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2011 krönt sich Dirk Nowitzki mit Dallas zum NBA-Champion, aktuell ist er nur ein Schatten seiner selbst. Die Center-Rolle wird für ihn und die Mavs zum Problem.

Der miese Saisonstart der Dallas Mavericks geht auch an Dirk Nowitzki nicht spurlos vorbei.

Im Spiel gegen die Oklahoma City Thunder kassierte der Superstar seines Teams erst ein sportliches und anschließend - nach einem Wortgefecht mit dem Schiedsrichter – ein technisches Foul. Der 39-Jährige musste von Trainer Rick Carlisle in der Folge beruhigt werden.

Bei einem Spieler wie Nowitzki, der eigentlich für äußerst sportliches und friedliches Verhalten bekannt ist, überrascht eine derartige Aktion.

Pleitenserie bei den Mavs

Neben seinen Fouls dürfte sich Nowitzki vor allem über die nächste Pleite geärgert haben: Es war die zwölfte Niederlage der Mavs im 14. Saisonspiel. Mit den Playoffs dürfte das aktuell schlechteste Team der Liga in dieser Saison nichts zu tun haben. Auch persönlich hat das "German Wunderkind" schon bessere Zeiten erlebt.

In den letzten zehn Spielen erzielte Nowitzki im Schnitt 10,8 Punkte, 4,5 Rebounds und 1,4 Assists. Gegen Oklahoma kam "Dirkules" gar nur auf fünf Punkte und einen Rebound. Von den durchschnittlich 23 Punkten aus der Meistersaison 2010/11 ist nur noch wenig übrig. Der komplette Wechsel auf die Center-Position hat sich für Team und Star nicht ausgezahlt.

Nowitzki von LeBron James vernascht

Im Spiel gegen die Cleveland Cavaliers wurde er von Cavs-Superstar LeBron James vernascht. Der 32-Jährige ließ Nowitzki einfach stehen und zog an ihm vorbei zum Korb – ein Bild mit Symbolkraft? Seine Defensivschwächen glich Nowitzki früher mit Effizienz aus, aber seine Wurfquote ist in dieser Saison auf unter 40 Prozent abgesackt.

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Nowitzki befindet sich mittlerweile in seiner 20. NBA-Saison und wird von den Anhängern der Mavericks nach wie vor verehrt. Wenn ihr "Dirkules" das Parkett betritt, dann brandet im American Airlines Center tosender Applaus auf. Der MVP der NBA-Finals von 2011 genießt in der texanischen Stadt ein enormes Ansehen.

Dies dürfte es den Mavs besonders erschweren, am sportlichen Standing des Würzburgers eventuell etwas ändern zu wollen. In der aktuellen Form ist Nowitzki, obwohl er in jedem Spiel als Starter auf dem Feld steht, für die Mavs keine große Hilfe – zu schlecht ist seine Punkteausbeute.

Auch Carlisle ist das Problem

Er selbst will im Interview mit der Bild von einem Karriereende aber nichts wissen: "Wenn das Jahr so weiterläuft, denke ich, dass ich auch nächste Saison noch spielen werde." Nachdem er im letzten Jahr mit Achillessehnen-Problemen zu kämpfen hatte, fühlt er sich in dieser Saison wieder deutlich besser. Manchmal hakt es zwar ein wenig an der Fitness, dennoch "läuft es gesundheitlich gut."

Bislang habe ihm niemand persönlich nahegelegt, zurückzutreten. "Daran denke ich auch gar nicht", so Nowitzki. "Ich versuche schon, das alles zu genießen." Auch nach 20 Jahren NBA haut sich Nowitzki im Training voll rein.

Bei Trainer Rick Carlisle steht der Routinier immer noch hoch im Kurs. Der 58-Jährige ist aber ohnehin nicht dafür bekannt, ein Förderer junger Spieler zu sein. Genau hier liegen die Probleme. Denn eigentlich hätte der in der vergangenen Saison verpflichtete Center Nerlens Noel Nowitzki defensiv auffangen und entlasten sollen, sodass der Deutsche seine Energie in der Offensive einsetzen kann.

Noel ist aber aktuell bei Carlisle überhaupt kein Faktor mehr. Er hat sein Selbstvertrauen völlig eingebüßt und bekam zuletzt gegen Cleveland nicht eine einzige Minute. So reibt sich Nowitzki als Center auf.

Fans lieben Nowitzki

Die Dallas Mavericks bringt Nowitzki aktuell in ein Dilemma. Bei den Fans wird er verehrt und das nicht nur wegen seiner sportlichen Leistungen. Den jahrelangen Verzicht auf ein höheres Gehalt rechnen ihm die Anhänger hoch an.

Im Juli 2017 hat Nowitzki noch einmal einen Zweijahresvertrag unterschrieben, bei dem das zweite Jahr eine Teamoption ist. Sprich: Dallas kann nach der laufenden Saison entscheiden, ob bzw. zu welchen Konditionen er bleibt.

Sollte Nowitzki sich in der restlichen Saison nicht mehr steigern können, wäre durchaus denkbar, dass er seine Karriere nach der Saison beendet. "Ich versuche meiner Mannschaft zu helfen", ist das oberste Credo des Würzburgers. Nach einer Verschnaufpause könnte er dies auch in anderer Funktion tun.

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