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LaMelo, Papa LaVar, Lonzo, LiAngelo: Die Ball-Familie will die NBA aufmischen
LaMelo, Papa LaVar, Lonzo, LiAngelo: Die Ball-Familie will die NBA aufmischen © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/iStock

München - LaVar Ball war ein mäßig erfolgreicher Basket- und Footballer. Nun baut das Super-Großmaul seine Söhne Lonzo, LiAngelo und LaMelo zur Weltmarke auf.

Wie schafft es ein ehemaliger College-Basketballspieler, der dort im Durchschnitt magere 2,2 Punkte auflegte, dass die ganze Sportnation Amerika über ihn redet?

Teil 1 der Antwort: Er hat drei Söhne, die besser Basketball spielen können als er. Sehr viel besser.

Teil 2 der Antwort: Er redet selbst sehr, sehr viel. Kontroverses, Verrücktes, Wahnwitziges. Was viel dazu beiträgt, dass sich nun alle Augen auf die neue NBA-Dynastie richtet, die LaVar Ball gerade um seinen ältesten Sohn Lonzo aufbaut.

LaVar Ball zieht alle Aufmerksamkeit auf sich

Die Los Angeles Lakers wählten Lonzo an der zweiten Stelle des diesjährigen Drafts, er ist dort Hoffnungsträger für die am kommenden Mittwoch beginnende Spielzeit (LIVE im TV auf SPORT1 US). 33,4 Millionen Dollar bekommt er für den Vier-Jahres-Vertrag. Für Vater LaVar - einst auch Footballer bei den London Monarchs - nicht mehr als ein solider Anfang.

In weniger als einem Jahr hat es das exzentrische Familienoberhaupt der Balls zu einer weltweit bekannten Marke gebracht.

"Ball In The Family", eine Reality-Show über die Familie, brachte es bei ihrer ersten Ausstrahlung über Facebook auf über 17 Millionen Zuschauer. 2,5 Millionen Tweets richteten sich seit dem ersten College-Spiel von Sohn Lonzo für die UCLA an Vater LaVar, mehr als an seinen Sohn.

Der 48-Jährige ist omnipräsent - und nie um einen Aufsehen erregenden Auftritt verlegen.

Attacken auf Michael Jordan und LeBron James

Über Michael Jordan etwa tönte er, dass er den besten Basketballer aller Zeiten in seinen Hochzeiten im Eins-gegen-Eins locker vernichten können.

Auch mit LeBron James und Kobe Bryant zettelte das Familienoberhaupt öffentlichen Streit an.

Für Kopfschütteln sorgte auch LaVar Balls Terz um seine selbst kreierte Ausrüster-Marke, den "Big Baller Brand" - Kostenpunkt: 495 Dollar pro Schuh: Nach eigener Schätzung ist sie nicht weniger als drei Milliarden Dollar wert.

Genie oder Wahnsinn?

Ist Papa Ball größenwahnsinnig? Nein, versichert Sohn Lonzo.

"Alles, was mein Vater macht ist definitiv geplant. Auch wenn die Leute denken er ist verrückt, weiß er, was er tut", sagte Sohn Lonzo in der Premiere der Familien-Show, bei der er sonst seinem Vater das Reden überließ. Wie immer.

Der NBA-affine Hip-Hop-Superstar Jay-Z kam im Rap Radar Podcast zum gleichen Schluss: "Er hat vielleicht einige falsche Meinungen, er ist vielleicht ein Großmaul, aber ich habe drei Paar seiner Schuhe gekauft. Warum? Weil er einen Plan verfolgt."

Der Irrsinn wirkt

LaVar Balls Großmäuligkeit gehört zum Plan: Die Prahl-Attacke auf Jordan? Absurd, aber wirkungsvoll. Zahlreiche andere NBA-Stars und Experten meldeten sich zu Wort, auch Michael Jordan selbst, und Großmaul LaVar war in allen Medien zu finden. 

Auch andere skurrile Aktionen waren marketing-technisch durchkalkuliert: Lonzos ersten Auftritt im Staples Center von L.A. etwa organisierte LaVar bei einer weltweit ausgestrahlten TV-Show der Wrestling-Liga WWE.

LaVar zog dabei seine übliche Show ab, prahle, fluchte, zog sein Shirt aus und deutete eine Prügelei mit Showkämpfer The Miz an. Im Hintergrund dabei in jeder Sekunde gut zu sehen: das im Ring drapierte Big-Baller-Merchandise.

LaVars Auftritte rechnen sich, kommerziell in jedem Fall. Aus sportlicher Sicht bleibt abzuwarten, ob der Trubel um LaVar und die Fallhöhe, die er für seine Söhne kreiert, ihnen nicht irgendwann auf die Füße fällt.

LiAngelo und LaMelo sollen Lonzo folgen

Momentan bringt sein hoch angepriesener, ältester Sohn für die Lakers Leistung: Sein Summer League-Debüt erzielte einen TV-Einschaltrekord, danach legte er zwei Triple Doubles auf - ebenfalls Rekord. In seinen beiden bisherigen Preseason-Spielen flachten diese Leistungen ab, trotzdem sind die Balls in aller Munde.

LiAngelo, der in der kommenden Saison ebenfalls für die UCLA College-Basketball spielt, könnte in nicht allzu ferner Zukunft auch in der NBA zu sehen sein könnte. 

Und seinen jüngsten Sohn LaMelo will LaVar nun aus der High School nehmen und zuhause zu unterrichten. Das Ziel dahinter? Ihn zum besten Basketballer aller Zeiten zu machen.

Es wäre der letzte Schritt in LaVar Balls Langzeitplan, "unendlichen Reichtum" für sich und seine Familie zu erwirtschaften.

Drunter macht er es selbstredend nicht.

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