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Cleveland Cavaliers v Toronto Raptors - Game Six
Coach Tyronn Lue (r.) und LeBron James erleben im ersten NBA-Finale eine herbe Enttäuschung © Getty Images

Oakland - Die Cleveland Cavaliers um Superstar LeBron James erleben im ersten Spiel der NBA-Finalserie eine Bauchlandung. Head Coach Tyronn Lue ist jetzt gefordert.

Die Erklärung für die Niederlage hatte Tyronn Lue schnell parat. 

"Wir können ihnen nicht einfach so die Punkte schenken. Das geht nicht", sagte Head Coach. Soeben hatten seine Cleveland Cavaliers das erste Spiel der NBA-Finalserie gegen die Golden State Warriors mit 89:104 verloren.

Es war die sechste Niederlage in Folge im direkten Duell mit dem aktuellen Meister. Drei davon stammen aus dem letztjährigen Finale. Doch diese Pleite war vielleicht die bittterste für LeBron James und Co.

(Alles zur NBA am Mittwoch ab 23.30 Uhr im TV auf SPORT1 bei Inside US Sports)

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Das Laufspiel floppt

Obwohl die Warriors erst am Dienstag, und damit drei Tage später als die Cavs, das Finalticket lösten, wirkten die Männer aus Oakland deutlich frischer und aktiver. Das lag vor allem daran, dass der Vize-Meister die falsche Taktik wählte.

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Anstatt die Warriors mit Power zu bearbeiten, wie das den Oklahoma City Thunder im Halbfinale trotz des Ausscheidens gut gelungen war, wollten die Cavs Golden State mit den eigenen Waffen schlagen. Lue setzte auf eine eher kleine Aufstellung und Tempo.

Das ist jedoch genau der Stil, der Steve Kerrs Mannschaft am besten schmeckt - insbesondere gegen die Cavaliers, deren Kader für diese Spielweise nur bedingt ausgelegt ist.

Symbolisch dafür stand  Kevin Love. Offensiv überzeugte der 27-Jährige (17 Punkte, 13 Rebounds) in seinem ersten Finals-Spiel, aber in der Defensive kam er zu häufig zu spät. Die Warriors in ein Half-Court-Game zu zwingen und ihnen so weniger Wurfchancen zu geben, würde auch Clevelands Verteidigung helfen.

Dreier-Quote bricht ein - wegen Frye?

Einer, der hätte helfen können, saß über weite Strecken auf der Bank. Channing Frye durfte nur 7:10 Minuten spielen, davon die 2:24 Minuten am Ende, als die Cavs die Partie abschenkten. Dabei wäre sein Spielertyp gefragt gewesen im Duell mit den Warriors. Insbesondere seine Dreier-Stärke wurde vermisst.

Mit ihm war Cleveland in den Playoffs bisher brandgefährlich, traf im Schnitt fast jeden zweiten Dreier. Ohne Frye war es nur jeder Dritte. Er selbst versuchte es einmal - ohne Erfolg.

Das führt zum nächsten Schwachpunkt der Cavs: Die Bank. Während die Warriors immer wieder in Person von Shaun Livingston nachlegen konnten und ihr Motto "Strength in Numbers" mit insgesamt 45 Zählern auslebten, fehlte das bei den Gästen komplett. Kümmerliche zehn Punkte standen am Ende zu Buche.

So groß waren die Bank-Unterschiede seit über 50 Jahren nicht mehr in einem NBA-Finale.

Lue ist gefordert

Taktik, Personal, Bank: Es ist zwar nur das erste Spiel der Best-Of-Seven-Serie gewesen, aber dennoch für die Cavaliers ein herber Rückschlag.

Die Cavs hatten nur im dritten Viertel eine Phase, als sie den Warriors gefährlich wurden. Das üble Foul von Matthew Dellavedova an Andre Iguodala stoppte den Run jedoch.

Und es hätte ja noch schlimmer kommen können: Die "Splash Brothers" Steph Curry und Klay Thompson fanden nie zu ihrem Spiel und kamen zusammen nur auf 20 Punkte. Aber weil die Bank funktionierte, fiel das nicht ins Gewicht.

Lue ist jetzt gefordert. In seinem ersten großen Spiel als Head Coach hat der 39-Jährige gepatzt. In der Nacht auf Montag (ab 2 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US) muss der frühere Spielmacher zeigen, dass er mehr kann als Superstar LeBron James in die Schranken weisen.

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