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Oakland und München - Golden State verliert im ersten Conference Final gegen die Thunder völlig den Faden. Russell Westbrook dreht mächtig auf, Kevin Durant macht den Sack am Ende zu.

Mit seinem einzigen Treffer in der Schlussphase hat Kevin Durant den Golden State Warriors einen heftigen Schock versetzt.

Trotz einer deutlichen Halbzeitführung musste sich der Meister den Oklahoma City Thunder in Spiel 1 der Conference Finals der NBA überraschend mit 102:108 (60:47) geschlagen geben (Die NBA-Playoffs LIVE im TV auf SPORT1 US ).

"Wir sind defensiv einfach drangeblieben. Am Ende bekamen wir unsere Würfe und haben sie konzentriert reingemacht. Wir sind eine widerstandsfähige Truppe und kämpfen bis zum Schluss", sagte Durant.

Der Playoffbaum der NBA 2016 © SPORT1

Durant vertreibt Warriors-Dämonen

Auch für den ehemaligen MVP persönlich war der entscheidende Treffer eine Erlösung. Trotz fast 37 Punkten im Schnitt gegen die Warriors während der regulären Saison hatte er in den finalen drei Minuten und Overtime nur einen von sieben Versuchen aus dem Feld verwandelt. Im ersten West-Finale schien es so weiterzugehen.

Durant brachte es am Ende auf 26 Punkte und zehn Rebounds, aber seine wichtigste Aktion gelang ihm 30 Sekunden vor dem Ende. Nach zuvor acht Fehlversuchen in Folge netzte er unwiderstehlich zum 105:100 ein.

Westbrook nicht zu stoppen

Den Rest erledigte sein nach der Pause überragender Partner Russell Westbrook - 24 von 27 Zählern in der zweiten Hälfte - von der Freiwurflinie. (Die NBA-Playoffs in der Übersicht)

"Wir müssen dagegenhalten. Das sind harte Spiele in dieser Halle. Sie haben einige großartige Spieler, aber ich weiß, wir sind ein großartiges Team. Wir haben nicht einmal unser bestes Spiel gemacht und trotzdem gewonnen", sagte Westbrook.

Golden States Superstar Steph Curry wird von Matchwinner Kevin Durant abgeräumt
Golden States Superstar Steph Curry wird von Matchwinner Kevin Durant abgeräumt © DPA Picture-Alliance

Der Point Guard sammelte zudem zwölf Assists, sechs Rebounds sowie bärenstarke sieben Steals. Mit seiner aggressiven Verteidigung hielt er MVP Steph Curry bei einer unterdurchschnittlichen Wurfquote (9 von 22) und trieb ihn in sieben Ballverluste.

Curry und Co. werden sich untreu

Die Rekord-Warriors verloren in der Offensive nach der Pause - und einem Buzzer-Beater von Curry - ihren Faden und setzten zu oft auf Einzelaktionen. Aus ihren uncharakteristischen 14 Ballverlusten machten die Thunder 20 Punkte. Mit einem furiosen 14:2-Lauf zum 66:68 und 38 Zählern im dritten Abschnitt biss sich OKC zurück ins Spiel.

(Alles zum US-Sport auch am Mi., 23.30 Uhr im Free-TV auf SPORT1 in Inside US Sports)

In der Endphase verballerten die Gastgeber dann einfach zu viele gute Möglichkeiten. Curry brachte es auf 26 Punkte, zehn Rebounds und sieben Assists. "Splash Brother" Klay Thompson markierte zwar 25 Zähler, 19 davon jedoch in der ersten Hälfte. Die 42 Punkte in der zweiten Hälfte und 14 im Schlussviertel waren ihre schwächste Playoff-Ausbeute.

Wie schon zuvor San Antonio ließen sich die Warriors von OKC speziell im letzten Viertel aus ihrem Rhythmus bringen. Curry nutzte immer wieder Matchup-Voteile gegen größere, langsamere Verteidiger nicht aus, der Ball lief nicht wie gewohnt, die offenen Würfe fielen nicht.

"Wir sind zu hektisch geworden und wollten immer wieder die Big Plays erzwingen. Defensiv war es okay, aber wir haben etwas unseren Stil verloren. Daraus werden wir lernen", analysierte Curry.

Big Men der Thunder stark

Letztlich fehlte dem besten Team der regulären Saison (NBA-Rekord mit 73 Siegen) auch ein wenig das sonst fast schon gepachtete Glück. Beim Stand von 102:105 übersahen die Schiedsrichter einen Schrittfehler von Westbrook. Warriors-Coach Steve Kerr protestierte energisch, aber erfolglos.

Mit ihrem auch auf Rebound-Vorteil (52:44) ausgelegten Old-School-Spiel ließen sie sich die Thunder nie auf den Small-Ball der Warriors ein und schnappten sich so den Heimvorteil in der Best-of-Seven-Serie. Vor allem Steven Adams (16 Punkte, zwölf Rebounds) und Serge Ibaka (elf Punkte, elf Rebounds) zeigten am Brett Stärke.

Spiel 2 steigt in der Nacht auf Donnerstag erneut in Oakland (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US ).

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