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James Harden kontert die Kritik seines Ex-Coaches Kevin McHale
Ein bekanntes Bild: James Harden moniert einen Schiedsrichter-Pfiff © Getty Images

Ein Ex-Coach lobt James Hardens Fähigkeiten, spricht dem Superstar aber zugleich die Fähigkeit ab, ein Team zu führen. Ein Neuzugang könne die Lücke schließen.

Fünf Mal All-Star, einmal MVP, dazu Weltmeister und Olympiasieger mit dem US-Team: James Harden gehört ohne jeden Zweifel zu den aktuell besten Basketballern der Welt.

In der abgelaufenen Saison unterstrich der Guard der Houston Rockets seine Extraklasse, indem er als  erster Spieler in der Liga-Historie überhaupt ein Triple-Double mit über 50 Punkten, sowie je über 15 Rebounds und Assists aufs Parkett zauberte (53/16/17 am 31. Dezember 2016 gegen die Knicks).

Für NBA-Legende Kevin McHale gehört der 28-Jährige dennoch nicht zu den ganz Großen seiner Zunft (Die NBA - LIVE im TV auf SPORT1 US).

"James ist kein Anführer"

"James kann alle Pässe spielen und alles wirklich gut, aber James ist kein Anführer", sagte der Hall of Famer, der Harden von 2012 bis 2015 bei den Rockets coachte.

Tatsächlich blieb Harden seit seinem Wechsel von den Oklahoma City Thunder 2012 nach Texas der ganz große Erfolg mit den Rockets verwehrt. In den Playoffs war immer frühzeitig Endstation, in der Saison 2014/2015 erreichte Houston immerhin das Finale der Western Conference (Pleite gegen Golden State Warriors).

Auch in der letzten Spielzeit waren die San Antonio Spurs im Conference Halbfinale eine Nummer zu groß.

Nach McHales Auffassung war auch das Führungs-Vakuum ein Grund dafür, dass sich die Rockets in der Free Agency mit Chris Paul verstärkten. "Er (Harden, Anm. der Redaktion) hat im letzten Jahr versucht, ein Leader zu sein, all diese Sachen zu machen…", so McHale: "Ich denke, Chris Paul wird ihm dabei helfen, dazu zurückzukehren, einfach wieder so zu spielen wie vorher."

Resignation statt Motivation

McHale sieht einen klaren Lenker für das Mannschaftsgefüge als unabdingbar: "In jedem Team muss man eine Stimme haben. In jedem Team muss man jemanden haben, dem man zuhört, wenn er etwas sagt."

Bei Harden sei dies zu seiner Zeit in Houston nicht der Fall gewesen. Als Harden seinen Teamkollegen gesagt habe, dass sie bessere Defense spielen müssen, hätten diese nur mit Unverständnis reagiert und die Köpfe gesenkt. Anstatt sein Team aufzuwecken, habe Harden kapituliert und ebenfalls den Kopf hängen lassen.

Mit der Verpflichtung von Chris Paul, der jahrelang als Kopf der Los Angeles Clippers agierte, erhofft sich McHale indes auch für Harden einen weiteren Schub.

"Chris Paul wird ihn pushen. Wenn er sieht, dass James auf den Schiedsrichter schaut und einfach stehen bleibt, weil er ein Foul nicht bekommt, wird ihm Paul in den Hintern treten. Das wird ihn zu einem besseren Spieler machen."

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