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Chris Bosh wurde 2012 und 2013 mit den Miami Heat NBA-Champ © Getty Images

München - Die Miami Heat geben bekannt, nicht länger mit Chris Bosh zu planen. Dem zweimaligen NBA-Champ droht damit nach langer Leidenszeit sogar das Karriereende.

15. September 2016: "Ich bin absolut bereit für das Trainingscamp."

26. September 2016: "Wir glauben, dass seine Karriere bei den Heat, basierend auf der letzten Untersuchung, wohl vorbei ist."

Nicht einmal zwei Wochen liegen zwischen diesen Aussagen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die erste stammt von Chris Bosh selbst, die zweite von Pat Riley, Präsident der Miami Heat.

Dazwischen lag ein Medizincheck, der womöglich nicht nur Boshs Zeit bei den Heat beendet, sondern seine gesamte NBA-Karriere. Am Donnerstag hatte das Team bekanntgegeben, "dass es nach wie vor unmöglich ist, Chris für Basketball-Aktivitäten freizugeben." Am Montag schloss Riley das Kapitel Bosh wohl endgültig.

Blutgerinnsel beenden Saisons vorzeitig

Eine Horror-Diagnose hatte im Februar 2015 nicht nur seine Laufbahn, sondern sein Leben verändert. Beim Heat-Star wurden Blutgerinnsel in der Lunge diagnostiziert. Dass dies lebensbedrohlich sein kann, hatte die NBA-Gemeinde erst Tage zuvor durch den Tod des früheren Stars Jerome Kersey erfahren.

Der zweimalige Meister und elfmalige All-Star Bosh kämpfte in den vergangenen Monaten verzweifelt um die Fortsetzung seines Traumes.

Zunächst bedeuteten die Blutgerinnsel nur das Saisonaus. Zur Spielzeit 2015/2016 kehrte er auf das Feld zurück und verdiente sich sogar eine Nominierung für das All-Star-Game. Doch der nächste Rückschlag folgte. Gerinnsel in der Wade verhinderten seinen Einsatz in Toronto, wo er von 2003 bis 2010 zum besten Scorer der Franchise-Geschichte avanciert war, und beendeten schließlich erneut - auch auf Druck der Heat - vorzeitig seine Saison.

Sein Wunsch, in den Playoffs wieder aufzulaufen, wurde vom Team abgelehnt. Während Riley erklärte, dass es unverantwortlich gewesen wäre, Bosh spielen zu lassen, fühlte sich Bosh abgeschrieben und wollte es anschließend allen beweisen. Doch sein Comebackplan platzte.

Bosh kämpft weiter

Trotz all der Arbeit, die Bosh in seinen Körper gesteckt hat. Trotz der Zeit, die er in der Halle und im Fitnessstudio verbracht hat. Trotz der Untersuchungen mit Spezial-Ärzten, die erklärten, dass Bosh fit genug sei. Trotz der Worte seiner Frau Adrienne, die betonte, dass sie ihrem Mann niemals erlaubt hätte, auf den Court zurückzukehren, wenn sein Leben in Gefahr wäre.

Bosh wird aber wohl weiter versuchen, noch einmal in der besten Basketballliga der Welt Fuß zu fassen. Auch wenn ihn Kumpel Dwyane Wade dazu ermutigt, den Fokus auf die Familie zu legen - und auch wenn die Tür in Miami zu ist. Bosh wird beim Trainingscamp keinen Zugang mehr zu den Teamanlagen erhalten, sein Gehalt könnten die Heat bei einer Entlassung einsparen, sollte ein unabhängiger Arzt bestätigen, dass Boshs Zustand karriereebedrohlich ist.

"Ich hoffe immer noch, dass ich einen Moment habe, in dem ich mich als Basketballspieler beweisen kann", sagte Bosh zuletzt in einem sehenswerten Videoblog bei Uninterrupted, in dem er eigentlich seine Leidenszeit bis zur Rückkehr aufs NBA-Parkett schildern wollte.

"Rückschläge passieren, doch mein Ziel bleibt das gleiche." Der verzweifelte Kampf geht weiter.

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