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Vor allem, weil Tom Brady (l.) einen Sahnetag erwischt. Drei Touchdown-Pässe und ein eigener Run in die Endzone bringen den Pats den Sieg
Tom Brady (l.) feiert nach dem Spiel mit Julian Edelman © getty

München - Tom Brady führt seine Patriots zum Sensations-Comeback und lässt NFL-Ikone Joe Montana hinter sich. Die Seahawks siegen souverän.

Es waren 23 Yards für die Ewigkeit.

Tom Bradys dritter Touchdown-Pass des Abends gut fünf Minuten vor Ende bedeutete nicht nur den 35:31-Sieg seiner New England Patriots gegen die Baltimore Ravens. Der Pass auf Brandon LaFell war gleichzeitig Bradys großer Wurf an die Spitze aller NFL-Quarterbacks.

Es war sein 46. Post-Season-Touchdown. Damit hat der gebürtige Kalifornier die NFL-Legende Joe Montana (45 Touchdown-Pässe) vom Thron gestoßen. Ein würdiger Schlusspunkt eines verrückten Spiels (Alles zur NFL auch bei SPORT1 im Free TV - Do. 18 Uhr "Inside US Sports").

Patriots gelingt Novum

Mit 14:0 und 28:14 lagen die Ravens, angeführt von einem einmal mehr starken Joe Flacco (vier Touchdown-Pässe, aber auch zwei Interceptions), bereits in Führung.

Für das vierte AFC Championship Game in Folge unter Beteiligung der New England Patriots sprach Mitte des dritten Viertels wenig.

Nie zuvor in der NFL-Historie hat es ein Team in den Playoffs geschafft, nach zwei 14-Punkte-Rückständen in einer Partie zu gewinnen. "Zweimal mit 14 hinten zu liegen war nicht gerade der Plan", erläuterte Brady nach dem Spiel: "Es hat viel Aufwand gekostet, das wieder aufzuholen."

Kreativität als Trumpf

Aufwand, und eine Menge Kreativität. Den ersten Touchdown der Patriots, die den Start komplett verschlafen haben, legte Brady kurz vor Ende des ersten Viertels höchstpersönlich mit einem 4-Yards-Run hin.

Den 28:28-Ausgleich im dritten Viertel leitete Wide Receiver Julian Edelman mit einem überraschenden 51-Yards-Pass auf Danny Amendola ein. Die Ravens waren von der Variante über den früheren College-Quarterback Edelman überrumpelt.

Harbaugh wettert gegen "Täuschung"

"Man erwartet es nicht, aber man muss jederzeit auf solche Tricks gefasst sein", sagte Ravens-Corner-Back Rashaan Williams. Free Safety Will Hill gab zu: "Wir waren darauf nicht vorbereitet."

Allerdings sorgte das unorthodoxe Spiel der Patriots auch für Aufregung. Ravens-Head-Coach John Harbaugh bezichtigte New England angesichts einer zunächst undurchsichtigen vier Mann starken Offensive Line im dritten Viertel der "Täuschung".

Brady bleibt gelassen

"Das ist illegal und ich bin sicher, dass die Liga reagieren wird und für Dinge wie diese Vorkehrungen treffen wird", wetterte Harbaugh.

Brady blieb indes gelassen: "Vielleicht sollten die Jungs das Regelwerk studieren und verstehen."

Auf ihn und seine Patriots wartet im AFC Championship Game nun der Sieger der Partie zwischen den Denver Broncos und den Indianapolis Colts.

Auch Seahawks weiter

Leichter taten sich die Seattle Seahawks beim 31:17 (14:10) gegen die Carolina Panthers. Der Titelverteidiger wurde von den Panthers lediglich vor dem Break vor Probleme gestellt.

Danach sorgten ein überragender Russell Wilson und die wieder einmal titelreife Defensive für klare Verhältnisse.

Wilson überragend

Mit insgesamt drei Touchdown-Pässen und keiner einzigen Interception war Wilson Garant für den Sieg. Alle seiner acht Pässe bei Third Downs fanden ihren Mann. "Es ist toll, aber der Job ist noch nicht erledigt. Es gibt noch eine Menge zu tun", richtete der Quarterback den Blick allerdings sofort nach vorne.

Ebenfalls stark zeigte sich Strong Safety Kam Chancellor, der Ende der er ersten Hälfte gleich zweimal bei Field-Goal-Versuchen der Panthers deren Offensive Line überwand und auf Kicker Graham Gano zustürmte.

Chancellor als Seelenfresser

Seine Leistung krönte Chancellor mit einer Interception, die er nach einem 90-Yards-Run per Touchdown vollendete.

"Wir haben vollstes Vertrauen in seine athletischen Fähigkeiten. Er ist ein verdammtes Monster. Er macht die Seelen seiner Gegner kaputt", adelte Richard Sherman seinen Teamkollegen.

So blieben Carolina lediglich zwei Touchdown-Pässe von Cam Newton auf Kelvin Benjamin. Head Coach Ron Rivera blieb am Ende nur die Rolle des Gratulanten: "Wir hätten ein paar Fehler von ihnen gebraucht. Aber dazu kam es nicht. Respekt dafür."

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