vergrößernverkleinern
Draymond Green feiert
Draymond Green wurde 2016 erstmals für das All-Star Game der NBA nominiert © Getty Images

München - Beim Draft 2012 dauert es ewig, bis ein Team Draymond Green auswählt. Der heutige All-Star der Warriors erinnert sich genau - auch an längst degradierte No-Names.

Der 28. Juni 2012 entwickelt sich erst zur Geduldsprobe, dann zum Ärgernis und schließlich zur unvergesslichen Demütigung für Draymond Green.

Nach einer College-Karriere bei den renommierten Michigan State Spartans, in der er sich statistisch in die Sphären von Magic Johnson und Oscar Robertson vorkämpfte und zweimal ins Final Four des NCAA-Turniers einzog, steht der Draft an. Das landesweit im TV übertragene Event, bei dem die NBA-Teams sich nacheinander die Rechte an den Youngsters sichern.

Name über Name wird aufgerufen, bevor sich die Golden State Warriors endlich an 35. Stelle für Green entscheiden. Namen, welche auch hartgesottenen NBA-Fans längst entfallen sind - Fab Melo, Royce White, Tomas Satoransky, Perry Jones, der Dritte.

Eine lückenlose Aufzählung

Nur Green - inzwischen All-Star und unter die zehn besten Spieler dieser Saison gewählt - erinnert sich auch vier Jahre danach an jeden.

Mitten in den Western Conference Finals, aus denen die Warriors nach 1:3-Rückstand schließlich doch noch als Sieger hervorgingen, trat er bei ESPN den Beweis an, wie tief der Groll sitzt. Einen 34-fachen Beweis.

Aus dem Gedächtnis zählte der 26-Jährige all jene auf, die ihm vor knapp vier Jahren vorgezogen wurden. Lückenlos und fast in perfekter Abfolge.

Cavaliers verschmähen Green viermal

Ja, er vertauschte die Reihenfolge des 21. und 22. Picks, Jared Sullinger und Fab Melo, der mittlerweile in seiner Heimat Brasilien aktiv ist.

Dafür weiß er noch, dass Jared Cunnigham, den die Cleveland Cavaliers an 24. Stelle auswählten, direkt zu Dirk Nowitzkis Mavericks weggetauscht wurde. Genauso verfuhren die Cavs mit Bernard James und Jae Crowder, den unmittelbar vor ihm Aufgerufenen.

Inklusive des Nummer-4-Picks, des vor der Saison per Trade nach Oklahoma City verschifften Dion Waiters, ließ Cleveland Green also viermal links liegen. Vier gute Gründe, sich in der Neuauflage der Finals (ab Fr., 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US) erneut am Vizemeister zu rächen.

Auch Warriors zögerten

Die Rache an Waiters hat Green, der mit Stephen Curry und Klay Thompson Golden States Dreigestirn bildet, bereits hinter sich. Und Perry, dem Dritten, konnte er es nicht mehr heimzahlen, da dieser von OKC längst in die D-League degradiert wurde.

Doch Green darf auch Genugtuung gegenüber seinem eigenen Klub verspüren, der sich mit dem achten Pick für Harrison Barnes und mit dem 30. für Festus Ezeli entschied. Die beiden sind aber zumindest fest in der Rotation des Rekord-Teams, Barnes steht normalerweise in der Starting Five.

An die Werte von Green - durchschnittlich 15,1 Punkte, 9,8 Rebounds und 5,9 Assists in den Playoffs - kommen sie jedoch bei Weitem nicht heran. An sein Gedächtnis wohl auch nicht.

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel