jabbar (38.387) und Karl Malone (36.928) - uns das wird auch noch lange so bleiben. Zweimal wurde Bryant als wertvollster Spieler der Finals (2009, 2010) und einmal als wertvollster Spieler der Hauptrunde (2008) ausgezeichnet.

Zum Abschluss biss die Black Mamba aber noch einmal zu. "Was soll ich noch sagen?", schloss Bryant: "Mamba out".

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