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Quarterback Russell Wilson (r.) muss sich steigern

München - Den Seahawks fehlt der alte Glanz. Da kommen die abwehrschwachen Giants mit Markus Kuhn trotz Wunderwaffe Lärm gerade recht.

Es läuft nicht mehr so rund in Seattle.

Wie selbstverständlich sind die Seahawks in der vergangenen Saison durch die NFL gepflügt und krönten sich mit einem historischen Kantersieg im Super Bowl zum neuen Champion.

Diese gefürchtete Verteidigung gepaart mit dem jungen Quarterback Russell Wilson und Trainerfuchs Pete Carroll war auf dem Weg, eine Dynastie zu werden.

Vor der richtungsweisenden Partie des 10. Spieltages gegen Markus Kuhn (bisher 8 Tackles) und seine New York Giants (ab 22.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) sieht das allerdings plötzlich ganz anders aus. Die alte Leichtigkeit ist verflogen.

"Es war auch letztes Jahr nicht leicht, aber durch den Titel ist es noch schwieriger geworden. Jeder gibt gegen uns alles. Du musst immer hochkonzentriert sein. Jeder Fehler wird bestraft", sagt Wilson.

Carroll: "Jetzt legen wir los"

Zwar gelangen zuletzt zwei knappe Siege, dennoch setzte es nach acht Spielen bereits drei Niederlagen - so viele wie in der kompletten vergangenen Saison.

Zudem haben sich die Arizona Cardinals (7 Siege - 1 Niederlage) schon ein kleines Polster an der Spitze der NFC West erarbeitet. Den für Seattle so wichtigen Heimvorteil in den Playoffs noch zu holen, dürfte schwierig werden. Zunächst muss erst einmal das Ticket für die Postseason erkämpft werden.

"Wir machen Fortschritte. Wir haben einige enge Spiele überstanden und sind entsprechend kampferfahren. Jetzt legen wir richtig los", verspricht Coach Carroll (Alles zur NFL auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Lazarett der Seahawks lichtet sich

Hoffnung macht ihm vor allem die Personalsituation. Neben den beiden wichtigen Offensive Lineman Max Unger und Russell Okung könnte auch die Abwehr verletzte Stars zurückbekommen.

Defensive Tackle Jordan Hill wird wohl auflaufen. Eine Fragezeichen steht noch hinter den Passverteidigern Jeremy Lane, Jeron Johnson und Super-Safety Kam Chancellor.

"Bei Kam wird es sich erst kurz vor Spielbeginn entscheiden. Er ist nah dran, muss uns aber wahrscheinlich zum Einsatz überreden", erklärt Carroll.

Abwehr mit Aufwärtstrend

Zu Saisonbeginn bröckelte das Bollwerk mit durchschnittlich mehr als 330 zugelassenen Yards nach fünf Spieltagen gewaltig, zuletzt lief es mit unter 260 Yards wieder deutlich besser.

"Das liegt an den forcierten Turnovers. Damit schonst du Kräfte und bringst deinen Angriff in bessere Positionen", sagt Safety Earl Thomas. Nach fünf Ballgewinnen in den ersten fünf Spielen, gelangen zuletzt ebenso viele in nur zwei Partien.

Womit wir schon bei der nächsten Baustelle wären. Running Back Marshawn Lynch macht sein Ding, aber das Passspiel mit Wilson stottert (So spricht die NFL: Die wichtigsten Begriffe).

Wilson gelobt Besserung

Die Entdeckung der vergangenen Saison blieb bei den Siegen in Carolina und gegen Oakland ungewohnt ineffizient. Nur ein Touchdown und keine gefürchteten Läufe sprangen heraus.

"Ich weiß, ich muss besser spielen. Das Team verlässt sich auf mich. Ich muss in den wichtigen Momenten die richtigen Entscheidungen treffen", übt Wilson Selbstkritik.

Da kommen die Giants als Gegner gerade recht. Nach drei Siegen in Folge setzte es drei teils deftige Schlappen mit durchschnittlich über 430 zugelassenen Yards und insgesamt abgegebenen 98 Punkten.

Giants setzen auf Spezialtraining

Allerdings stecken die New Yorker auch im brutalen Teil ihres Spielplans. Den Auswärtsaufgaben in Philadelphia und Dallas folgte das Heimspiel gegen Indianapolis und nun der schwere Gang nach Seattle.

"Manchmal spielen wir wie ein absolutes Topteam und dann wieder grottenschlecht", kann sich auch Verteidiger Antrel Rolle keinen Reim auf die Schwankungen machen.

Etwas gutzumachen hat Quarterback Eli Manning. Beim letzten Duell mit den Seahawks warf er fünf Interceptions. Helfen soll besonders lautes Training.

Um sein Team auf das Stadion in Seattle vorzubereiten, griff Head Coach Tom Coughlin in dieser Woche zu "speziellem Lärm". Besondere Situationen erfordern eben besondere Maßnahmen.

SPORT1 blickt auf weitere Partien des 10. Spieltages der NFL:

• Green Bay Packers - Chicago Bears

Die spielfreie Woche kam für die Green Bay Packers und Chicago Bears vor dem wichtigen Divisionsduell der Erzrivalen (ab 2.20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) wie gerufen.

Während bei den Packers (5 Siege - 3 Niederlagen) Quarterback Aaron Rodgers seine Oberschenkelblessur auskurieren konnte, hatten die Bears (3-5) Gelegenheit, die 23:51-Packung in New England zu verarbeiten.

"Wir werden nicht aufgeben", sagt Chicagos Manager Phil Emery. Spielmacher Jay Cutler ist nach desaströsen Auftritten und angeblichem Krach im Team auf Tauchstation. Richten soll es gegen die schwächste Laufverteidigung der Liga Running Back Matt Forte.

• Jacksonville Jaguars - Dallas Cowboys

Die Fans der Dallas Cowboys können aufatmen. Quarterback Tony Romo konnte in London trotz seiner Rückenprobleme trainieren und wird wohl gegen die Jacksonville Jaguars (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) auflaufen.

"Wir müssen die richtigen Entscheidungen treffen, um ihn für Sonntag spielfähig zu bekommen", sagt Cheftrainer Jason Garrett. Zu wichtig ist Romo für die Cowboys, denen in Wembley gegen die schwachen Jaguars die dritte Pleite in Folge droht.

Mit Ersatzmann Brandon Weeden gelangen am vergangenen Spieltag keine 270 Yards - Saison-Negativrekord. Denn auch Running Back DeMarco Murray braucht Romo, ohne ihn blieb er erstmals in dieser Saison unter 100 Yards.

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