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Mit insgesamt zehn Auswärtssiegen in den Playoffs ziehen die Ravens mit den Green Bay Packers gleich. Beide sind damit Rekordhalter Zum Vergleich: Die Ravens gibt es seit 19 Jahren, die Packers seit 94 Jahren
Jacoby Jones (l.) und seine Ravens stehen in der Divisional Round der NFL-Playoffs © getty

München - Die Ravens gewinnen erstmals ein Playoff-Spiel in Pittsburgh und kommen weiter. Die Arizona Cardinals gehen in Carolina unter.

"Das ist Playoff-Football! Das ist Joe Flacco!"

Coach John Harbaugh war nach dem 30:17 seiner Baltimore Ravens gegen die Pittsburgh Steelers im Wildcard-Duell der NFL völlig aus dem Häuschen.

Harbaugh adelt Flacco

"Er ist der beste Quarterback im Football. Ich bin jeden Tag der Woche froh, dass ich ihn habe, und am Samstag und Sonntag gleich doppelt", feierte Harbaugh seinen Spielmacher überschwänglich.

Zwei Touchdown-Pässe steuerte Flacco beim ersten Playoff-Sieg der Ravens in Pittsburgh überhaupt bei.

Schlüssel zum Sieg war jedoch die starke Defensive, die gegen die zweitbeste Offense um Quarterback Ben Roethlisberger und Wide Receiver Antonio Brown lediglich einen Touchdown zuließ (Alles zur NFL auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Roethlisberger selbstkritisch

Pittsburgh hatte zwar weit mehr Plays (72:55) und Raumgewinn (387:295 Yards) als die Gäste, musste sich letztlich aber zu oft mit Field Goals begnügen.

So wurde es für Roethlisberger ein Abend zum Vergessen, und "Big Ben" gab sich geläutert.

"Ich war nicht gut genug", haderte er: "Die Jungs sehen mich als Anführer und Spielmacher, der ein Spiel entscheiden kann. Ich glaube nicht, dass ich das heute zeigen konnte."

Ravens nun gegen Patriots

Der Traum vom dritten Super-Bowl-Titel ist für den 32-Jährigen zumindest für dieses Jahr vorbei. Dass er gegen die Ravens nur auf einen Touchdown-Pass kam, ist jedoch bei aller Selbstkritik Roethlisbergers zu großen Stücken seiner löchrigen Offensive Line anzukreiden.

Fünfmal wurde der Steelers-Quarterback gesackt. Eine seiner beiden unterlaufenen Interceptions war direkte Folge eines erfolgreichen Ravens-Blitzes.

"Wir haben sauberen Football gespielt", lobte Flacco den Auftritt seiner Ravens, für die die Saison nach dem Skandal um Ray Rice nun doch noch ein gutes Ende nehmen könnte.

Cardinals historisch schwach

Im Divisional Game geht es nun gegen die New England Patriots mit dem deutschen Offensive Tackle Sebastian Vollmer.

Mit einem historisch schlechten Auftritt haben die Arizona Cardinals beim 16:27 (14:13) gegen die Carolina Panthers den Traum vom Heim-Super-Bowl verspielt.

Die insgesamt verrechneten 78 Yards Raumgewinn der "Cards" sind der niedrigste Playoff-Wert aller Zeiten.

Lindley überfordert

Tragische Figur war dabei Quarterback Ryan Lindley: Die eigentliche Nummer drei hinter den verletzten Carson Palmer und Drew Stanton brachte mit seinen Pässen im Schnitt magere 2,9 Yards Raumgewinn und warf zwei Interceptions.

Damit bestätigte sich der Abwärtstrend unter Lindley. Drei der vier Spiele mit ihm gingen verloren. Insgesamt kam er dabei auf lediglich drei Touchdown-Pässe bei sechs Interceptions.

"Ich finde, er hat das bis zur ersten Interception großartig gemacht", verteidigte Arizonas Coach Bruce Arians seinen Quarterback: "Er hat das Spiel so gut gestaltet wie er konnte."

Kein Heimspiel zum Super Bowl

Zu wenig gegen die Panthers, die trotz des harmlosen Gegners nach zwei folgenschweren Turnovers sogar mit einem Rückstand in die Halbzeitpause gingen, dann aber in der zweiten Hälfte nichts mehr zuließen.

"Das war titelreif", lobte Panthers-Quarterback Cam Newton (zwei Touchdown-Pässe, eine Interception, ein Sack) seine Defensive: "Wir in der Offensive müssen nur unsere Rolle erfüllen und Punkte auf die Anzeigetafel bringen."

Durch das Aus der Cardinals im Wild Card Game bleibt der Fluch des Super-Bowl-Ausrichters erhalten: 1998 konnte mit den Miami Dolphins letztmals der Finalgastgeber ein Playoff-Spiel gewinnen.

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