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Mark Cuban und Dirk Nowitzki
Mark Cuban und Dirk Nowitzki (r.) wollen die Mavericks noch mal zum Titelanwärter machen. © Getty Images / Imago / dpa Picture Alliance

München und Dallas - Dirk Nowitzki setzt mit dem Ausstieg aus seinem Vertrag in Dallas ein millionenschweres Signal. Er setzt seine Teamkollegen unter Druck - und auch die Chefetage.

Dirk Nowitzki geht wieder voran. Wenn er jetzt aus seinem Vertrag bei den Dallas Mavericks aussteigt, dann zeigt das: Ihm ist Erfolg wichtiger als Geld. Ein millionenschweres Signal.

Schließlich will Nowitzki in Dallas bleiben und seinen Vertrag verlängern, das hat er bereits klargestellt. Doch er will auch ein konkurrenzfähiges Team um sich herum haben. Und dafür ist er einmal mehr bereit, auf Gehalt zu verzichten.

Dabei hätte dieses 2016/17 mit knapp 8,7 Millionen Dollar ohnehin wie schon in der abgelaufenen Saison weit unter dem der Großverdiener Wesley Matthews (17,1) und Chandler Parsons (16,0) gelegen.

(Die NBA-Playoffs, Golden State Warriors - Portland Trail Blazers, ab 4.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US).

Nach dem Titel nur noch Mittelmaß

In den nächsten Tagen wird sich Nowitzki mit Teambesitzer Mark Cuban und Manager Donnie Nelson zusammensetzen und besprechen, "wie wir diese Franchise verbessern können".

Geld ist dafür ein wesentlicher Bestandteil - zumal das Gehalt fürs gesamte Team gedeckelt ist (Salary Cap).

"Wir brauchen einige Wechsel", sagt Nowitzki. Die Ergebnisse nach der Meisterschaft 2011 waren für ihn und die Mavs nicht zufriedenstellend: Einmal die Playoffs verpasst, viermal in der ersten Runde raus. 

Große Namen auf dem Zettel

Jetzt sollen große Namen her! Zum Beispiel: Dwight Howard. Nowitzki riskiert damit aber gleich doppelt.

Denn die Situation auf dem Free-Agent-Markt ist für Dallas kaum besser als in den vergangenen Jahren, wo man stets den großen Wurf verpasste. Wenn sich die Texaner richtig verstärken wollen, dann müssen auch noch ein, zwei andere Spieler auf Geld verzichten.

Zum Beispiel Patient Parsons, der seit Wochen an einer Knieverletzung laboriert und aktuell ebenfalls eine Ausstiegsklausel hat. Das Einsparpotential ist beim 27-Jährigen ungleich höher. 

Verzicht mit Signalwirkung

Auch Spielmacher Deron Williams kann vor seinem letzten Vertragsjahr kündigen. Nowitzki setzt die beiden mit seiner Entscheidung unter Druck. "Das ist nur ein Schritt, der hoffentlich eine Kettenreaktion auslöst", kommentiert er den avisierten Geldverzicht.

Dass Parsons und der dreimalige All-Star Williams allerdings genauso bescheiden handeln wie der Deutsche, ist unwahrscheinlich.

Einzigartiges Verhältnis

Würden sie doch Nowitzkis Beispiel folgen, wären theoretisch sogar zwei neue Maximalverträge, zumindest aber die Verpflichtung zweier Top-Spieler möglich. Und damit stünde auch Klubbesitzer Mark Cuban unter Druck, endlich Transfer-Coups zu landen.

Er wird nichts unversucht lassen. Auch aus Verbundenheit zu Nowitzki, der seit 1999 den zuvor bedeutungslosen Mavs ein Gesicht gibt und betont: "Ich will meine Karriere hier beenden. Mark und Donnie wollen immer das Beste für den Klub."

Karriereende ausgeschlossen

Nowitzki selbst sowieso. Mit bald 38 Jahren war der Würzburger in dieser Saison - und eigentlich außerplanmäßig - der wichtigste Leistungsträger (18,3 Punkte und 6,5 Rebounds in 31,5 Minuten). Probleme mit Fitness oder Verletzungen hatten Andere.

Ans Aufhören denkt er deshalb noch nicht. Nowitzki möchte einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschreiben.

"20 Jahre in diesem Klub wären ein Traum", sagt er. Doch dafür darf sein Signal nicht verpuffen.

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