vergrößernverkleinern
Cleveland Cavaliers v Atlanta Hawks - Game Four
Dennis Schröder übernimmt in dieser NBA-Saison den Posten als Starter bei den Atlanta Hawks © Getty Images

München - Nach dem Trade von Jeff Teague soll Dennis Schröder bei den Hawks durchstarten. Nun muss er seinen Worten Taten folgen lassen. Die Saison wird wegweisend - auch finanziell.

Als die Entscheidung gegen Konkurrent Jeff Teague und für ihn gefallen war, ließ Dennis Schröder gewohnt selbstbewusste Töne fallen.

"Mir gehört jetzt das Team", sagte Schröder, nachdem sich die Atlanta Hawks vom bisherigen Aufbauspieler getrennt und Schröder damit zum Starter befördert hatten. (Die NBA ab Mi., 26. Oktober LIVE im TV auf SPORT1 US)

Schröder muss sich nicht mehr gedulden, ab jetzt heißt es: Freie Fahrt! Es ist eine Riesenchance für die neue Nummer eins auf der Eins. Doch: Gelingt der endgültige Durchbruch oder endet der Aufstieg unsanft?

Die Superstars warten

Nach einem schwierigen Anfangsjahr steigerte Schröder seine Zahlen als Teague-Backup zuletzt in gerade einmal 20 Minuten pro Partie auf elf Punkte und 4,5 Assists im Schnitt. Immer häufiger erhielt er von Trainer Mike Budenholzer in der Crunchtime die Verantwortung – sogar in den Playoffs.

Nun wird allerdings der nächste große Schritt erwartet. Als Scorer. Als Werfer. Als Spielmacher. Als Teamkollege. Als Anführer. Nicht umsonst ist Schröder ein heißer Kandidat auf den Award als "Most Improved Player".

Schröder muss zeigen, dass er seine Intensität und Aggressivität auch über eine längere Spielzeit konservieren kann. Dass er kühlen Kopf bewahrt und sich nicht auf Nebenkriegsschauplätze begibt wie in den Playoffs mit Isaiah Thomas. Und dass er seine Ballverluste im Griff hat - auch gegen die Elite.

Denn statt wie bisher häufig gegen die gegnerischen Bankspieler geht es jetzt gegen die absoluten Superstars wie Russell Westbrook, Stephen Curry, John Wall oder Kyrie Irving.

Absage an die Nationalmannschaft

Schröder fühlt sich dazu allemal bereit, der Begriff "Druck" existiert in seinem Wortschatz nur als Bezeichnung für seine klettenartige Defense gegen den gegnerischen Point Guard.

Der 23-Jährige kann seinen Zielen, All-Star und einer der besten Point Guards der Liga zu werden, aus eigener Kraft näher kommen. Zu diesem Zweck sagte er, nachdem er zunächst zugesagt hatte, der Nationalmannschaft für den Sommer ab.

Während die Teamkollegen sich in der EM-Qualifikation nicht unbedingt mit Ruhm bekleckerten, bereitete sich Schröder auf die vielleicht wichtigste Saison seiner Karriere vor.

Denn nicht nur sportlich geht es für den Deutschen um viel. Im Sommer wird Schröder Restricted Free Agent, bei starken Leistungen winkt gerade angesichts der neuen Gehaltsregeln ein fetter Millionenvertrag.

Diese Saison verdient der Deutsche (noch in seinem Rookie-Deal) 3,8 Millionen - nach einer starken Saison wäre im Sommer ein satte Erhöhung drin.

Starkes Ersatz-Duo

Sollte Schröder allerdings straucheln, scharren zwei starke Konkurrenten mit den Hufen. Einer davon ist mit Malcolm Delaney ein alter Bekannter aus der Basketball-Bundesliga.

Der frühere Star des FC Bayern wurde nach einer bärenstarken Saison bei Lokomotiv Kuban ins All-Euroleague-First-Team gewählt und ist heiß auf seine Chance in der NBA. Mit Jarrett Jack steht zudem ein erprobter Veteran bereit, der aktuell allerdings noch mit den Folgen eines Kreuzbandrisses kämpft.

Schröder hat zum ersten Mal in der NBA die Schlüssel in der Hand, womöglich früher als selbst erwartet. Ob er wirklich dazu bereit ist, wird sich zeigen. Die folgenden Monate werden wegweisend.

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel