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Tom Brady muss mindestens ein weiteres Jahr auf seinen fünften NFL-Titel warten

München - Quarterback Tom Brady ist das Sinnbild der dramatischen Patriots-Pleite bei den Broncos. Auf dem Feld und im Netz muss der Superstar viel einstecken.

Gepeinigt, zerknirscht und verspottet: Statt in den Super Bowl führte das Duell mit den Broncos Tom Brady ins Reich der Schmerzen - körperlich wie seelisch.

"Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass ich meinen Job nicht gemacht habe", sagte der 38-jährige Quarterback der New England Patriots über das dramatische 18:20 im AFC Championship Game in Denver.

In der Tat hatte Brady schon weitaus bessere Spiele in der National Football League gemacht. Zwei Pässe warf er direkt in die Hände der gegnerischen Defense, während sich sein großer Rivale Peyton Manning keine einzige Interception leistete. 

Außerdem fanden nicht einmal die Hälfte von Bradys Pässen die eigenen Mitspieler. Das ist dem viermaligen Super-Bowl-Champion in einem Playoff-Spiel noch nie passiert.

Brady nimmt Schuld auf sich

Dass Brady nie so richtig ins Spiel kam, lag auch an seinen schlechten "Beschützern" aus der Offensive Line um den deutschen Offensive Tackle Sebastian Vollmer.

Die konnte nicht verhindern, dass er kaum Zeit für Würfe hatte und ungewöhnlich oft zu Boden gerissen wurde. 23 Hits kassierte Brady - und vier Sacks, die Höchststrafe.

Doch auch dafür übernahm Brady die Verantwortung: "Als Quarterback musst du nun einmal Hits einstecken. Aber das darf dich nicht stören. Du musst dennoch deine Würfe an den Mann bringen."

Hohn und Spott für Brady

Einstecken musste Brady auch nach dem Spiel - in den sozialen Medien. Dort hielten sich Trost und Aufmunterung in engen Grenzen. Stattdessen schütteten die User Spott und Häme über dem Gatten von Gisele Bündchen aus.

Auf einem Foto ist Brady zu sehen, wie er mal wieder von einem Broncos-Verteidiger zu Boden gestreckt wird. Der wenig schmeichelhafte Kommentar dazu: "Jedes Mal, wenn Brady gesacked wird, bekommt ein Engel Flügel".

Auf einem anderen Post ist der 38-Jährige beim Passversuch mit einer Tonne vor dem Gesicht zu sehen - um auszudrücken, dass ihm gegen die Broncos der Durchblick fehlte.

Ein weiterer Eintrag macht sich über seine Unterlegenheit im direkten Duell mit Manning lustig, der ihn in einer Montage übers Knie legt.

Manning ist übrigens noch ein Jahr älter als Brady und hat die Chance, seinem Triumph mit den Indiananapolis Colts 2007 einen weiteren Super-Bowl-Sieg folgen zu lassen.

Auch Brady will den Traum von einem weiteren NFL-Triumph nicht aufgeben und sagt: "Ich liebe es, im allerletzten Spiel des Jahres zu agieren und es zu gewinnen. Hoffentlich bekomme ich dafür noch die eine oder andere Gelegenheit."

Allzu viel Zeit dürfte er sich dafür aber nicht mehr lassen. Ergraut mit hoher Stirn und vielen Falten im Gesicht, wie Bill Cosby auf einem Twitter-Post, sollte selbst er nicht mehr die körperlichen Voraussetzungen für die Krone im American Football mitbringen.

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