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NFL Experience
Die bunte Erlebniswelt am Rande des Super Bowl - die NFL Experience © SPORT1

Phoenix - Wie fühlt man sich eigentlich als Quarterback oder Kicker? SPORT1 checkt die gigantische Erlebniswelt "NFL Experience" beim Super Bowl XLIX.

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, den entscheidenden Punkt zu machen?

Den entscheidenden Touchdown zu werfen, ihn zu fangen oder den Super Bowl mit einem Field Goal in letzter Sekunde zu gewinnen?

Die NFL macht es am Rande ihres großen Endspiels zwischen den Seattle Seahawks und den New England Patriots (So. auf Mo., ab 0 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) möglich. Verteilt auf drei Stockwerke und insgesamt 79.000 Quadratmeter wurde auch 2015 ein interaktiver Super-Spielplatz für Fans allen Alters aufgebaut.

Mitten im Herzen des Super Bowl Centrals in der Innenstadt von Phoenix gibt es mehr als ein Dutzend Football-Spiele zum Mitmachen, ein Museum zur Geschichte der NFL, Autogrammstunden, Bilder mit allen Meisterringen und der Vince Lombardi Trophy sowie unzählige weitere Attraktionen.

Eric Böhm berichtet für SPORT1 vom Super Bowl XLIX
Eric Böhm berichtet für SPORT1 vom Super Bowl XLIX © SPORT1

Grund genug für SPORT1, einmal zu checken, wie echt die sogenannte NFL Experience wirklich ist.

Als Mitglied der internationalen Journalisten-Horde hat man den unschätzbaren Vorteil, direkt vom Medienbereich in die gigantische Welt zu gelangen. Ohne ein Ticket für 35 Dollar erstehen und sich in die ellenlange Schlange einordnen zu müssen.

Es ist ein besonderes Gefühl, diesen glitzernden Themenpark zu betreten. Das Anstehen an jeder Station ist in jedem Fall in Kauf zu nehmen. Bei erfahrenen High-School-Footballern, die es alle fast in die NFL geschafft hätten, können schon einmal ein paar wertvolle Tipps eingeholt werden.

Das Kicken hat es mir naturgemäß sofort angetan und die linke Klebe wird unter dem ehrfürchtigen Staunen der begeisterungsfähigen US-Fans professionell aufgewärmt. Das Flüstern ("That's gotta be a soccer player") setzt zusätzlich unter Druck.

Dann ist es soweit. Mit dem unerschütterlichen Selbstbewusstsein eines Richard Sherman betrete ich den Kunstrasen und lasse den Ball gleich auf die 40-Yard-Markierung legen.

Eric Böhm kickt
Ein gutes Zeichen: Ich bin beim Kick zu schnell für das Auge der Kamera © NFL Experience

Eine Sekunde später segelt das Ei durch die Pfosten, der eingespielte Jubel hinter dem Tor ist grenzenlos. Die größte Auszeichnung ist das "Right down Broadway" ("genau in die Mitte") des ausgesprochen freundlichen Mitarbeiters.

Als Erinnerung gibt es sogar ein Action-Foto, das einem per E-Mail zugeschickt wird. In diesem Moment fühlt man sich tatsächlich ein wenig wie ein NFL-Star.

Jetzt kann mich nichts mehr stoppen, sofort wird das Wurfspiel mit dem überdimensionierten Bild von Peyton Manning angegangen. Die

NFL Experience
Die NFL Experience in ihrer ganzen Pracht © SPORT1

Aufregung vor dem eigenen Auftritt, ist tatsächlich überraschend groß. Potenziert auf ein Stadion mit 80.000 Leuten wird der mentale Druck auf die NFL-Spieler ein wenig besser nachvollziehbar.

Verdammt schnell werde ich nun wieder auf den Boden der Tatsachen geholt: Ein gefühlt Zwölfjähriger neben mir lässt die Pille nur so fliegen und mich ganz alt aussehen.

Ich frage unter Gelächter nach, ob wir bei meinen Bällen nicht etwas Luft ablassen können. Am Ende gelingen diesem "Southpaw", was Linkshänder bedeutet, doch noch ein paar gute Würfe - einer sogar mit überragenden 43 Meilen pro Stunde.

Als Belohnung gibt es einen großen und sehr leckeren Hot Dog - und die Stunden verfliegen bei sportlicher Betätigung, Austausch mit Fans aus aller Welt und jeder Menge Erinnerungsfotos.

Wer möchte kann sogar das Probetraining vor dem Draft mitmachen oder im Mannschaftsbus platznehmen. Auch eine Football-Fertigung des Herstellers Wilson ist zu besichtigen.

Wilson Ballpumpe Deflagate NFL Experience
Der gute Mann von Wilson macht es den Patriots vor: Deflagate muss nicht sein © getty

"Wir wollen den Fans einfach zeigen, wie außergewöhnlich die Leistungen der Athleten wirklich sind. Das geht am besten, wenn sie es selbst erleben. Außerdem wollen wir gerade auch Kindern und Jugendlichen das Spiel, seine Geschichte und alles Drumherum näher bringen", sagt Mary Augenthaler, die NFL-Vizepräsidenten für Events SPORT1.

Das ist auf jeden Fall gelungen. Der Rekord von 2012 mit 250.000 Besuchern wackelt. Wer sich nicht stört an der typisch amerikanischen Atmosphäre - die immer ein bisschen mit dem Größenwahn flirtet - sollte sich die NFL Experience nicht entgehen lassen.

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