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Oklahoma City und München - Golden State kassiert bei den OKC Thunder die nächste Klatsche und muss nun drei Spiele in Folge gewinnen. Russell Westbrook stellt MVP Curry erneut in den Schatten.

Von wegen Dynastie: NBA-Champion Golden State Warriors steht nach einer weiteren empfindlichen Niederlage vor dem überraschenden Playoff-Aus.

Das Team um Superstar Stephen Curry verlor das vierte Conference-Finale bei den Oklahoma City Thunder deutlich mit 94:118 (53:72) und liegt in der Best-of-Seven-Serie nun mit 1:3 zurück.

Schon in der Nacht auf Freitag (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US ) kann Oklahoma City die ersten Finals seit 2012 - Niederlage gegen LeBron James' Miami Heat - perfekt machen. "Wir müssen jetzt zurückschlagen. Die gute Nachricht ist, dass wir wieder nach Hause zurückkehren. Mit einem Sieg setzen wir sie dann unter Druck", sagte Warriors-Coach Steve Kerr.

Der Playoffbaum der NBA 2016 © SPORT1

Westbrook überragend

Mann des Abends war einmal mehr All-Star Russell Westbrook, der auf 36 Punkte, elf Rebounds und elf Assists kam. Für den 27-Jährigen war es das erste Triple-Double der Playoffs, in der regulären Saison hatte er mit 18 die NBA angeführt. Kevin Durant steuerte 26 Zähler und elf Rebounds bei.

"Ich gehe jedes Spiel so an, als wäre es mein letztes - egal gegen wen. Das ist mein Job. Wir stehen jetzt gut da. Trotzdem war das nur ein weiteres Spiel. Wir müssen uns jetzt voll auf das nächste konzentrieren", erklärte Westbrook.

Alle Thunder-Starter punkteten zweistellig. Die unbesungenen Helden an der Seite des dynamischen Duos waren diesmal vor allem Serge Ibaka (17 Punkte, 7 Rebounds, 2 Blocks) und Andre Roberson. Mit seiner Länge ist er am Flügel ein wichtiger Defensivfaktor und untermauerte seine Qualitäten mit zwölf Rebounds und fünf Steals. Zudem gelangen ihm 17 Zähler.

"Ich bin stolz darauf, wie die Jungs sich durchgebissen haben. Wir haben immer weiter gekämpft und über 48 Minuten so hart wir können verteidigt", bilanzierte Coach Billy Donovan. Nach den San Antonio Spurs schafft er es auch die Warriors aus ihrem Spiel zu nehmen. Sein Team hält den Champ bisher bei einer Dreierquote von 35 Prozent.

Green schwach - Was ist mit Curry?

MVP Curry musste sich mit 19 Punkten begnügen. Im Duell mit Westbrook stand er erneut klar im Schatten und verfehlte 14 seiner 20 Würfe. "Wir sind jetzt in einer schwierigen Situation, aber die Serie ist noch nicht vorbei", sagte Curry. (Die NBA-Playoffs in der Übersicht)

Der 28-Jährige plagt sich offensichtlich immer noch mit Knie- und Knöchelproblemen herum und erreichte in der Serie bisher nicht sein Niveau aus der regulären Saison. "Er ist nicht verletzt. Er hatte die Knieverletzung, aber er ist nicht verletzt. Er hatte einfach einen miesen Tag. Das passiert sogar den besten Spielern der Welt", nahm ihn Kerr in Schutz.

Erfolgreichster Werfer seines Teams war stattdessen Klay Thompson mit 26 Zählern. Ohne Curry in Bestform hätte es aber mehr Unterstützung für Thompson gebraucht. Von den Leistungsträgern der "Dubs" kam jedoch durchweg zu wenig.

Einen rabenschwarzen Tag erwischte Draymond Green. Nach seinem letztlich nur mit einer Geldstrafe belegten Ausraster aus Spiel 3 traf er gerade einmal einen von sieben Versuchen aus dem Feld. Mit ihm auf dem Parkett büßten die Warriors 30 Punkte ein.

Warriors erneut entzaubert

Zum zweiten Mal in Folge hatte der Top-Favorit nicht die Spur einer Chance gegen OKC. Das Verpassen der NBA Finals würde auch den Rekord von 73 Siegen aus der regulären Saison überschatten. Die entthronten Chicago Bulls um Michael Jordan hatten 1996 die Meisterschaft gewonnen - und anschließend zwei weitere.

(Alles zum US-Sport auch am Mi., 23.30 Uhr im Free-TV auf SPORT1 in Inside US Sports)

Zum ersten Mal seit 44 Jahren verlor Golden State aufeinanderfolgende Playoff-Partien mit mindestens 20 Punkten. In dieser Saison hatte der Titelverteidiger noch nie zwei Spiele in Folge verloren.

"An unserer Einstellung ändert sich nichts. Es ist noch lange nicht vorbei", sagte Thompson. Mit der Thunder-Kombination aus dynamischer Offense, starkem Rebounding (56:40) und aggressiver Verteidigung - nicht zuletzt an der Dreierlinie - werden die Warriors in dieser Serie zunehmend entzaubert. Eine Dynastie mit zwei oder drei Titeln in Folge rückt urplötzlich in weite Ferne.

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