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Und erobert ihn dann auch für die Ravens. Wenig später erhöht Kicker Justin Tucker auf das vorentscheidende 23:6
C.J. Mosley (M.) erobert für Baltimore im vierten Abschnitt den Ball - die Entscheidung gegen Pittsburgh © getty

München und Baltimore - Baltimore lässt sich von dem Skandal um seinen Ex-Star nicht beirren und überrollt die Pittsburgh Steelers. Die Defense glänzt.

Die Baltimore Ravens haben den Skandal um ihren entlassenen Running Back Ray Rice zumindest vorübergehend ausblenden können.

Zum Auftakt des 2. Spieltages der NFL schlug der Super-Bowl-Champion der Saison 2012 die Pittsburgh Steelers souverän mit 26:6 (10:3).

"Wir hatten in unserer Familie eine schwierige Situation zu überstehen. Die Jungs sind großartig damit umgegangen - mit Klasse und Charakter. Sie haben die Antwort auf dem Feld gegeben", lobte Coach John Harbaugh (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Verteidigung kontrolliert Roethlisberger

Im ersten Spiel nach der Entlassung eines ihrer Stars wegen der Prügelattacke gegen seine heutige Ehefrau lieferten die Ravens vor allem defensiv eine starke Leistung ab. 

Sie ließen Pittsburghs Angriff um Quarterback Ben Roethlisberger (22 von 37 für 217 Yards) kaum zur Entfaltung kommen und provozierten drei Ballverluste.

"Uns ging es nur um den Sieg. Wir wollten ihn Ray widmen. Er hat Mist gebaut, aber wir wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute. Trotzdem müssen wir als Team nach vorn schauen", schloss Linebacker C.J. Mosley das Kapitel Rice.

Mosley mit dem Big Play

Der Neuling machte im Schlussviertel dann auch auf das Spiel gegen den Erzrivalen aus der AFC North den Deckel drauf.

Beim Stand von 20:6 schlug er Pittsburghs Tight End Heath Miller den Ball aus den Händen, trug ihn an die 20-Yard-Linie und ermöglichte so Justin Tuckers drittes von insgesamt vier Field Goals.

Die letzten Hoffnungen der Gäste lösten sich in Luft auf. "Natürlich war das ein enttäuschender Auftritt. Wir haben uns selbst mit Strafen und Ballverlusten immer wieder ein Bein gestellt. Das ist eine schlechte Kombination", sagte Steelers-Coach Mike Tomlin.

Zwei Serien der Steelers reißen

Insgesamt neun Fouls kosteten das Traditionsteam 75 Yards. Vor der Pause gelang nur ein vernünftiger Angriffszug über das gesamte Feld, der aber auch nur zu einem Field Goal und dem 3:10-Halbzeitstand führte. 

"Wir haben ja den Ball bewegt, daran hat es nicht gelegen. Wir haben nur immer wieder Fehler eingebaut", ärgerte sich Roethlisberger. Zum ersten Mal seit 30 Partien warf "Big Ben" keinen Touchdown-Pass. Die Steelers hatten gegen Baltimore seit 2006 immer mindestens einmal die Endzone erreicht.

Durch Strafen und den schnellen Rückstand konnten sie zudem kaum noch auf das eigentlich wirkungsvolle Laufspiel mit Le'Veon Bell (59 Yards bei nur elf Läufen) setzen.

Flacco fehlerfrei

Zudem zeigte Ravens-Spielmacher Joe Flacco mit zwei Touchdown-Pässen eine fehlerfreie Leistung. Nur acht seiner 29 Pässe fanden keinen Abnehmer.

Spätestens nach Tight End Owen Daniels' zweitem Fang in der Endzone und dem Zwischenstand von 17:6 war die Partie im dritten Viertel gelaufen.

"Wir hatten heute eine gute Balance aus Lauf und Pass. Die Verteidigung hat uns aber auch immer wieder in Position gebracht. Es war ein Erfolg des Teams", erklärte Flacco.

Fans zum Thema Rice gespalten

Dennoch schwebte das Thema Rice vor allem zu Beginn über der Arena. Einige der 71.181 Fans trugen aus Solidarität sein Trikot, andere hatten Namen und Nummer überklebt.

Das Laufspiel der Ravens, die am 1. Spieltag gegen die Cincinnati Bengals verloren hatten, funktionierte so oder so auch ohne den langjährigen Starter.

Nachfolger Bernard Pierce erreichte 96 Yards Raumgewinn. Zudem stellte Punter Sam Koch mit seinem 130. Einsatz in Folge einen Teamrekord auf.

"Wir waren nicht angespannt. Uns war klar, dass es heute nur in unsere Richtung laufen würde", Verteidiger Chris Canty. Kurz geschüttelt und weiter. In Baltimore wird nicht mehr zurückgeblickt.

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