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Nach neun Jahren bei den Oklahoma City Thunder zieht es Kevin Durant (r.) zu den Golden State Warriors um Superstar Steph Curry

München - Kevin Durant sorgt mit seinem Wechsel zu den Warriors für einen Hammer. Sein Entschluss ist sportlich zu verstehen, doch es gibt auch Einwände. Ein Pro und Contra.

Die Nachricht brachte die Basketball-Welt zum Beben:

Kevin Durant entscheidet sich dazu, die Oklahoma City Thunder zu verlassen und zu den Golden State Warriors zu wechseln.

"Es tut weh, zu wissen, wie enttäuscht so viele Menschen von dieser Entscheidung sein werden. Aber ich tue das, was ich an diesem Punkt in meinem Leben und meiner Karriere für das Richtige halte", teilte der Superstar mit.

Doch ist es wirklich das Richtige? SPORT1 bewertet Durants Entscheidung.

PRO:

Durant hat lange genug mit OKC einem Titel vergeblich hinterhergejagt. Nach neun Jahren als Gesicht der Thunder sehnt sich Durant gewissermaßen verständlicherweise nach einer neuen Herausforderung - und damit nach der besten Chance auf einen Ring.

Der 27-Jährige will sich als Mensch und Spieler weiterentwickeln, so seine Begründung. Dazu gehören Titel, denn der Superstar weiß, worauf es in der Rückbetrachtung einer Karriere ankommt: die Anzahl der Meisterschaften.

Derzeit steht bei Durant dort eine 0. Er will als Gewinner gelten und sich nicht über verpasste Möglichkeiten ärgern. Dafür verzichtete Durant auch auf Geld.

Und: Die Golden State Warriors stellten bereits im Vorjahr einen neuen Siegesrekord auf – jetzt kommt noch Durant dazu. Sie könnten über Jahre eine Dynastie bilden.

Ein Team mit Stephen Curry, Klay Thompson und Durant strahlt aus der Distanz eine absurde Gefahr aus. Curry und Durant vereinen insgesamt drei MVP-Trophäen, Thompson und Draymond Green sind All-Stars – wer wäre also nicht gerne Teil dieses Teams?

CONTRA:

Durant kann Titel gewinnen, persönlich aber fast nur verlieren. Eine Meisterschaft mit den Oklahoma City Thunder wäre "seine" gewesen.

Das Team, dem man seit NBA-Beginn treu geblieben ist, zum Titel zu führen: Dirk Nowitzki hat es bei den Dallas Mavericks 2011 vorgemacht, Durant wählt einen anderen Weg.

Bei den Golden State Warriors wäre er nur Teil eines Meisterteams, das schon Champion wurde und die beste reguläre Saison aller Zeiten hinter sich hat.

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Während Durant davon spricht, seine "Komfortzone" zu verlassen, wirkt die Entscheidung eher wie der einfachste, der billigste Weg. Kein Wunder, dass viele NBA-Kollegen seinen Wechsel ins gemachte Nest nicht nachvollziehen können.

Pikant: Noch vor einigen Jahren hatte Durant selbst diejenigen kritisiert, die sich anderen "Superteams" anschlossen. "Lasst uns wieder wetteifern und diese Leute bekämpfen", schrieb Durant einst bei Twitter.

Doch Durant hat sich nun aber offenbar angefreundet mit dem Motto "Wenn du sie nicht besiegen kannst, verbünde dich mit ihnen". Dabei war OKC durchaus in der Lage, die Warriors vom Thron zu stoßen. Das zeigten die Playoffs, als die Thunder schon mit 3:1 vorn lagen.

Dass Durant nun für die Warriors spielt: Es wird Spaß machen, dem zuzuschauen. Doch das Wasser wird ihnen kaum einer reichen können. Schade für den Wettbewerb.

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