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Paul Zipser (r.) spielt ab der kommenden Saison für das gleiche Team wie einst Michael Jordan (l.)
Paul Zipser (r.) spielt ab der kommenden Saison für das gleiche Team wie einst Michael Jordan (l.) © SPORT1 Grafik: Philipp Heinemann/Getty Images

München - Mit seinem NBA-Wechsel erfüllt Paul Zipser eine Prophezeiung der Bayern-Bosse. Bei den Bulls will er von Wade lernen. Auf einen Star freut er sich besonders.

"Wir machen dich zum NBA-Spieler."

So lautete das Versprechen von Svetislav Pesic und seinem Sohn Marco, als Paul Zipser zum FC Bayern München wechselte.

Die beiden Bayern-Verantwortlichen haben ihren Worten Taten folgen lassen, denn ab der kommenden Saison läuft Zipser für die Chicago Bulls in der NBA auf.

"Oh mein Gott, Jordan war da"

Für den 22-Jährigen geht damit ein Traum in der Erfüllung: In der NBA spielen und dann noch bei den legendären Chicago Bulls.

"Als ich hörte, dass ich nach Chicago gehe, dachte ich sofort 'Oh mein Gott, Michael Jordan war da.' Bei den Bulls zu spielen, ist schon etwas anderes. Da zählen vielleicht noch die Celtics und Lakers zu den drei Teams, die über allen anderen stehen", sagte Zipser bei einer Presserunde in München.

Seine ersten Spiele mit den Bulls hätte Zipser gerne bereits hinter sich, doch bürokratische Probleme verhinderten seinen Einsatz in der Summer League: "Ich hätte sehr gerne in der Summer League gespielt, weil das für mich eine gute Vorbereitung gewesen wäre."

Zipser: Keine Angst vor Jahr 1

Angst vor seinem ersten NBA-Jahr hat der Flügelspieler aber dennoch nicht - schließlich hatten alle deutschen Spieler einen schweren Start: "Wenn das der Ruf der ersten Saison ist, kann ich nicht viel falsch machen."

Zipser ist froh, erst einmal im Schatten der großen Stars zu stehen, da ihm die Rolle des Zirkuspferds sowieso nicht so liegt. Sein Ziel mit den Bulls sind die Playoffs - und er hofft, dabei tatkräftig mithelfen zu können.

"Ich muss alles geben und zeigen, dass ich den Platz im Team verdiene. Daran werde ich arbeiten und dann werden wir sehen, was dabei rauskommt", sagte Zipser auf SPORT1-Nachfrage.

Chicago dreckiger als München

Zuvor wird der 2,03 Meter große Jungprofi noch in der EM-Qualifikation mit Kumpel Dennis Schröder für Deutschland spielen. Der Hawks-Star erzählt gerne von seiner Zeit in den USA und hat auch für Zipser immer ein paar Tipps parat, wie dieser auf SPORT1-Nachfrage bestätigte.

Nach der Qualifikation geht es Mitte September dann nach Chicago. Der erste Eindruck seiner neuen Heimat ist positiv, wenngleich München seine Vorteile habe. "Ich habe gesehen, dass München viel sauberer und geregelter als Chicago ist", sagte Zipser.

Viel wichtiger als die Sauberkeit der Stadt sind für Zipser aber die Teamkollegen. Vor allem auf einen Spieler freut er sich: "Chicago ist perfekt. So viele junge Spieler und dazu noch Dwyane Wade, der ein super Typ sein soll. Den verfolge ich bereits, seit ich Basketball im Kopf habe."

Keine Lust auf Defensive

Das ist nicht so lange, wie mancher glauben mag, denn anfangs wollte Zipser gar nicht Basketballer werden. Der Fußball hatte es ihm mehr angetan. Als er zu seinem Leidwesen dann aber in der Defensive spielen musste, entschied er sich doch für Basketball. 

Trikots von NBA-Spielern hatte Zipser früher zwar nie, dafür zierten aber Poster von Jordan, Kobe Bryant und LeBron James seine Wand. Letztgenannten wird Zipser bald wohl sogar auf dem Spielfeld gegenüberstehen.

"Gegen LeBron zu spielen wird super. Wobei sich alle denken können, wie schwer das ist, wenn ihn nicht einmal Andre Iguodala in den Finals halten kann. Aber da kann man dann zumindest nicht viel falsch machen", sagte Zipser.

Spielstil passt zur NBA 

An mangelndem Selbstbewusstsein wird er nicht scheitern. Zumal sein Spielstil gut in die NBA passen sollte. Der Heidelberger ist athletisch und für BBL-Verhältnisse stark im Eins gegen Eins.

Auf SPORT1-Nachfragte macht Zipser sogar noch einen weiteren Vorteil aus: "Die Entwicklung in der NBA ist, dass man den Ball mehr bewegt. Die Warriors und die Spurs machen das erfolgreich vor - und ich denke, das passt gut zu mir."

Seine größte Stärke ist aber der Wurf, was in einem Team mit Wade und Rajon Rondo nur vom Vorteil sein kann. "Ja, ich denke auch. Die beiden sind ja nicht so die Dreierschützen", stimmt ein schmunzelnder Zipser zu.

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