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MVP Steph Curry traf in den Finals nur 40,3 Prozent seiner Feldwürfe, leistete sich 4,3 Ballverluste pro Spiel
MVP Steph Curry traf in den Finals nur 40,3 Prozent seiner Feldwürfe, leistete sich 4,3 Ballverluste pro Spiel © Getty Images

München - Der historische Kollaps in den Finals stoppt den Hype um Steph Curry und entwertet die Rekordsaison der Warriors. Der Superstar leidet, die Folgen könnten langwierig sein.

"Es tut einfach weh. Ich bin einfach stolz auf jeden einzelnen Spieler, der heute für uns aufgelaufen ist", beschrieb Stephen Curry seine Gefühlswelt nach der entscheidenden Niederlage in den NBA-Finals.

Curry war die Hauptfigur des Scheiterns gegen die Cleveland Cavaliers. Dessen Durchschnittswerte von 22,6 Punkten, 4,9 Rebounds und 3,7 Assists fielen im Vergleich zu denen von Clevelands Superstar LeBron James (29,8 / 11,3 / 8,9) deutlich ab.

Der MVP konnte in den Finals nicht annähernd an die reguläre Saison anknüpfen, als er sich von Rekord zu Rekord zauberte und einen surrealen Hype auslöste.

Curry hat am Scheitern zu knabbern

Am Ende bleibt der Eindruck eines Spielmachers, der in den wichtigsten Partien nicht nur sein Wurfglück, sondern auch seinen Kopf verlor. Schlechte Entscheidungen traf, sich unnötige Fouls einhandelte, bei den Schiedsrichtern lamentierte und seinen Mundschutz ins Publikum schleuderte - von seiner auf Twitter tobenden Gattin ganz zu schweigen.

"Ich habe nicht genügend getan, um meinem Team siegen zu helfen. Das wird mich eine Weile verfolgen", ärgerte sich der 28-Jährige.

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Currys Chancenlosigkeit gegen die Naturgewalt James, der ihn wiederholt abblockte und auch in Tete-a-Tetes einschüchterte, mag in den Verletzungen zu Anfang der Playoffs begründet sein. Eine Knöchel- und eine Knieverletzung in den ersten Playoff-Runden warfen den 28-Jährigen sichtbar zurück.

Verletzungen nicht als Ausrede

Der Aufbauspieler möchte das jedoch nicht als Ausrede geltend machen: "Es ist natürlich nicht hilfreich, so lange zu fehlen. Aber ich habe immer gesagt, dass es wenn ich spiele - verletzt oder nicht - egal ist."

Auf der Pressekonferenz gab Curry zu Protokoll, dass "es mir gut geht. Ich habe drei Monate, um mich auf die nächste Saison vorzubereiten".

Die Olympischen Spiele hatte der Weltmeister von 2014 wegen seiner Verletzungen bereits abgesagt. Berichten zufolge könnte im Sommer jedoch eine Operation am Knie und an der Schulter fällig werden.

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Tragischer Trugschluss in den Finals

Die Folgen des Einknickens der Warriors dürften nun weitreichend sein.

Der historische Kollaps der Warriors, die als erster Finalist einen 3:1-Vorsprung in der Best-of-Seven-Serie verspielten, entwertet zum eine ihre Rekordsaison, in der sie mehr Siege einfuhren als Michael Jordans Chicago Bulls auf ihrem Zenit.

Und wenn sie 2016/17 die Mission Revanche starten, werden sie wohl nicht wieder mit voller Kraft und unter Aufbietung aller Künste um jeden einzelnen Sieg in der Regular Season kämpfen.

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Der Trugschluss, der sie dieses Meisterwerk einstürzen ließ: Golden State glaubte offenbar, dass Zirkuswürfe und Kabinettstückchen auch in den K.o.-Spielen verlässlich Erfolg bringen. Symptomatisch war Currys Pass hinter dem Rücken in der Schlussphase des Finalspiels 7, der nicht zu seinem kongenialen "Splash Brother" Klay Thompson, sondern ins Aus flog.

Ganz anders die Cavaliers, die mit dem Rücken zur Wand Titel-Tugenden vorlebten: Körperbetontes, schnörkelloses und planvolles Spiel in Verteidigung und Angriff. Allen voran der unermüdliche "King" James, dessen Großtaten die Cavs erstmals zum Champion machten. 

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