Von Carsten Arndt

München/Denver- Es ist vollbracht.

Peyton Manning hat beim souveränen 41:20 (21:13)-Heimerfolg der Denver Broncos gegen die Arizona Cardinals NFL-Geschichte geschrieben.

Der fünfmalige MVP verbuchte seine Touchdown-Pässe 500 bis 503 und knackte damit erst als zweiter Spieler die magische 500er-Marke.

Manning liegt damit nur noch fünf Pässe hinter der "ewigen" Bestmarke von Packers-Legende Brett Favre.

Manning bleibt bescheiden

Nach knapp zehn Minuten fand Manning mit einem Sieben-Yard-Pass Tight End Julius Thomas, der den denkwürdigen Moment vollendete. (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

"Ich denke daran, wie viele Menschen mir dabei geholfen haben, so weit zu kommen. Dafür bin ich dankbar", sagte Manning nach der Partie.

Besondere Umstände

Den nächsten Meilenstein seiner so erfolgreichen Karriere erreichte der 38-Jährige dabei ausgerechnet gegen zwei seiner ehemaligen Förderer.

Cardinals-Head-Coach Bruce Arians war 1998 sein erster Quarterback-Trainer, Assistant Tom Moore 13 Jahre lang der Offensiv-Koordinator während Mannings Zeit bei den Indianapolis Colts.

Entscheidung im Schlussviertel

Deren heutiges Team hielt das Spiel trotz einiger Ausfälle lange Zeit offen, auch weil Manning trotz des Rekords nicht immer sicher wirkte und sich zwei Interceptions leistete.

Erst im letzten Viertel, das die Broncos mit 17:0 für sich entschieden, ging den bis dato noch unbesiegten Gästen die Luft aus. ().

Julius Thomas und Juwan Thompson machten mit zwei Touchdowns den Sack zu.

Thomas und Welker brillieren

Heraus ragte bei Denver aber in erster Linie Demaryius Thomas. Der Wide Receiver steuerte neben zwei Touchdowns 226 Yards bei und stellte damit einen neuen Franchise-Rekord auf.

Auch Wes Walker überzeugte mit sieben gefangenen Pässen und hat nun die meisten Receives aller ungedrafteten Spieler gesammelt.

"Ich kann immer noch nicht glauben, dass Wes Welker nicht gedraftet wurde, denn der Mann hat ganz schön was drauf", lobte Thomas seinen Receiver-Kollegen.

Ärger um Thomas

Für Aufregung sorgte derweil ein heftiger Chop Block (unerlaubter Block unterhalb der Gürtellinie, Anm. d. Red.) von Julius Thomas gegen Arizonas Calais Campbell. Der 28-Jährige verletzte sich am rechten Knie und droht vier Wochen auszufallen. (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe)

"Das war die schmutzigste Aktion, die ich in 37 Jahren gesehen habe. Die Verletzungen machen mir größere Sorgen, als der Endstand", schimpfte Cardinals-Coach Arians.

Cardinals weiter im Pech

Da sich im Verlauf der Partie auch noch -Quarterback Drew Stanton verletzte und der etatmäßige Spielmacher Carson Palmer nach wie vor mit Problemen in der Schulter zu kämpfen hat, ist Arizona in der nächsten Woche möglicherweise gezwungen von Beginn an auf den dritten Mann Logan Thomas zu setzen.

Stanton musste das Spiel kurz nach der Pause beim Stand von 13:21 aus Sicht der Cardinals wegen einer Gehirnerschütterung verlassen.

Chargers weiter vorn

Die Broncos schoben sich durch den dritten Sieg im vierten Spiel auf Rang zwei in der AFC West und halten Anschluss an die San Diego Chargers, die einen 31:0-Blowout-Sieg gegen die New York Yets einfuhren.

Arizona bleibt trotz der Niederlage weiterhin an der Spitze der NFC West, könnte aber im Monday Night Game noch von den Seattle Seahawks verdrängt werden. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabellen).

Der Titelverteidiger trifft auf die Washington Redskins (ab 02.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US).

SPORT1 fasst weitere Partien des 5. Spieltags zusammen:

? New England Patriots ? Cincinnati Bengals 43:17 (20:3)

Star-Quarterback Tom Brady hat beim souveränen 43:17(20:3)-Erfolg der New England Patriots gegen die Cincinnati Bengals die magische Marke von 50.000 Passing Yards erreicht und nebenbei bewiesen, dass man den Altmeister niemals abschreiben darf.

Nach knapp elf gespielten Minuten im ersten Viertel fand Brady Tight End Rob Gronkowski und wurde damit erst zum sechsten Spieler in der Geschichte der NFL, dem dieses Kunststück gelingt.

Brady mit überragendem Beginn

Von Beginn an war dem 37-Jährigen anzumerken, dass ihn die heftige Kritik nach dem letzten Spiel nicht kaltgelassen hatte. Gleich im ersten Drive machte Brady deutlich, dass er gewillt war zu zeigen, dass er noch lange nicht aufs Abstellgleis gehört.

Nach zehn Plays über 80 Yards fand er Runningback Stevan Ridley in der Endzone.

Bengals-Defense überrumpelt

Brady nahm die so gefürchtete Defense der Bengals, die im Schnitt bislang nur elf Punkte zugelassen hatte, förmlich auseinander. (SHOP: Jetzt Football-Artikel kaufen) .

Auf Seiten der Gäste kam die Offensive um Quarterback Andy Dalton dagegen nicht in die Gänge.

Star-Receiver A.J. Green hatte große Probleme gegen Patriots-Cornerback Darelle Revis. Ein vom zweimaligen Defensive Player of the Year der AFC erzwungener Fumble von Green führte in der Schlussphase der ersten Hälfte zum zweiten Fieldgoal des Tages durch New Englands Kicker Stephen Gotstkowski.

Mit einer komfortablen 20:3-Führung für die Gastgeber ging es in die Kabine.

Zwei Touchdowns in fünf Sekunden

Zwei Touchdowns innerhalb von fünf Sekunden sorgten dann Mitte des dritten Viertels für die endgültige Entscheidung.

Zunächst fand Brady, der von seiner Offense Line um den deutschen Sebastian Vollmer hervorragend geschützt wurde, Gronkowski, anschließend nutzte Kyle Arrington einen bitteren Ballverlust von Bengals-Runningback Brandon Bolden vor der eigenen Endzone zum vorentscheidenden 34:10.

? Indianapolis Colts ? Baltimore Ravens 20:13 (6:3)

Zuvor hatte Björn Werner hat den Indianapolis Colts zum dritten Saisonsieg verholfen.

Dem deutschen Linebacker gelangen beim 20:13-Erfolg gegen die Baltimore Ravens seine ersten Sacks der Saison - zwei Mal warf er Ravens-Quarterback Joe Flacco zu Boden.

Tanz für den Mentor

Den ersten Sack feierte Werner mit dem Tanz seines verletzten Mentors Robert Mathis.

Durch Werners Glanzleistung mit insgesamt sechs Tackles schlossen die Colts in der AFC South zu Spitzenreiter Houston Texans auf, die den Dallas Cowboys nach Verlängerung mit 17:20 unterlagen.

Luck mit Licht und Schatten

Colts-Spielmacher Andrew Luck leistete sich zwar zwei Interceptions, entschied die Partie aber nach der Halbzeit mit einem kurzen Touchdown-Pass auf Dwayne Allen und einem eigenen Lauf über 13 Yards in die Endzone.

32 seiner 49 Pässe kamen an, 312 Yards Raumgewinn standen am Ende für den 25-Jährigen zu Buche.

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