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Jaleel Cousins (r.) hat einen Vertrag bei den Dallas Mavericks unterschrieben © Getty Images

München - Nowitzkis Mavericks holen den Bruder von Superstar DeMarcus Cousins. Trotz sportlicher Fragezeichen kann der Deal Sinn ergeben - auch wegen Boogie selbst.

"Die Dallas Mavericks verpflichten Cousins" - klingt erst einmal nach einem riesigen Coup für die Franchise von Dirk Nowitzki.

Allerdings trägt nicht Superstar DeMarcus Cousins, der vielleicht beste Center der NBA, künftig das Trikot der Mavs, sondern sein Bruder Jaleel. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US)

Dieser wartete im Juni beim Draft vergeblich darauf, dass sein Name aufgerufen wird und musste in der Summer League um einen Vertrag kämpfen - 5,3 Punkte und 3,0 Rebounds im Schnitt schreien aber eigentlich auch nicht gerade nach einem Platz in der NBA.

Warum also nimmt Dallas knapp eine Woche vor Saisonstart noch einen ungedrafteten Center unter Vertrag?

Cousins als Projekt für die D-League

Sportlich hat "Boogie junior" bisher wenig Argumente gesammelt. 8,5 Punkte und 7,9 Rebounds plus 1,6 Blocks sammelte er am College. Nichts, was NBA-Manager aufhorchen lässt.

Die Mavs testeten ihn dennoch in der Summer League, wo er alle fünf Spiele absolvierte, aber nur 14 Minuten im Schnitt zum Einsatz kam. Auf 36 Minuten hochgerechnet kam Cousins dort auf 13,5 Punkte und 7,6 Rebounds - für Dallas damals nicht genug, um ihm einen Vertrag für das Trainingscamp anzubieten.

Stattdessen wurde der Center nun nachverpflichtet, ohne ein Preseasonspiel gemacht zu haben.

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In den finalen 15er-Kader für die NBA-Saison dürfte er es nicht schaffen, ins Farmteam Texas Legends dagegen schon.

Zu diesem Zeitpunkt ist Cousins bei den Mavs nicht mehr als ein Projekt, das in der D-League entwickelt werden kann. Mit einer Größe von knapp 2,10 Metern bringt er immerhin die nötige Länge mit, um in der NBA als Ringbeschützer eine Rolle zu finden.

Versicherung für Bogut und Co.

Außerdem ist Cousins eine weitere Versicherung für die Mavs auf der Centerposition. Denn die Verletzungsanfälligkeit von Starter Andrew Bogut ist berüchtigt.

Auf die Backups Salah Mejri (Knie-OP in der Offseason, nur elf Minuten Spielzeit) und Rookie A.J. Hammons (4,8 Punkte und 4,4 Rebounds im Schnitt) dürfte sich Coach Rick Carlisle nicht unbedingt verlassen wollen, wenn Bogut ausfällt. Ein weiterer Big Man steht Dallas auf jeden Fall gut zu Gesicht.

Trumpf im Rennen um Boogie?

Darüber hinaus könnte Jaleel Cousins noch einen weiteren Zweck erfüllen: als Trumpf der Mavs im Rennen um seinen Bruder DeMarcus.

Der Star-Center der Sacramento Kings wird 2018 Free Agent. Dass er sich freiwillig für einen längeren Verbleib bei der Chaos-Franchise im Keller der NBA entscheidet, ist äußerst fraglich.

Da kann es für Dallas natürlich nicht schaden, wenn der Bruder dem begehrtesten Profi des Sommers aus erster Hand von den angenehmen Verhältnissen bei den Mavericks vorschwärmen kann.

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