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Kobe Bryant absolviert gegen Utah sein letztes NBA-Spiel
Kobe Bryant absolviert gegen Utah sein letztes NBA-Spiel © Getty Images

München - Lakers-Ikone Kobe Bryant bestreitet gegen die Utah Jazz sein letztes NBA-Spiel. Das Interesse ist gewaltig, die Preise explodieren, die Hauptfigur darf sich austoben.

Los Angeles Lakers gegen die Utah Jazz. Was in den vergangenen Jahren ein kaum beachtetes Pflichtspiel gewesen wäre, ist zum Kehraus dieser Regular Season das Mega-Event (ab 4.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US).

Nicht etwa, weil die Gäste aus Salt Lake City ums letzte Playoff-Ticket kämpfen. Nein, die Partie ist die letzte von Kobe Bryant nach 20 Jahren NBA. Nicht nur in den USA fiebern sie seit Wochen dem #MambaDay entgegen.

Nach 1566 Spielen, mehr als 39.000 Punkten und fünf Meistertiteln nimmt der wohl beste Spieler nach Michael Jordan seinen Hut.

SPORT1 erklärt, wie bombastisch Bryants letztes Gefecht wird.

Sechs Kamerateams für Kobe

Zwischen 400 und 500 Medienvertretern werden vor Ort sein. Das Interesse ist von "noch nie dagewesenener" Größe. Zwei Kamerateams begleiteten Bryant in seiner Abschiedssaison - am Donnerstag werden es sechs sein.

Zum letzten Spiel gibt es besondere Merchandise-Artikel zu kaufen, darunter eine Kappe aus Schlangenhaut mit Karat-Dekoration für schlappe 38248,08 Dollar. Der Preis spielt auf Bryants Trikotnummern (8 und 24) an.

Dutzende alter Weggefährten wie Shaquille O'Neal werden dabei sein, Bassist Flea von den Red Hot Chili Peppers spielt die Nationalhymne.

Die dem Staples Center naheliegende "Pico Station" der Metro wird am Mittwoch nach Bryant als "Kobe Station" benannt.

Aufgrund des irren Medienauflauf und des Eventcharakters sprach Lakers-Pressechef John Black von einem "zircus", also einer Mischung der englischen Begriffe "zoo" und "circus".

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Ticketpreise explodieren

Bryants Abschied zieht mehr Menschen in den Bann als das mögliche Rekordspiel der Golden State Warriors gegen die Memphis Grizzlies. Die Ticketpreise explodierten in neue Sphären.

Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Tickets (925 Dollar laut SeatGeek) soll etwa 500 Prozent höher gewesen sein als bei einem normalen Lakers-Heimspiel. Die billigste Eintrittskarte soll bei etwa 650 Dollar gelegen haben, für Plätze am Spielfeldrand wurden unfassbare 28.000 Dollar fällig. Bei einem Online-Ticketportal waren am Dienstag noch zwei Sitzplätze für 36050 Dollar zu ergattern.

Zum Vergleich: Für die Partie zwischen Titelkandidat Los Angeles Clippers  und den Memphis Grizzlies, die ebenfalls im Staples Center stattfand, musste man für ähnliche Plätze nicht einmal 1000 Dollar blechen.

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Bryant darf lange ran

Lakers-Coach Byron Scott hat angekündigt, dass sich die Hauptfigur austoben darf und länger als je zuvor in dieser Saison (37 Minuten) ran darf. "Ich kenne die Fans, sie würden ihn am liebsten 48 Minuten sehen", sagte Scott. "Aber das wird nicht passieren."

Dass Bryant seinen Saisonrekord von neun Assists überbietet ist dabei weniger wahrscheinlich, als dass er mehr als 38 Punkte - im Februar gegen Minnesota - erzielt oder mehr als 28 Würfe - zweimal in dieser Spielzeit - nimmt.

Utah als Spielverderber

Die Jazz werden die Feierlichkeiten um den Altmeister ausblenden - oder es zumindest versuchen. Denn Utah braucht unbedingt einen Sieg, um die Chance auf die Playoffs zu wahren. Wenn zudem die Houston Rockets gegen die Sacramento Kings verlieren, hätten die Jazz einen Platz in der Endrunde sicher.

Das Team von Quin Snyder sorgte in diesem Jahr schon für einen negativen Höhepunkt bei den Lakers. Am 28. März verlor L.A. mit 48 Punkten gegen Utah - es war die höchste Niederlage der Lakers-Geschichte.

Die Jazz könnten also zum Partycrasher werden.

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