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Tom Brady von den New England Patriots schreit
Tom Brady greift mit den New England Patriots im Super Bowl XLIX nach seinem vierten Super-Bowl-Triumph © getty

Phoenix - Tom Brady ist der Superstar im Super Bowl XLIX. Im dritten Anlauf will er die Patriots zum vierten Titel führen und Joe Montana einholen. Die Taktik gegen Seattles Wunder-Abwehr steht.

Der Mann ist ein amerikanischer Held, das wird in seiner Gegenwart schnell deutlich.

Eine Welle der Begeisterung schwappte beim Media Day des Super Bowl XLIX (So. auf Mo., ab 0 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) durch die Halle und erfasste Fans und Journalisten gleichermaßen, als sich Tom Brady den Weg auf sein Podium bahnte.

Eric Böhm berichtet für SPORT1 vom Super Bowl XLIX
Eric Böhm berichtet für SPORT1 vom Super Bowl XLIX © SPORT1

Der Superstar der New England Patriots steht bereits zum sechsten Mal im NFL-Endspiel - das schaffte kein Quarterback vor ihm. Der letzte Titel jährt sich jedoch dieser Tage zum zehnten Mal. Das nervt den sonst so coolen Sunnyboy gewaltig.

Denn der Held seiner Kindheit steht mit vier Erfolgen immer noch vor ihm. "Ich war als Kind der größte 49ers-Fan. Joe Montana war mein Idol. Mit ihm in einem Atemzug genannt zu werden, wäre die größte Ehre", betont Brady.

Tom Brady nimmt dritten Anlauf auf vierten Titel

Im dritten Versuch soll es nun endlich klappen. Zweimal schnappten Brady die New York Giants den ersehnten vierten Titel weg - zuletzt vor drei Jahren.

Mit inzwischen 37 Jahren und am Ende seiner 15. Saison ist es vielleicht die letzte Chance für den Schwarm aller Schwiegermütter, sein Schicksal zu erfüllen. Und er weiß es selbst. So emotional wie in den aktuellen Playoffs sah man Brady in früheren Jahren selten.

"Seit ich ihn kenne, ist er unglaublich ehrgeizig, aber es stimmt schon. Er hat noch mehr Feuer. Die zehn Jahre seit dem letzten Super Bowl nerven ihn, also investiert er noch mehr und pusht uns alle", sagt sein Lieblingsreceiver Julian Edelman auf SPORT1-Nachfrage.

Wendepunkt an einem Montag im Dezember

Vielleicht entfachte aber auch jener Montagabend im Dezember die Leidenschaft Bradys neu. In Kansas City kassierte der 199. Pick im NFL-Draft 2000 eine seiner bittersten Niederlagen.

Beim 14:41 gegen die Chiefs spielte er katastrophal und wurde am Ende sogar ausgewechselt. Schon wurde über das Ende einer Ära spekuliert.

"Das war aber eher ein Medienthema. Natürlich war dieses Spiel richtig schlecht, aber wir haben immer an Tom geglaubt", sagt dessen deutscher Teamkollege Sebastian Vollmer zu SPORT1.

Wer könnte seinen Spielmacher besser einschätzen, als der Mann, der ihm die Verteidiger vom Leib hält? "Wenn er hinter dir steht, hast du immer eine Chance", erklärt Vollmer. Seit jenem schicksalhaften Abend verloren die Patriots im Übrigen nur ein Spiel von Bedeutung (im November in Green Bay) und zerlegten zuletzt die Indianapolis Colts um den designierten Kronprinzen Andrew Luck.

Loblied von Receiver Julian Edelman

In den Playoffs hat niemand mehr Siege, Touchdown-Pässe oder Pass-Yards auf dem Konto, aber die Aura des Playoff-Magiers ist Brady in den vergangenen Jahren ein wenig abhanden gekommen.

Tom Brady und Ehefrau Giselle Bündchen auf einer Gala
Tom Brady und Giselle Bündchen haben zwei gemeinsame Kinder © getty

Nicht zuletzt Gattin Giselle Bündchen verwies zwar auf die nicht mehr so starken Passfänger, trotzdem machte Brady selbst auch zu viele Fehler. Dieses Jahr wirkt er allerdings so abgezockt wie eh und je. Zudem packt er im hohen Alter auch noch mehr Läufe aus.

"Tom ist fantastisch. Was soll ich über ihn noch sagen? Er hat längst alles erreicht, geht auf jeden Fall in die Hall of Fame und trotzdem ist für ihn jedes Training wie der Super Bowl. Es ist eine Ehre, mit ihm zu spielen", schwärmt Edelman.

Selbes Schicksal wie Peyton Manning im Vorjahr?

Für die endgültige Krönung zum Playoff-König der NFL fehlt aber noch dieser verflixte vierte Ring. Die Aufgabe könnte kaum schwerer sein, entzauberten die Seattle Seahawks vor Jahresfrist schon Bradys langjährigen Erzrivalen Peyton Manning auf beeindruckende Weise.

"Das ist nicht vergleichbar. Wir spielen völlig anders als Denver. Trotzdem wissen wir um ihre Stärke - vor allem gegen das Passspiel. Earl Thomas, Richard Sherman und Kam Chancellor sind richtig stark. Das wissen wir noch von 2012", sagt Brady.

Damals verloren die Pats mit 23:24. Brady wurde noch auf dem Feld zum Opfer des lautstarken Trashtalks von Sherman. Diese offene Rechnung und seine Rolle im "Deflategate"-Skandal dürften den zweimaligen MVP zusätzlich motivieren.

Wichtige Rolle für Rob Gronkowski

Zwei Schlüssel haben er und Offensive Coordinator Josh McDaniels ausgemacht. Zum einen müsse Tight End Rob Gronkowski "als Matchup-Albtraum ein großer Teil unseres Angriffs sein".

Zweitens müsse er selbst schnelle Entscheidungen treffen. "Sie zwingen dich dazu. Du musst den Ball schnell loswerden. Sonst wird der Druck zu groß. Wenn wir das umsetzen, ist mir nicht bange", erklärt Brady.

Es wäre in vielerlei Hinsicht das Ausrufezeichen hinter einer brillanten Karriere.

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