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Giannis Antetokounmpo vs. Dirk Nowitzki
Giannis Antetokounmpo könnte in der NBA in die Fußstapfen von Dirk Nowitzki treten - und mehr © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/Getty Images

München - Giannis Antetokounmpo mischt die NBA auf. Der Vergleich mit Dirk Nowitzki macht ihn aber noch verlegen - dabei stellt er den Deutschen teilweise schon in den Schatten.

Der Spitzname "Greek Freak" sagt eigentlich schon alles - denn gewöhnlich ist an Giannis Antetokounmpo rein gar nichts.

Die meisten NBA-Stars kommen von der High School und werden anschließend am College weiterentwickelt, um später den Sprung in die NBA zu schaffen.

Antetokounmpo kommt aus Athen. Eine systematische Basketball-Ausbildung wie die meisten US-Stars hat er in Griechenland nicht genossen. Wie auch?

Neuer Vertrag über 25 Mio. pro Jahr

"In Athen hatten meine Familie und ich nicht viel. Ich habe alles gegeben, um aus diesen Verhältnissen rauszukommen", erklärt der 21-Jährige: "Natürlich habe ich noch einen langen Weg vor mir, aber ich habe schon das Gefühl, dass sich meine harte Arbeit ausgezahlt hat."

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Schon jetzt hat er mehr NBA-Spiele auf dem Konto als alle anderen in Griechenland geborenen Basketballer zuvor zusammen, darunter auch sein älterer Bruder Thanasis. Knapp drei Millionen US-Dollar verdient er in dieser Saison bei den Milwaukee Bucks - ab der kommenden Spielzeit werden es rund 25 Millionen US-Dollar sein.

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Viel Geld für einen 21-jährigen Europäer? Mag sein, aber Antetokounmpo ist auf dem besten Weg, in große Fußstapfen zu treten.

Jason Kidd zieht Vergleich mit Dirk Nowitzki

"Giannis hat kein Limit, genau wie Dirk", schwärmt Bucks-Coach Jason Kidd und zieht bewusst den Vergleich mit seinem ehemaligen Mitspieler Dirk Nowitzki: "In Dallas hat uns Dirk mit auf eine Reise genommen, von der niemand wusste, wo sie endet. Giannis ist aus dem gleichen Holz. Er ist so variabel. Und er hat wie Dirk den unbedingten Willen zu gewinnen."

Antetokounmpo als neuer Nowitzki? Die Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen.

2,11 Meter groß und mit feinem Händchen, Übersicht und starker Wurfquote aus der Mittel- und Ferndistanz ausgestattet, führt der Grieche sein Team in dieser Saison mit bisher 21,8 Punkten, 8,3 Rebounds, 5,4 Assists, 1,8 Steals und 2,1 Blocks pro Spiel an (Stand 21. November).

Anwärter auf den MIP-Award

Im Rennen um den Award für den Most Improved Player (MIP), den meistverbesserten Spieler, gilt Antetokounmpo schon jetzt als einer der Favoriten. Den Vergleich mit dem Star der Dallas Mavericks aber scheut er noch.

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"Oh Mann, Dirk Nowitzki ist für mich der beste Europäer, den es jemals gab", sagt Antetokounmpo verlegen. "Was Dirk für die NBA und die Dallas Mavericks geleistet hat, ist unglaublich. Weil Jason Kidd ja mit ihm zusammen gespielt hat, ehrt mich dieser Vergleich umso mehr."

Die General Manager der NBA sehen den Big Man inzwischen sogar schon vor Nowitzki, wählten ihn vor der Saison zum besten ausländischen Spieler der Liga - was auch an Antetokounmpos Vielseitigkeit liegen dürfte.

Trotz seiner Größe läuft der Star des Teams dank vorzüglichem Ballhandling und erstklassigem Blick für die Mitspieler in Milwaukee nun als Point Guard auf. Ein gewagter Schachzug von Kidd, der sich bisher aber auszahlt.

Antetokounmpo träumt vom MVP-Titel

"Ich denke nicht, dass mein Wechsel vom Forward zum Point Guard ein Risiko für Coach Kidd war. Er weiß, wie gut ich im Spielaufbau bin. Jetzt kann ich für meine Teamkollegen spielen, sie in gute Positionen bringen und ich fühle mich wohl damit", meint Antetokounmpo.

Nimmt man seine Dynamik, seine Fähigkeiten als Shot Blocker und die krachenden Dunkings hinzu, bietet Antetokounmpos Spiel eine Mehrdimensionalität, wie sie der Deutsche in seinen besten Tagen nicht zu bieten hatte. Nowitzki 2.0 sozusagen.

Und auch wenn der Hochgelobte selbst betont, es sei noch "ein sehr langer Weg, um an Dirks Leistungen anzuknüpfen", hat er sein Ziel doch klar vor Augen: "Eines Tages will ich MVP werden, ich habe das Zeug dazu."

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