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Jason Garrett Tony Romo
Tony Romo (r.) spielt seit 2003 für die Dallas Cowboys © getty

München - Den Dallas Cowboys gelingt mit Tony Romo ein furioses Comeback. Die Indianapolis Colts können sich auf Andrew Luck verlassen.

Tony Romo ist gereift.

Mit 0:14 und später 7:20 lagen seine Dallas Cowboys im NFC Wildcard Game gegen die Detroit Lions nach dem ersten Viertel bereits zurück.

Doch am Ende behielt der Quarterback die Nerven und führte sein Team mit zwei Touchdown-Pässen zu einem 24:20 (7:17) und damit in die Divisional Playoffs der NFL gegen die Green Bay Packers (Alles zur NFL auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Romo kam insgesamt auf zwei Touchdown-Pässe und 293 Yards Raumgewinn, wurde aber sechsmal gesackt. Sein Gegenüber Matthew Stafford sorgte zwar für mehr Raumgewinn (323 Yards), kam jedoch nur auf einen Touchdown-Pass und warf eine Interception.

Für die Bengals war die unglückliche Niederlage bereits die achte Playoff-Pleite am Stück. Damit ziehen sie mit dem Negativ-Rekord der Kansas City Chiefs gleich.

Romo hat gelernt

"Man muss das Spiel verstehen können. Es ist nicht nach dem ersten oder zweiten Viertel vorbei. Man muss ruhig bleiben", erklärte Romo die Aufholjagd seiner Cowboys: "Ich habe genug Spiele absolviert, um das zu wissen. Vielleicht habe ich das noch nicht so gut gemacht, als ich jünger war."

Dabei machte die Anfangsphase wenig Mut auf einen Cowboys-Sieg im ersten Playoff-Auftritt seit knapp fünf Jahren: Golden Tate und Reggie Bush brachten die Lions mit Touchdowns schnell in Führung. Nach einem Field Goal von Matt Prater betrug der Vorsprung im dritten Viertel immer noch 13 Punkte.

Referee sorgt für Wirbel

Doch im Schlussviertel verloren die Lions, die weiterhin seit 1991 auf einen Playoff-Sieg warten, nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung die Nerven.

Acht Minuten vor Schluss nahm Referee Pete Morelli eine Strafe gegen die Cowboys wegen Pass Interference nach Absprache mit seinen Assistenten zurück. Statt eines neuen First Downs hieß es Fourth Down und letztlich Ballverlust Lions.

Der darauf folgende Drive führte 2:32 Minuten vor Schluss nach einem Touchdown-Pass von Romo auf Terrance Williams zur Entscheidung für die Cowboys.

"Es war lächerlich"

"Nicht gut genug" nannte Lions-Head-Coach Jim Caldwell die Begründung, die ihm Morelli für die Rücknahme seiner Entscheidung nach dem Spiel gegeben hat.

Safety James Ihedigbo war nach der Partie ungehalten: "Es war lächerlich! Lächerlich! Wir reden hier über die Playoffs, wie jeder alles reinhaut. Und dann gibt es eine Entscheidung wie diese?"

Auch Colts weiter

Auch Björn Werners Indianapolis Colts haben den Sprung in die Divisional Round geschafft und treffen dort auf die Denver Broncos. Im AFC Wildcard Game behielten die Colts gegen die Cincinnati Bengals mit 26:10 die Oberhand.

Erfolgsgarant war einmal mehr der bärenstarke Quarterback Andrew Luck (376 Yards Raumgewinn, ein Touchdown-Pass, keine Interception).

Mit einem spektakulären Touchdown-Pass sorgte Luck im dritten Viertel für die Vorentscheidung. Im Fallen und unter Bedrängnis warf er den Football über 36 Yards punktgenau auf Donte Moncrief. 

Luck "ein Maestro"

"Ich habe gerade noch sehen können, wie Donte sich den Hintern abrennt und habe versucht, so zu werfen, dass nur er ihn bekommen kann", erinnerte sich Luck.

Coach Chuck Pagano überschlug sich nach der Partie des Lobes für seinen Spielmacher: "Er ist ein Maestro. Unglaublich!"

Von da an übernahmen die Defense der Hausherren und Kicker Adam Vinatieri, dem insgesamt vier Field Goals gelangen, die Initiative. Den Bengals sollte in der zweiten Hälfte kein einziger Punkt mehr gelingen. Auch weil Quarterback Andy Dalton (155 Yards, kein Touchdown-Pass, keine Interception) keine Akzente setzte.

Playoff-Fluch hält an 

Für die Bengals geht damit eine schwarze Playoff-Serie weiter: Seit 1991 sind sie in der Post-Season ohne Sieg.

Es fühlt sich an wie ein verpasstes Field Goal, das man hätte machen müssen", beschrieb Cincinnatis Kicker Mike Nugent das Gefühl des Playoff-Aus. Schwacher Trost für ihn: Ende des zweiten Viertels gelang ihm mit einem Field Goal aus 57 Yards ein neuer Franchise-Rekord.

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